Frostempfindlichkeit neuer Kirschen- und Aprikosen-Sorten

Dr. Lothar Wurm
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Neben Reifezeit, Fruchtqualität, Fruchtbarkeit und Krankheitsempfindlichkeit ist die Empfindlichkeit gegenüber Winterfrost und Spätfrost ein wesentliches Kriterium bei der Sortenwahl.

Sorten, die genetisch bedingt wenig empfindlich und selbstfruchtbar sind, spät blühen und regelmäßig starken Blütenknospenansatz zeigen, fruchten mit hoher Wahrscheinlichkeit in einigermaßen geeigneten Lagen auch nach Spätfrösten reichlich. Bedingt durch den strengen Winterfrost Ende Januar bis Mitte Februar 2012 und durch die Spätfrostnächte, oft mit Windfrost, am 8. und besonders am 9. April 2012 haben in diesem Jahr einige Obstproduzenten in Österreich Blütenfrostschäden zu beklagen. Empfindliche Sorten in frostgefährdeten Lagen, vor allem bei den frühblühenden Obstarten Aprikose und Süßkirsche, aber auch bei Apfel (‘Summerred’, ‘Topaz’ u. a.) waren am stärksten betroffen. Dort, wo während der Spätfrostnächte mittels Frostschutzberegnung oder Geländeheizung (Kerzen) ein Absinken der Temperatur in den kritischen Bereich verhindert wurde, ist hingegen meist ein überreicher Fruchtansatz gegeben. So schwierig und nervenaufreibend solche Jahre für Produzenten empfindlicher Sorten in heiklen Lagen sind, so interessant sind sie zur Einstufung der Frostempfindlichkeit neuer Sorten.
 
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