Klimaanpassung braucht massive Anstrengungen und neue Wege!

Das Jahr 2026 zeigt uns die Grenzen auf

Manfred Kohlfürst, Herbert Muster
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Nach einer bereits sehr herausfordernden ersten Jahreshälfte hat eine weitere extreme und anhaltende Hitzewelle ab Ende Juli, ebenso wie in vielen anderen Regionen Europas, die Situation in Österreich nochmals deutlich verschärft.

Die ohnehin bereits durch schwächere Blüte und Spätfrost geschmälerte Ernte wurde durch Extremwerte bis 40 °C und extreme Trockenheit auf der Zielgeraden nochmals massiv reduziert, manche Kulturen wurden sogar vollständig zerstört. Das gesamte Ausmaß der Schäden an den Obstkulturen wird sich demnächst zeigen und war zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht abschließend beurteilbar.

Viele Obstbaubetriebe haben in den vergangenen Wochen einen enormen zusätzlichen Einsatz geleistet. Zur Sicherung von Ertrag und Qualität wurden Bewässerungsmöglichkeiten und Kulturmaßnahmen ausgeschöpft. Und wieder hat sich gezeigt, dass man ohne die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser solchen Wetterextremen weitgehend hilflos gegenübersteht. Natürlich haben dieses Jahr auch Bewässerungssysteme ihre Grenzen aufgezeigt.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der diesjährigen Extrembedingungen sind für die betroffenen Betriebe massiv, aber auch für die gesamte Obstbranche enorm belastend.

Besonders problematisch ist, dass bei deutlich kleinerer Ernte die Produktionskosten durch die zusätzlichen Aufwendungen weiter gestiegen sind. Fünf Millimeter geringerer Durchmesser bedeuten bei Äpfeln einen Mengenverlust von etwa 20 %. Bei vielen Betrieben wir das Defizit in der Fruchtgröße voraussichtlich sogar noch größer ausfallen. Zudem wird ein Teil der Früchte aufgrund von Sonnenbrand, Hitzeschäden oder fehlender Tafelobstqualität nicht als Tafelware vermarktet werden können. Dadurch haben sich die Kosten je Kilogramm Frucht teilweise verdoppelt.

Leider ist kaum zu erwarten, dass diese Kostensteigerung durch entsprechend hohe Preise im Handel ausgeglichen wird. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Konsumenten ab einer bestimmten Preisschwelle auf günstigere Importware zurückgreifen. Daher müssen weiter alle Kräfte gebündelt werden, um künftig mit vergleichbaren Herausforderungen in der Produktion zurechtzukommen und trotzdem noch wettbewerbsfähig produzieren zu können.

Rund 30 % der Apfelfläche kann in Österreich aktuell bereits bewässert werden. Dort konnte die Ernte i. d. R. auch gut abgesichert werden. Um die heimische Produktion langfristig aufrechtzuerhalten, muss die bewässerungsfähige Anbaufläche jedoch deutlich gesteigert werden. Die dafür notwendigen Investitionen sind enorm. Für viele Betriebe sind diese Ausgaben aufgrund der angespannten Erlössituation auch trotz der guten Förderunterstützung kaum oder gar nicht mehr leistbar.

Für den langfristigen Erhalt der heimischen Produktion braucht es ein Bündel an Maßnahmen, wobei die Wasserbereitstellung eine entscheidende ist. Die Beschaffung und Sicherung von Wasser sollte deshalb nicht länger überwiegend als Einzelaufgabe der Betriebe betrachtet werden, sondern verstärkt gemeinsam und auf regionaler Ebene gelöst werden. Es gilt, zusätzliche Wasserressourcen zu erschließen und gleichzeitig vorhandene Potenziale effizienter zu nutzen. Für die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion sollte ein erleichterter und bevorzugter Zugang zur Wassernutzung ermöglicht werden. So könnte z. B. für die Wasserverbände die Nutzung von Überschusswasser erleichtert werden.

Viele Obstbaubetriebe haben den klaren Willen, die heimische Obstproduktion aufrechtzuerhalten und ihren Betrieb weiterzuentwickeln. Die Zeit drängt jedoch: Jedes Jahr mit Ernteausfällen lässt Kapital und Motivation schwinden und stellt freibleibende Regalfläche für Importware zur Verfügung.

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Manfred Kohlfürst und Herbert Muster

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