Das Obstbaujahr 2026 hat die österreichischen Betriebe vor große Herausforderungen gestellt.
Extreme Witterungsbedingungen haben den ohnehin hohen Einsatz in der Produktion zusätzlich erschwert. Ein Jahr wie dieses zeigt einmal mehr, wie anspruchsvoll der Erwerbsobstbau geworden ist – wie viel Fachwissen und persönlicher Einsatz notwendig sind, um weiterhin hochwertige Lebensmittel zu erzeugen.
Außergewöhnliche Hitze und anhaltende Trockenheit waren 2026 mit erheblichen Ernteausfällen verbunden. Die Früchte blieben vielfach kleiner, auch die Ausfärbung entsprach nicht immer den gewohnten Ansprüchen. Gleichzeitig war die Arbeit im Obstgarten unter diesen Bedingungen besonders fordernd. Umso mehr verdienen die erbrachten Leistungen und die erzielten Ernteergebnisse Anerkennung.
Neben den extremen Witterungsbedingungen sind die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter zusätzlich mit zahlreichen weiteren Belastungen konfrontiert. Steigende Kosten, schwierige Erlössituation, die Verfügbarkeit geeigneter Arbeitskräfte, Herausforderungen im Pflanzenschutz sowie Vorschriften und Bürokratie fordern die Betriebe enorm.
Für zahlreiche Obstbaufamilien ist daraus eine Dauerbelastung geworden, die weit über einzelne arbeitsintensive Phasen während der Saison hinausgeht. Umso wichtiger werden unternehmerische Entscheidungen, die dazu beitragen, die Belastung langfristig wieder auf ein tragbares Maß zu reduzieren, kurzfristig sind Verbesserungen häufig leider kaum möglich.
Als Interessenvertretung versuchen wir, die enormen Belastungen der heimischen Obstbaubetriebe den unterschiedlichen Entscheidungsträgern bewusst zu machen. Besonders fordern wir mehr Planungssicherheit, bessere Rahmenbedingungen für die Produktion und Fairness am Markt.
Im Pflanzenschutz wurde gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer der Prozess für Notfallzulassungen bereits gestartet. Ein Schwerpunkt für 2027 ist die wirksame Bekämpfungsmöglichkeit von Baumwanzen, die dieses Jahr verbreitet große Ernteverluste bei Pfirsich, Birne und Apfel verursacht haben. Auch stemmen wir uns mit aller Kraft gegen weitere Ent-Registrierungen von Pflanzenschutzmitteln, solange kein gleichwertiger Ersatz zur Verfügung steht.
Bei der Programmentwicklung GAP 2028+ haben wir uns von Beginn an eingebracht. Wir befürworten Rahmenbedingungen, die ein weiteres Investieren ermöglichen, Umweltleistungen berücksichtigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken. Dazu gehören eine zukunftsorientierte Investitionsförderung, weniger unnötiger Verwaltungsaufwand und eine wirksame Unterstützung von Erzeugerorganisationen.
Ebenso wichtig für den Obstbau ist auch die ausreichende Verfügbarkeit sowie die Leistbarkeit von Saisonarbeitskräften und ein unbürokratischerer Zugang zu Wasser – einem entscheidenden Faktor für die künftige Produktion.
Diese und weitere Anliegen werden wir rund um den Tag des Apfels in Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern und relevanten Institutionen in Graz und Wien vertreten und auch bei allen anderen Gelegenheiten einbringen.
Was wir fordern, sind keine Sonderrechte, sondern nachvollziehbare Voraussetzungen für eine Obstproduktion, die hochwertige Lebensmittel erzeugt, Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichert und Verantwortung für natürliche Ressourcen übernimmt.
An den Handel appellieren wir, den Einsatz der Obstbaubetriebe anzuerkennen und den enorm hohen Produktionskosten dieser Saison Rechnung zu tragen.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, gemeinsam mit den Betrieben, der Landwirtschaftskammer, der Forschung und allen Partnern praktikable und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
IMAS-Studie: 47 % der Österreicher halten das Frühstück für die wichtigste Mahlzeit. Obst und Gemüse bleiben konstant gefragt – während Milch- und Fleischkonsum sinken.
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Der Jahresbeginn hat in Österreich bereits für viel Bewegung gesorgt. Mitte des Monats beschloss die österreichische Regierung überraschend eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.