Die neue europäische Verpackungsverordnung 2025/40 (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) bringt weitreichende Änderungen für die gesamte Agrarbranche mit sich. Ab dem 12. August 2026 gelten neue Spielregeln, die besonders die Verantwortlichkeiten und die Dokumentation von Verpackungen betreffen.
Neue Rollenverteilung: Werden Sie zum „Erzeuger“? Bisher stand vor allem die Finanzierung der Entsorgung im Fokus. Die PPWR führt nun eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten ein:
Der Erzeuger (Manufacturer): Wer Produkte unter seiner eigenen Marke oder seinem Hof-Logo verkauft, gilt als Erzeuger. Er trägt die Verantwortung für die Konformität der Verpackung (z. B. Schadstoffgrenzwerte), muss eine EU-Konformitätserklärung sowie eine technische Dokumentation erstellen und bereithalten.
Der Hersteller (Producer): Dies ist die Rolle desjenigen, der die Verpackung befüllt und erstmals in Verkehr bringt. Er ist für die Systembeteiligung (Lizenzierung bei dualen Systemen wie LUCID) und die Finanzierung der Abfallentsorgung zuständig.
Sonderrolle „Auspacker“: Neu ist die Rolle des Auspackers, die vor allem im B2B-Bereich und beim grenzüberschreitenden Handel relevant wird, um die Finanzierung der Infrastruktur für Transportverpackungen sicherzustellen.
Wichtig für kleine Betriebe: Es gibt eine Kleinstunternehmerregelung für Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern und unter 2 Mio. € Umsatz. In diesen Fällen kann die rechtliche Pflicht des Erzeugers unter bestimmten Bedingungen auf den Vorlieferanten übergehen.
Konflikt mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Ein aktueller Streitpunkt ist die Handhabung von Eigenmarken des Handels. Rechtlich gilt der LEH bei seinen Eigenmarken sowohl als Hersteller wie auch als Erzeuger. Die Praxis zeigt jedoch, dass viele Handelsunternehmen versuchen, diese Pflichten und die damit verbundenen Kosten auf ihre Lieferanten abzuwälzen. Die Verbände der Branche haben sich deshalb in einem Schreiben an die Zentrale Stelle Verpackungsregister gewandt, um rechtliche Klarheit einzufordern.
Plastikverbot für Obst und das Forschungsprojekt der HSWT Ab 2030 ist ein Verbot von Einwegkunststoffverpackungen für unverarbeitetes, frisches Obst und Gemüse bei Füllgewichten unter 1,5 kg vorgesehen (z. B. Netze, Schalen oder Schrumpffolien). Um die Praxistauglichkeit dieses Verbots kritisch zu prüfen, hat der BOG ein Forschungsprojekt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) initiiert. Untersucht wird, wie sich der Verzicht auf Plastik auf den Wasserverlust, die Haltbarkeit und die mikrobiologische Sicherheit der Erzeugnisse auswirkt. Die Ergebnisse werden zum Jahreswechsel erwartet und sollen als Grundlage dienen, um bei der EU-Kommission sinnvolle Ausnahmeregelungen (z. B. zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung) zu erwirken.
Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden in der Bundesrepublik Deutschland pro Person rund 5,8 kg frische und verarbeitete Schalenfrüchte wie Erdnüsse, Mandeln oder Haselnüsse konsumiert, wie die Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigen.
Das Assoziierungsabkommen der EU mit Marokko trifft auf massiven Widerstand der Europäischen Branchenvertreter. Zahlreiche Verbände schlagen Alarm. Grund ist die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Überarbeitung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Marokko...
Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Rabobank wurde in Australien mit der großflächigen Neuanpflanzung von Mandelplantagen begonnen, um die steigende lokale und globale Nachfrage nach der beliebten Nuss zu befriedigen.
Die Ernte der ersten griechischen Erdbeeren in der Region Ilia verläuft derzeit außerordentlich gut. Die Exporte werden zudem weder durch die Traktorblockaden, die sich über ganz Griechenland ausgebreitet haben, noch durch die Zollstellen an den nördlichen Grenzen des Landes behindert, da andere Exportwege genutzt werden.
Nach einem Bericht von Agrar-Europe (AgE) zeigen sich die Landwirtschaftsminister der EU-Mitgliedstaaten offen für einen weiteren Aufschub der neuen Aufzeichnungspflichten bei Pflanzenschutzanwendungen.
Der Thüringische Agrarstaatssekretär Marcus Malsch sieht Vietnam als künftigen „Premiumpartner“ Thüringens bei Fachkräftegewinnung und Technologietransfer in der Landwirtschaft.
Mit der Freiwilligen QS-Inspektion Nachhaltigkeit (FIN) hat QS eine branchenweite Lösung für die gesamte Wertschöpfungskette von Obst, Gemüse und Kartoffeln geschaffen.
Im Trilog zwischen die Europäischer Kommission, dem EU-Parlament und der Ratspräsidentschaft wurde eine Einigung zum Vereinfachungspaket der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erzielt. Künftig gilt: mehr Vertrauen in die Praxis statt endlosem Papierkram. Betriebe sollen entlastet, Kontrollen reduziert und Verantwortung gestärkt werden.
Betriebe können ab sofort wieder Zuschüsse für Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen zum weitgehenden Eigenverbrauch, in Energieeffizienzmaßnahmen bei Wirtschaftsgebäuden sowie in stationäre und mobile Technik beantragen.
Am 18. November wurde in der italienischen Provinz Trient ein Meilenstein für nachhaltige Logistik gesetzt: Die weltweit erste Seilbahn für den Apfeltransport nahm offiziell ihren Betrieb auf.