Umfrage zur Öffentlichkeitsarbeit für den deutschen Obstbau

Neue Schwerpunktsetzung der Bundesfachgruppe

Joerg Hilbers
481

Auf der Delegiertentagung im November 2023 haben die Vertreter der Landesverbände in der Bundesfachgruppe Obstbau und der AG Öffentlichkeitsarbeit ein neues, zukunftsweisendes Konzept für die Öffentlichkeitskampagne für deutsches Obst beschlossen.

Dabei stand im Vordergrund die Frage: Wie können wir unsere begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel so einsetzen, dass wir den größtmöglichen Effekt erzielen? In den Diskussionen kristallisierte sich schnell heraus, dass in Zukunft die Verbraucher nicht mehr direkt angesprochen werden sollen, sondern dass wir uns in der Kommunikation auf die Medien und die Politik fokussieren und diese als Multiplikatoren nutzen. Eine Online-Umfrage im Mai, an der mehr als 400 Betriebe teilgenommen haben, hat gezeigt, dass auch die Mehrheit der Betriebe diese Zielsetzung unterstützt.

Über die Landesverbände ist in den vergangenen Wochen der Link zu einer Online-Umfrage an alle Obstbaubetriebe verschickt worden. Ziel war es, die Themenvielfalt und Methodik einer Öffentlichkeitsarbeit für den deutschen Obstbau möglichst optimal an den Bedürfnissen der Betriebe auszurichten. Unser Dank geht an alle Betriebsleiter, die sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten!

Was soll kommuniziert werden?
Die teilnehmenden Betriebe haben deutlich gemacht, dass in der Öffentlichkeitsarbeit für den deutschen Obstbau die Themen Regionalität, Qualität, Arten- und Klimaschutz sowie Pflanzenschutz in den Fokus gestellt werden sollen (s. Abb 1). Adressaten sollen dabei vordringlich Vertreter der Politik und der Presse sein (s. Abb. 2). In den interessanten Kommentaren zum Fragebogen brachte es ein Umfrageteilnehmer auf den Punkt:

„Der Verband muss für den ganzen Berufsstand Öffentlichkeitsarbeit leisten. Den einzelnen Betrieb individuell zu unterstützen, dürfte die Grenzen des Möglichen überschreiten.“

Wir wollen signalisieren: In Deutschland wird das Obst von Familienbetrieben erzeugt, die mit Sorgfalt, großem Engagement und unter Einhaltung aller Vorgaben, nachhaltig und im Einklang mit der Natur qualitativ hochwertige Früchte produzieren. Durch den Konsum frischer Früchte aus regionaler Produktion wird nicht nur der Lebensunterhalt dieser Betriebe, sondern zahlreicher weiterer Betriebe im vor- und nachgelagerten Bereich gesichert. Und gleichzeitig wird auch aktiver Umwelt- und Klimaschutz betrieben.

Faktensammlungen und Vorlagen bereitstellen
Zahlreiche politische Termine werden jedes Jahr von Verbandsvertretern auf Landes- und Bundesebene wahrgenommen. Aber auch viele Betriebsleiter sind regelmäßig im Sinne des Berufsstandes aktiv. Dabei spielt naturgemäß die Direktvermarktung eine wichtige Rolle. Besonders auf Wochenmärkten und in Hofläden werden Gespräche mit Verbrauchern und der Lokalpresse sowie mit Vertretern aus Verwaltung und Politik geführt. Die Umfrage hat ergeben, dass sich viele Betriebe dafür Unterstützung wünschen, sei es in Form von Vorlagen für Pressemeldungen, Fakten zur Gesprächsvorbereitung oder auch für den täglichen Kundenumgang. Hier sind Pflanzenschutzthemen, Fakten zur Umweltverträglichkeit und Biodiversität, aber auch Infos zum generellen Anbau mit seinen verschiedenen Kulturen, zu den explodierenden Produktionskosten/SAK, dem steigenden Witterungsrisiko durch den Klimawandel und den allgemeinen Produktionsunterschieden in der EU besonders gefragt. Dabei sollen die Vorteile heimischer Produktion genauso herausgestellt werden wie die konkreten Unterschiede und Gemeinsamkeiten von biologischer und Integrierter Produktion.

Umfangreiches Infomaterial für Obstbaubetriebe kann aus dem Bereich „Verband – Fachinfos“ auf www.obstbau.org heruntergeladen werden. Und auch über unseren Newsletter werden wir Sie, wie in der Umfrage vielfach gewünscht (s. Abb 4), auf dem Laufenden halten.

Überregionale Kommunikation
Der Bundesfachgruppe mit ihrem Vorstand obliegt in dieser Konstellation die überregionale Kommunikation. Dazu gehört die Gesprächsführung mit der Bundespolitik und den Bundesbehörden ebenso wie die Pressearbeit auf überregionaler Ebene – immer mit dem Ziel, die öffentliche Meinungsbildung nicht allein den NGO’s zu überlassen, sondern gezielt Fachinformation zu verbreiten und damit die Grundlage für eine allgemein positive Meinungsbildung über den deutschen Obstanbau zu erreichen.

Inhalte abstimmen
Um einen möglichst breiten Effekt zu erreichen, ist es elementar, dass alle Beteiligten mit der gleichen Argumentation arbeiten. Auch das ist ein Ergebnis der Umfrage. Entscheidend wird deshalb sein, dass nicht nur dem Berufsstand auf allen Ebenen gleiche Fachinformation zur Verfügung steht. Ebenso wichtig ist es, dass man sich mit anderen Verbänden des Grünen Bereichs in Sachen Öffentlichkeitsarbeit abstimmt, sodass die gleichen Inhalte verbreitet werden und Kampagnen sich nicht konterkarieren.

Sind Sie dabei?
Wenn alle mitmachen, kann der deutsche Obstbau trotz seiner beschränkten finanziellen Mittel viel erreichen. Werden Sie Botschafter für Ihren eigenen Anbau! Viele Direktvermarkter sind in dieser Hinsicht bereits seit Jahren aktiv. Direktvermarkter-Kunden sind die Konsumenten, die aus Überzeugung Produkte aus heimischem Anbau konsumieren. Nun liegt es an uns, diese Botschaft auch in die Städte zu tragen, um diejenigen Verbraucher zu erreichen, die nur wenig oder keine Ahnung davon haben, wie wir produzieren und wie wichtig es ist, im Konsum auf Regionalität in der Produktion zu achten. Mit Kreativität und Engagement können wir es schaffen. Sind Sie dabei?

Über den Autor

Joerg Hilbers, Berlin, E-Mail: hilbers@obstbau.org

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