„Aktuell sind 29 % der Betriebe in der Direktvermarktung aktiv“, verkündete kürzlich Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich. „Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber den letzten Erhebungen bedeutet." Er betonte allerdings im gleichen Gespräch, das Direktvermarktung aber "nicht für jeden Betrieb geeignet" sei und "spezielles Know-how und Zeit" erfordere.
KeyQUEST Marktforschung hatte für den Verband bäuerliche Direktvermarkter eine Branchenstudie erstellt. Dafür sind über 1.200 Landwirte befragt worden. Laut der Studie wollen die österreichischen Bauern mit der Direktvermarktung (u. a. Ab-Hof-Verkauf) unabhängiger von Supermarktketten, Lebensmittelverarbeitern und Agrarmärkten werden. Für 17.000 bis 20.000 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich habe Direktvermarktung "eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung", erklärte KeyQUEST-Geschäftsführer Johannes Mayr. Dadurch seien die Bauern "nicht von Volatilität der Agrarmärkte abhängig". Zwei Drittel der befragten Direktvermarkter hätten ausgesagt, dass sie mit dem Verkauf ihrer Produkte an Endverbraucher und Großkunden, etwa Schulen und Krankenhäuser, den Bestand ihres Betriebes absichern.
Ab-Hof-Verkauf macht Hälfte der Direktvermarktungsumsätze aus Bei 84 % der befragten Direktvermarkter kann auf dem Bauernhof eingekauft werden. Damit erzielen die entsprechenden Betriebe rund die Hälfte der Direktvermarktungsumsätze. Rund ein Drittel der Direktvermarkter verkauft an die Gastronomie und ein Fünftel bietet Zustellung an. Auch Bauernmärkte sind ein wichtiger Absatzkanal für die Landwirte. Automaten, Selbstbedienungsboxen und eigene Online-Shops würden an Bedeutung zunehmen, berichtete Johannes Mayr. Dies würde mit den begrenzten personellen Ressourcen der landwirtschaftlichen Betriebe zusammenhängen. Was verkaufen die Betriebe?
40 % der befragten bäuerlichen Direktvermarkter verkaufen Fleisch und Fleischprodukte.
19 % bieten Eier an
jeweils 18 % der Betriebe vertreiben Fruchtsäften und Wein
16 % verkaufen Milch und Milchprodukten
14 % der befragten Betriebe bieten Obst und Obstprodukte an.
Anteil Direktvermarktung bei frischen Lebensmitteln noch gering Beim Verkauf von frischen Lebensmitteln macht die Direktvermarktung laut Branchenschätzung nur 2,5 % aus. Über 90 % der Frischwaren werden von den großen Lebensmittelhändlern Spar, Rewe (Billa, Penny), Hofer und Lidl angeboten. "Da ist noch sehr viel Luft nach oben", verdeutlichte Karl Grabmayr, Obmann des Verbands bäuerlicher Direktvermarkter Österreich, bei der Präsentation der Studie. Man wolle sich dafür stärker mit anderen Betrieben vernetzen, etwa Fleischereien und Bäckereien. Rund 1.500 Direktvermarkter in Österreich verwenden übrigens die Gewährleistungsmarke "Gutes vom Bauernhof", welche eine Ursprungs-, Verarbeitungs- und Qualitätsgarantie umfasst.
Auf der Webseite www.gutesvombauernhof.at können Konsumenten nach bäuerlichen Betrieben und Produkten suchen.
Mit Sorge nimmt der Berufsstand die neuen Ausbildungszahlen im Gartenbau zur Kenntnis. Laut BiBB-Auswertung ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2022 um 13,1 % zurück.
Auf Basis einer Pressemeldung des „Umweltinstituts München“ haben kürzlich die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk und der (neue) Tagesschau-Podcast „11 KM“ die Apfelproduktion an den Pranger gestellt.
Im Rahmen des sog. „Insektenschutzpakets“, wurden Anwendungsverbote für Herbizide und Insektizide in Naturschutzgebieten ausgesprochen. Noch im Jahr 2020 hatte die Bundesregierung Ausgleichszahlungen für betroffene Betriebe beschlossen.
In der Alterssicherung der Landwirte (AdL) gelten ab 2023 neue Beiträge. In den alten Bundesländern steigt der für Unternehmer geltende Beitrag um 16 Euro auf 286 Euro (Vorjahr: 270 Euro) im Monat.
Am 2. Dezember 2022 hat sich der Bundestag in der ersten Lesung mit den von den Regierungsfraktionen eingebrachten Gesetzentwürfen zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme sowie zur Einführung einer Strompreisbremse beschäftigt.
Johannes Bliestle ist neuer ehrenamtlicher Vorsitzender der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO). Der Gesamtvorstand hat in seiner Sitzung am 24. November 2022 den 57-jährigen Geschäftsführer der Reichenau Gemüse eG einstimmig gewählt.