„Starke regionale Ernährung“ ist ernährungspolitisches Ziel
Eine gute und ausgewogene Gemeinschaftsverpflegung in Schulen und Kitas, Kantinen und Mensen als ernährungspolitisches Ziel seines Ministeriums - und welche Rolle lokale und regionale Versorgungsstrukturen dabei spielen können, das erklärte Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) anlässlich des Deutschen Ernährungstages 2026.
Zu der Veranstaltung unter dem Titel „Lokal vernetzt – regionale Ernährung vor Ort aktiv mitgestalten“ waren rund 200 Teilnehmer nach Berlin gekommen. Es ging hier unter anderem darum, wie Regionalvermarktung, Ernährungskommunikation und praxisnahe Ernährungsbildung dazu beitragen können, Verbraucher für regionale Lebensmittel zu gewinnen und sie aktiv in regionale Versorgungsnetzwerke einzubinden. Insbesondere bei der Bildung und der Gemeinschaftsverpflegung spielen die Kommunen eine wichtige Rolle.
Bundesminister Rainer machte in seiner Rede deutlich, dass beim Thema Regionalität alle drei Bereiche seines Ministeriums (Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) im besten Sinne ineinandergreifen. So sollen die Produzenten von möglichst kurzen Wegen profitieren, indem ihre hochwertigen Produkte ganz frisch auf den Tellern zum Beispiel von Kantinen und Mensen landen. Regionale Erzeugnisse sollen laut Minister „die Grundlage für ein schmackhaftes Essensangebot bilden, das die Gäste gerne annehmen“. Er bezeichnete die Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung als einen wichtigen Hebel für eine ausgewogene Ernährung, denn schließlich würden hier jeden Tag 16 Millionen Menschen, davon etwa 6 Millionen Kinder und Jugendliche, mit Essen versorgt. Und mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr nehme die Bedeutung einer guten Schulverpflegung noch weiter zu.
Die ernährungspolitischen Ziele des BMLEH haben laut Minister vier Schwerpunkte:
- Gesunde und ausgewogene Gemeinschaftsverpflegung
Kinder und Jugendliche verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil die Ernährungsgewohnheiten früh im Leben geprägt werden. Ebenso setzt das BMLEH auf gesunden Genuss für Senioren, bei denen gemeinschaftliches Essen zudem die Teilhabe stärken soll und damit Einsamkeit vorbeuge. Als wichtig für beide Zielgruppen bezeichnete der Minister daher ein gutes Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung. Das BMLEH unterstützt hier unter anderem mit seinem Modellregionen-Wettbewerb „Besser essen in der Region“: Dabei fördert das BMLEH bundesweit zehn Projekte, die sich mit innovativen Beiträgen für eine gesunde, ausgewogene und regional verankerte Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung einsetzen. - Lokal-regional verankerte Ernährung
Regionale Lebensmittel und verlässliche Wertschöpfungsketten sollen das Ernährungssystem in Deutschland widerstandsfähiger machen und die wirtschaftlichen Strukturen in der Stadt und auf dem Land stärken. Für den Minister bedeutet regional verankerte Ernährung eine Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes, „denn sie steht auch für Nähe, Vertrauen, Vielfalt und Verbundenheit mit der Heimat“. Deshalb unterstütze das BMLEH bundesweit Modellprojekte, die regionale Wertschöpfungsketten stärken. - Reduzierung von Lebensmittelverschwendung
Alois Rainer stellte fest, dass in Deutschland weiterhin zu viele verzehrbare Lebensmittel in der Tonne landen. Das möchte er ändern, ist nicht nur aus Gründen der Wertschätzung, sondern auch der Nachhaltigkeit: „Das Schonen von Ressourcen und das Sichern der Versorgung gehen Hand in Hand“, erklärte er. Daher unterstütze das BMLEH Verbraucher dabei, Lebensmittel bewusster zu nutzen. - Versorgungssicherheit: Ernährungssicherung und private Notfallvorsorge
In Zeiten wachsender Unsicherheiten gewinne eine stabile, widerstandsfähige Versorgung zusätzlich an Bedeutung, betonte Minister Rainer. Er bezeichnete die sichere und krisenfeste Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln als wichtigen Beitrag, um auf Sicherheitslagen vorbereitet zu sein. Dafür modernisiere das BMLEH aktuell die Ernährungsvorsorge und schaffe die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Krisen- und Notfallvorsorge.
News & Infos
Bald als Berufskrankheit anerkannt?
Die Anerkennung einer Erkrankung als Berufskrankheit bietet Betroffenen einen umfassenden Schutz und vielfältige Unterstützungsleistungen durch die gesetzliche Unfallversicherung. Nun hat der Ärztliche Sachverständigenbeirat (ÄSVB) empfohlen, das „Parkinson-Syndrom durch Pestizide“ als neue Berufskrankheit in die Berufskrankheiten-Verordnung aufzunehmen.
Huelva: Beerenkampagne abgeschlossen
Nach Informationen von Freshuelva (Verband der Erdbeerproduzenten und –exporteure von Huelva) wurde die Erdbeersaison 2023/24 mit einer Produktion von 221.412 t beendet. Das ist ein Rückgang von 9 % gegenüber dem Vorjahr.
Asiatische Hornissen auf dem Vormarsch
Grundsätzlich sind Hornissen scheu und verteidigen sich und ihr Nest nur, wenn sie sich angegriffen fühlen. Die Stiche der heimischen Europäischen Hornissen sind kaum gefährlich für Menschen, es sei denn, Personen reagieren allergisch auf Insektengift. Etwas anders sieht es aus, wenn es sich um Asiatische Hornissen handelt, die aktuell von Süden her nach Deutschland einwandern.
Dem Schimmel und dem Geschmack gleichermaßen auf der Spur
Erdbeeren schimmeln schnell und müssen entsprechend häufig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Der Bedarf an Alternativen zur Bekämpfung dieser Schimmelpilze ist hoch. In einer Studie der Universität Antwerpen wurde nun herausgearbeitet, dass bestimmte Bakterien auf den Erdbeerpflanzen zu weniger Schimmel und möglicherweise zu mehr Geschmack führen.
Top-Betriebe benötigen Top-Informationen
Unter dem Motto „Top-Betriebe benötigen Top-Informationen“ lädt das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG) Unternehmen aus dem Obstbau zur Teilnahme am Betriebsvergleich im Gartenbau ein. Finanziert durch Bund
WAPA: Europäische Apfelbestände um 7 % zugenommen
Aktuelle Zahlen der WAPA (World Apple and Pear Association) zeigen, dass die Apfelbestände in der EU im Vergleich zum Vorjahr 2023 um 7 % auf 715.578 Tonnen zugenommen haben. Die Birnenbestände sind sogar um 31,1 % auf 71.273 Tonnen gestiegen. Die WAPA veröffentlichte die Zahlen zu den Apfel- und Birnenbeständen in der EU immer zum 1. Juni 2024.
Schülerzahl an Fachschulen für Grüne Berufe sinkt erneut
Im Jahr 2023 sank die Schülerzahl an den ein- und zweijährigen Fachschulen gegenüber dem Vorjahr um 161. Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort.
Japankäfer: gefährlicher Pflanzenschädling im deutschen Grenzgebiet
Der meldepflichtigen Japankäfer (Popillia japonica) wurde in Basel - und damit in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze gesichtet. Die Europäische Union stuft den Japankäfer als so genannten „prioritären Quarantäneschädling“ ein, dessen Auftreten durch jedermann meldepflichtig ist.
EU-Hilfen bei Frostschäden auch für deutsche Betriebe?
Die EU-Kommission hatte in dieser Woche Krisenhilfen aus der Agrarreserve für Österreich, Tschechien und Polen in Höhe von 62 Millionen Euro in Aussicht gestellt, um die dortigen Ertragsausfälle durch Frost- und Hagel in Obst-, Gemüse- und Weinbaubetrieben zu kompensieren – ohne Deutschland in die Hilfsmaßnahme einzubeziehen.
Der Bundesrat stimmt neuem Düngegesetz nicht zu
Der Bundesrat hat in seiner Plenarsitzung am 5. Juli 2024 dem zweiten Gesetz zur Änderung des Düngegesetzes die Zustimmung verweigert. Das Gesetz sollte unter anderem die Grundlagen für die Nährstoffbilanzverordnung und die Monitoringverordnung bilden.
Neue QS-Arbeitshilfe „Abdriftvermeidung“
Auswertungen aus dem QS-Rückstandsmonitoring belegen: QS-zertifizierte Erzeuger von Obst, Gemüse und Kartoffeln arbeiten bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sehr sorgfältig. Dennoch kommt es trotz durchgängig guter fachlicher Praxis vor, dass Produkte aufgrund vorliegender Analyseergebnisse von QS beanstandet werden müssen.
Machen Sie mit: Die Hummel-Challenge vom 20. Juni bis 3. Juli 2024
Die Hummel-Challenge findet einmal im Frühjahr und einmal im Sommer statt. Während im Frühjahr vor allem Hummel-Königinnen erfasst werden, geht es nun im Sommer, vom 20. Juni bis 3. Juli, darum, möglichst viele verschiedene Hummeln auf unterschiedlichen Pflanzen zu fotografieren.