Spanische Kirschen erobern den chinesischen Markt

Fachgruppe OBSTBAU
1754

Spanische Kirschen sind nun offiziell bereit, in den chinesischen Obstregalen zu debütieren. Wie das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung mitteilte, wurde nach der Unterzeichnung des Pflanzenschutzprotokolls Anfang April nun Anfang des Monats der entsprechende Auditprozess abgeschlossen. Das Abkommen ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

Das spanische Ministerium erklärte, dass das Abkommen einen langwierigen Verhandlungsprozess abschließe, verbunden mit einer Vorabprüfung durch die chinesischen Behörden. So führte die chinesische Generalzollverwaltung (AGA Videoaudits durch und wählte Obst- und Verpackungsanlagen aus, um die Einhaltung der vereinbarten phytosanitären Standards zu überprüfen. Das spanische Ministerium wird nun im Rahmen des vereinbarten Protokolls alle Phasen der Kirschverarbeitung überwachen, einschließlich der Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und des Transports.

Nur Früchte von registrierten Obstplantagen kommen für die Ausfuhr in Frage. Die AGA hat am 14. August ein Verzeichnis der spanischen Betriebe veröffentlicht, die für den Export von Kirschen in das Hoheitsgebiet des asiatischen Riesen zugelassen sind. Das ermöglicht den Betrieben sofortige kommerzielle Lieferungen.

Bedeutung als Exportziel wächst
Der Schritt, spanische Kirschen nach China zu lassen, erweitert das Portfolio des europäischen Landes an Exportprotokollen für pflanzliche Produkte mit Peking. Seit Juni 2018 haben Spanien und China 11 bilaterale Protokolle für Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse unterzeichnet, u.a. für Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Pflaumen, Tafeltrauben, Kakis und Mandeln.

China ist für Spanien mittlerweile wertmäßig der neuntgrößte Agrar- und Lebensmittelexportmarkt und nach Großbritannien und den USA der drittgrößte außerhalb der EU. Im Jahr 2024 exportierte Spanien Agrar- und Lebensmittelprodukte im Wert von 2,17 Milliarden US-Dollar nach China und erwirtschaftete einen Handelsüberschuss von 294 Millionen US-Dollar.

Der chinesische Kirsch-Wahn blüht weiter
Die Liebe des asiatischen Riesen zum roten Steinobst ist gut dokumentiert. Kirschen gelten im Reich der Mitte als Luxusartikel und werden oft als teure Geschenke verschenkt. In den letzten Jahren hat die Entwicklung des E-Commerce zu einer erhöhten Produktverfügbarkeit geführt, so dass die Nachfrage gesund bleibt.

Zwischen 2015 und 2018 war China einer der wichtigsten Exportmärkte für amerikanische Kirschen. In den letzten zwei Jahren hat sich die Aufmerksamkeit der US-amerikanischen Kirschenproduzenten jedoch aufgrund besserer Preise auf Vietnam, Südkorea und Japan verlagert, sodass trotz einer starken Ernte im Bundesstaat Washington die Exporte nach China voraussichtlich zurückgehen werden – auch aufgrund der anhaltenden Vergeltungszölle, die die chinesische Regierung auf US-Kirschen verhängt hat und die sich weiterhin auf die Handelsströme auswirken.

Aktuell dominieren Kirschen aus Chile den chinesischen Markt, fast 90 % der Produktion exportiert das südamerikanische Land nach China. Laut dem Jahresbericht des USDA über Steinobst sind die chilenischen Kirschexporte dorthin im Jahr 2024 um 44 % gestiegen - eine Zahl, die nach Prognosen des Unternehmens im Jahr 2025 weiter steigen soll. Das Überangebot an chilenischen Kirschen führte zu Beginn der Saison 2025 übrigens zu einem Preisverfall, der sich auf chinesische Gewächshauskirschen auswirkte – eine gängige Anbaupraxis im Land der Mitte.

Über den Autor

Quelle: Freshfruitportal

News & Infos

News & Infos

Ziel: Resiliente und krisenfeste Landwirtschaft

Deutschland und Frankreich vereinbaren enge Zusammenarbeit in zentralen Fragen europäischer Landwirtschaftspolitik

BMEL
6474
News & Infos

Zahl der Ausbildungs-Neuabschlüsse im Gartenbau weiter gesunken

Mit Sorge nimmt der Berufsstand die neuen Ausbildungszahlen im Gartenbau zur Kenntnis. Laut BiBB-Auswertung ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2022 um 13,1 % zurück.

ZVG
6200
News & Infos

Obstanbau in Südtirol zu Unrecht diffamiert

Auf Basis einer Pressemeldung des „Umweltinstituts München“ haben kürzlich die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk und der (neue) Tagesschau-Podcast „11 KM“ die Apfelproduktion an den Pranger gestellt.

Südtiroler Arbeitsgruppe Landwirtschaft
6605
News & Infos

Kost und Logis

Saisonkräfte unterbringen und verpflegen

Christine Schonschek
0
News & Infos

Fruchtwelt Bodensee: Wichtige Kommunikationsplattform in schwierigen Zeiten

Die Fruchtwelt Bodensee in Friedrichshafen öffnete in diesem Jahr außerplanmäßig vom 13. bis 15. Januar 2023 ihre Tore.

Dr. Annette Urbanietz
0
News & Infos

Mittelempfehlungen und Hinweise zum Pflanzenschutz in Steinobst 2023

Stand: 16. Januar 2023

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

Glyphosat kann 2023 eingesetzt werden

Wie erwartet hat die EU-Kommission den Herbizidwirkstoff Glyphosat bis zum 15. Dezember 2023 - also um genau ein Jahr - verlängert.

BayerCropScience
7456
News & Infos

Erschwernisausgleich für Pflanzenschutzauflagen in Schutzgebieten genehmigt

Im Rahmen des sog. „Insektenschutzpakets“, wurden Anwendungsverbote für Herbizide und Insektizide in Naturschutzgebieten ausgesprochen. Noch im Jahr 2020 hatte die Bundesregierung Ausgleichszahlungen für betroffene Betriebe beschlossen.

Fachgruppe OBSTBAU
7397
News & Infos

Landwirtschaftliche Alterskasse: Beitrag steigt infolge höheren Durchschnittsentgelts

In der Alterssicherung der Landwirte (AdL) gelten ab 2023 neue Beiträge. In den alten Bundesländern steigt der für Unternehmer geltende Beitrag um 16 Euro auf 286 Euro (Vorjahr: 270 Euro) im Monat.

SVLG
7696
News & Infos

Mittelempfehlungen und Hinweise zum Pflanzenschutz in Strauchbeeren 2023

Stand: 21. Dezember 2022

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

Viele Herausforderungen, aber auch Chancen für deutsches Beerenobst

Rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren vom 7. bis 10. November zum Beerenobstseminar I nach Grünberg gekommen.

Michael Schotten
0
News & Infos

Echte Entlastung bei der Lagerung von Äpfeln! Gesetzentwurf zur Strompreisbremse hat erste Lesung im Bundestag passiert

Am 2. Dezember 2022 hat sich der Bundestag in der ersten Lesung mit den von den Regierungsfraktionen eingebrachten Gesetzentwürfen zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme sowie zur Einführung einer Strompreisbremse beschäftigt.

Joerg Hilbers
6852
Anzeige