Rund 30 Landwirte und landwirtschaftliche Berater in Deutschland testen in einem Pilotprojekt die neue Pflanzenschutz-App „AgriGuide“.
Zu der Anwendung, die der europäische Pflanzenschutzverband CropLife Europe in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Agrar e. V. (IVA) entwickelt hat, gehören eine Smartphone-App und ein Internetangebot. In Form eines sogenannten „digitalen Etiketts“ bündelt AgriGuide für den Anbauer alle notwendigen Informationen, die für die sachgerechte und nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu beachten sind. Ab 2025 sollen die AgriGuide-App und das Webtool allen Landwirten in Deutschland zur Verfügung stehen.
Sachgerecht – und weniger Papierkram Im Pflanzenschutz gibt es eine Vielzahl an komplexen Herausforderungen. Die Anwendung hängt nicht zuletzt von der Situation am Feld ab, beispielsweise von anliegenden Gewässern oder den aktuellen Windverhältnissen. Viele Zulassungsdaten liegen heute noch nicht online maschinenlesbar und tagesaktuell in einer Datenbank verfügbar vor. Dies erfordert ein aufmerksames Lesen des Produktetiketts vor einer Pflanzenschutzmittel-Anwendung. Außerdem sind ergänzend die Hinweise des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder die jeweiligen Produktseiten der Hersteller auf Aktualität der Zulassungsdaten zu prüfen. Dies soll sich mit AgriGuide nun ändern. Damit soll für Landwirte zukünftig jede Menge unnötiger Papierkram entfallen, indem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einfacher, sicherer und in Übereinstimmung mit den Anwendungsbestimmungen erfolgt und entsprechend dokumentiert werden kann. Zukünftig sollen Anbauer per App bequem alle Informationen zur sachgerechten Anwendung einsehen und auf dem Feld digital gestützt rechtliche Vorgaben einhalten können. Zeitgleich sinkt der Dokumentationsaufwand dank digitaler Erfassung.
So funktioniert AgriGuide: In der ersten Ausbaustufe soll der Anwender alle relevanten Pflanzenschutz-Anwendungsinformationen über digital lesbare Etiketten, zum Beispiel durch Scannen des Produktetiketts, erfassen. In weiteren Ausbaustufen soll AgriGuide zusätzlich situationsspezifische Anwendungsanleitungen liefern. Der Anwender erhält dann für sein spezifisches Feld Hinweise, unter welchen Auflagen das gewählte Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden darf. Darüber hinaus soll AgriGuide zukünftig die Erfassung von Pflanzenschutz-Maßnahmen und damit die von der EU-Kommission geforderte „elektronische Aufzeichnung“ der Pflanzenschutzmittel-Anwendung unterstützen. Hierzu soll über eine Schnittstelle die Interoperabilität mit Farm Management Informationssystemen (FMIS) und Maschinen hergestellt werden können. Alle erfassten, gesammelten Daten bleiben jedoch Eigentum des Anwenders. Die Verwendung von AgriGuide ist kostenfrei und wird ab nächstem Jahr allen Interessierten zur Verfügung stehen.
Mit Sorge nimmt der Berufsstand die neuen Ausbildungszahlen im Gartenbau zur Kenntnis. Laut BiBB-Auswertung ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2022 um 13,1 % zurück.
Auf Basis einer Pressemeldung des „Umweltinstituts München“ haben kürzlich die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk und der (neue) Tagesschau-Podcast „11 KM“ die Apfelproduktion an den Pranger gestellt.
Im Rahmen des sog. „Insektenschutzpakets“, wurden Anwendungsverbote für Herbizide und Insektizide in Naturschutzgebieten ausgesprochen. Noch im Jahr 2020 hatte die Bundesregierung Ausgleichszahlungen für betroffene Betriebe beschlossen.
In der Alterssicherung der Landwirte (AdL) gelten ab 2023 neue Beiträge. In den alten Bundesländern steigt der für Unternehmer geltende Beitrag um 16 Euro auf 286 Euro (Vorjahr: 270 Euro) im Monat.
Am 2. Dezember 2022 hat sich der Bundestag in der ersten Lesung mit den von den Regierungsfraktionen eingebrachten Gesetzentwürfen zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme sowie zur Einführung einer Strompreisbremse beschäftigt.