“Ökologische sowie soziale Verantwortung in allen Prozessen verankern“

REWE tritt internationaler Nachhaltigkeitsinitiative SIFAV bei

Fachgruppe OBSTBAU
2809

Lebensmittel in Deutschland enthalten nur selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oberhalb der geltenden Rückstandshöchstgehalte. Dies zeigt die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichte „Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2024“. Insgesamt 16.423 Lebensmittelproben wurden auf derartige Rückstände untersucht. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil an Proben ohne quantifizierbare, also messbare und in Zahlen erfassbare Rückstände um 10 % gestiegen. Die Hälfte der untersuchten Proben weist keine quantifizierbaren Rückstände auf.

“Die Sorte selbst und die Herkunft des Erzeugnisses sind entscheidende Faktoren“, sagt BVL-Präsidentin Professorin Gaby-Fleur Böl. In Mais und Spargel beispielweise seien in nur einem kleinen Anteil an Proben überhaupt Rückstände von Pflanzenschutzmitteln quantifiziert worden. Bei Grapefruits oder Kirschen hingegen waren Rückstände im überwiegenden Teil der Proben messbar. Aber selbst bei Lebensmitteln mit quantifizierbaren Rückständen wurden in häufig verzehrten Lebensmitteln wie Tomaten, Kartoffeln oder Äpfeln 2024 kaum oder gar keine Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte nachgewiesen.
Die meisten Überschreitungen (bei Lebensmitteln mit mindestens 100 untersuchten Proben) gab es bei Mangos (16,3 %), Paprika-Fruchtgewürz (11,7 %) und Grünkohl (8,4 %).

Unterschiede in Abhängigkeit von der Herkunft
„Wir sehen seit Jahren, dass die Herkunft der Erzeugnisse großen Einfluss darauf hat, ob und in welchem Umfang Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar sind“, so Professorin Böl. Während lediglich bei 1,0 % der beprobten Erzeugnisse aus Deutschland und bei 1,5 % der Proben aus anderen EU-Staaten Überschreitungen der geltenden Rückstandshöchstgehalte auftraten, liegt dieser Anteil bei Erzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern bei 6,7 %. Doch auch hier zeige sich ein positiver Trend: „Im Jahr 2024 weisen Erzeugnisse aus Drittländern 1,8 % weniger Überschreitungen als im Vorjahr auf.“ Die Quote für Erzeugnisse aus Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten ist nahezu konstant geblieben. 80,1 % der Proben aus ökologischem Anbau wiesen keine quantifizierbaren Rückstände auf, bei konventioneller Ware waren es 45,9 %.

Mehrfachrückstände
Heutzutage verwendete Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wirken gezielt auf bestimmte Schaderreger. Je nach Befallssituation werden daher verschiedene spezifische Pflanzenschutzmittel angewendet. Wirkstoffwechsel sind auch notwendig, um zu verhindern, dass sich Resistenzen ausbilden und somit bestimmte Schaderreger nicht mehr bekämpft werden können. Wie in den Vorjahren wurde bei etwa einem Drittel aller untersuchten Proben daher erwartungsgemäß mehr als ein Wirkstoff nachgewiesen. Bei einigen Lebensmitteln mit mehr als 100 untersuchten Proben wiesen mindestens drei Viertel der Proben Mehrfachrückstände auf. Dies betraf vor allem Kirschen, Grapefruits, Birnen, Rucola, Tafeltrauben, Erdbeeren, Orangen, Aprikosen, Äpfel, Petersilie, Bananen, Heidelbeeren, Paprika, Mangos, Pflaumen, Melonen, Zitronen, Gurken, Broccoli, Bohnen mit Hülsen, Tomaten, Auberginen, Grünkohl und Tees.

Hintergrund
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln sind nur dann zulässig, wenn sie die geltenden Rückstandshöchstgehalte nicht überschreiten und demnach gesundheitlich unbedenklich sind. Eine Überschreitung des festgesetzten Rückstandshöchstgehalts ist aber im Umkehrschluss nicht gleichbedeutend mit einem gesundheitlichen Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Festsetzung eines Höchstgehaltes erfolgt ausgehend von der Menge an Rückständen, die bei ordnungsgemäßer Anwendung des Pflanzenschutzmittels zu erwarten ist. Ein Risiko für die Gesundheit darf dabei nicht gegeben sein. Daher können die Rückstandshöchstgehalte deutlich unterhalb der gesundheitlichen Bedenklichkeit liegen.
Die in Laboren der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer untersuchten Lebensmittelproben stammen aus überwiegend risikoorientiert durchgeführten Kontrollen. Im Jahr 2024 wurden 16.359 Proben in mehr als 6,3 Millionen Analysen auf 1.064 verschiedene Stoffe untersucht.

Über den Autor

Quelle: sifav.com

News & Infos

News & Infos

Bundesrat fordert Korrekturen bei der Pflanzenschutzmittel-Zulassung

Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 eine Entschließung des Freistaats Sachsen zur Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln angenommen.

Fachgruppe OBSTBAU
531
News & Infos

„Starke regionale Ernährung“ ist ernährungspolitisches Ziel

Eine gute und ausgewogene Gemeinschaftsverpflegung in Schulen und Kitas, Kantinen und Mensen als ernährungspolitisches Ziel seines Ministeriums - und welche Rolle lokale und regionale Versorgungsstrukturen dabei spielen können, das erklärte Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) anlässlich des Deutschen Ernährungstages 2026.

Fachgruppe OBSTBAU
552
News & Infos

Die EU-Apfelimporte gewinnen in Brasilien an Boden

Die Vereinigung der polnischen Obst- und Gemüsehändler haben just in einer Meldung berichtet, dass die steigende Nachfrage nach Äpfeln in Brasilien gute Absatzchancen für europäische Lieferanten bietet.

Fachgruppe OBSTBAU
1412
News & Infos

Bundeskabinett beschließt Änderung des Düngegesetzes

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) will ein stärker am Verursacherprinzip orientiertes System für die Düngung unserer Äcker und Felder auf den Weg bringen.

Fachgruppe OBSTBAU
1529
News & Infos

Co-op nimmt importierte Erdbeeren aus dem Sortiment und bietet nur noch heimische an

Die britische Supermarktkette Co-op hat angekündigt, ab dieser Woche ausschließlich englische Erdbeeren anzubieten und ist damit die erste Kette, die nur noch heimische Erdbeeren im Sortiment hat.

Fachgruppe OBSTBAU
1320
News & Infos

Agrarchemie: Geringes Wachstum, große Unsicherheit

Auch wenn im Wirtschaftsjahr 2025 der Pflanzenschutzmarkt nach dem Abwärtstrend der vergangenen Jahre wieder leicht gewachsen ist und sich die Düngemittelabsätze, von einem historischen Tief kommend, in der Düngesaison 2024/25 stabilisierten...

Fachgruppe OBSTBAU
990
News & Infos

Aktuelle Umfrage des BMUKN zur Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie – machen Sie mit!

Unter der Überschrift „Wasser in Deutschland – Was denken Sie?“ führt das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aktuell eine Umfrage zur Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie durch.

Fachgruppe OBSTBAU
1387
News & Infos

Pflanzenschutzmittel-Zulassung: BMLEH hält an UBA-Status fest

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) hält am Status des Umweltbundesamts (UBA) bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln fest. Eine Bundesratsinitiative des Freistaats Sachsen, den Einfluss der Behörde zu schmälern, ändert daran nichts.

Fachgruppe OBSTBAU
1103
News & Infos

Spanien: Erdbeerpreise unter Druck

Das gestiegene spanische Angebot konkurriert in Deutschland mit dem ebenfalls wachsenden lokalen Angebot, dessen Nachfrage trotz höherer Preise steigt. Nach zwei Wochen mit einem explosionsartigen Anstieg der in Huelva vermarkteten Erdbeermengen stagnierte der Markt laut des jüngsten „Monitoring-Bericht.

Fachgruppe OBSTBAU
1591
News & Infos

Nitratbelastung im Grundwasser

Am Ende eines jeden Vierjahreszeitraums ist Deutschland aufgefordert, der Europäischen Kommission einen Bericht zur Nitratbelastung des Grundwassers vorzulegen. Die erste Mitteilung erfolgte 1996, inzwischen wurde 2024 der 8. EU-Nitratbericht veröffentlicht.

Fachgruppe OBSTBAU
954
News & Infos

Niederlande: Bio-Angebot in Supermärkten erstmals rückläufig

Das Angebot an frischem Bio-Obst und -Gemüse in großen niederländischen Supermarktketten ist erstmals seit Jahren gesunken. Das berichtet die Organisation PAN-NL (Pesticide Action Network Nederland) auf Grundlage ihrer jährlichen EKO-Zählung, bei der das Sortiment in dutzenden Filialen führender Lebensmittelhändler untersucht wird.

Fachgruppe OBSTBAU
915
News & Infos

Foodtrends aktuell

Die aktuelle Esskultur bewegt sich zwischen Tradition und neuen Verhaltensweisen. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Initiative „Too Good To Go“ über drei Generationen zeigt: Frisch kochen bleibt weit verbreitet, zugleich unterscheiden sich die Generationen in ihrer Neugier, in ihrem Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdaten und in der Nutzung digitaler Angebote.

Fachgruppe OBSTBAU
1155
Anzeige