Importe aus der Türkei und vom Balkan setzen Kirschpreise unter Druck
Die deutsche Kirschernte läuft auf Hochtouren. Dabei befinden sich die Preise im indirekten Absatz auf einem extrem niedrigen und für Erzeuger ruinösem Niveau. Einige Genossenschaften und Fruchtgroßhändler haben in den vergangenen Tagen die Annahme von Freilandware zeitweise eingeschränkt oder ganz gestoppt, weil eine Vermarktung vielfach nicht mehr möglich war.
Die angespannte Marktlage ist auf das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zurückzuführen. Zum einen gelangten in diesem Jahr deutlich größere Importmengen, insbesondere aus der Türkei, auf den deutschen Markt als im Vorjahr. Hinzu kamen preisgünstige Lieferungen aus Spanien und mehreren Balkanstaaten. Diese zusätzlichen Mengen haben den Markt erheblich belastet.
Zum anderen fällt die deutsche Kirschernte in vielen Anbaugebieten überdurchschnittlich gut aus. Die insgesamt hohe Verfügbarkeit heimischer Ware traf damit auf einen bereits durch Importe gut versorgten Markt.
Zusätzlichen Druck verursachte der außergewöhnliche Witterungsverlauf der vergangenen Wochen. Hitze und Trockenheit führten in vielen Regionen zu einer beschleunigten Reifeentwicklung. Die Sortenstaffelung verlief deutlich kompakter als in normalen Jahren, sodass mehrere Sorten nahezu gleichzeitig geerntet werden mussten. Dadurch entstanden Erntespitzen mit zeitweise erheblich größeren Angebotsmengen. Höhere Preise können im indirekten Absatz, wenn überhaupt, derzeit lediglich für außergewöhnlich große und qualitativ hochwertige Partien aus dem geschützten Anbau erzielt werden.
Ein weiterer Faktor ist das Verhalten des Lebensmitteleinzelhandels. Sowohl Discounter als auch Vollsortimenter haben Kirschen in den vergangenen Wochen verstärkt als Aktionsware angeboten. Dabei spielte die regionale Herkunft häufig nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen standen preisgünstige Importpartien im Mittelpunkt der Werbeaktionen. Dies erhöhte den Wettbewerbsdruck auf die heimische Ware zusätzlich.
Positiv ist allerdings, dass durch die umfangreichen Werbeaktionen und die attraktiven Verbraucherpreise offensichtlich erhebliche Mengen Kirschen abgesetzt werden konnten. Damit dürfte ein großer Teil der aktuell am Markt befindlichen Ware bereits bewegt worden sein. Gleichzeitig wird sich das verfügbare Angebot in den kommenden Wochen voraussichtlich deutlich reduzieren.
Für die späteren Sorten bestehen deshalb Chancen auf eine Marktbelebung. Insbesondere die hochwertige Spätsorte Regina lässt sich mithilfe moderner Lagertechnik mit erhöhten CO₂-Gehalten über einen längeren Zeitraum bei hoher Fruchtqualität lagern und bedarfsgerecht vermarkten. Dadurch kann die deutsche Kirschsaison – wie bereits in den vergangenen Jahren – bis weit in den August hinein verlängert werden.
News & Infos
Polen ist Ägyptens größter Handelspartner für Äpfel
Der polnische Parlamentsabgeordnete und Präsident des polnischen Obstbauverbandes, Mirosław Maliszewski, gab kürzlich im Rahmen einer Konferenz zur Kampagne "Zeit für europäische Äpfel" einen Überblick über die wachsende Nachfrage Ägyptens nach europäischen Äpfeln.
Huelva stellt neuen Rekord bei Beerenexporten auf
Die spanische Provinz Huelva erreichte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 einen Rekordwert bei den Beerenexporten - mit einem Gesamtumsatz von 1,101 Milliarden EUR, was einer Steigerung von 10,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit festigt die Region ihre Dominanz bei den Beerenexporten und treibt Andalusiens Erfolg auf den Weltmärkten voran.
„Neue Kultur des Dialogs angestrebt“
Mit dem Deutschen Innovationspreis Gartenbau werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedes Jahr hervorragende, beispielgebende Innovationen im Gartenbau ausgezeichnet. Ab jetzt können sich Betriebe für 2025 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 17. März 2025.
Innovationspreis Gartenbau 2025
Mit dem Deutschen Innovationspreis Gartenbau werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedes Jahr hervorragende, beispielgebende Innovationen im Gartenbau ausgezeichnet. Ab jetzt können sich Betriebe für 2025 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 17. März 2025.
385 Millionen Pestizidvergiftungen??? - Ein Schauermärchen ohne Substanz
Seit einigen Jahren geistert eine erschreckende Zahl durch zahlreiche Medien, aber auch durch staatliche Dokumente: 385 Millionen Menschen weltweit erleiden angeblich jedes Jahr Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel. Aber stimmt die Zahl überhaupt?
Handelskrieg mit China könnte zu großen Verlusten für kalifornische Nussproduzenten führen
Ein Ökonom der University of California prophezeit, dass ein Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China für den Bundesstaat zu Handelsverlusten in Höhe von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr führen könnte.
BMEL fördert innovative Projekte zur Stärkung regionaler Lebensmittel
Transparente, regionale und nachhaltige Lebensmittelerzeugung ist für viele Verbraucher zunehmend wichtig. Dabei besagt der Ernährungsreport 2024 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dass 77 % der Deutschen darauf achten, dass ihre Lebensmittel aus ihrer Region kommen.
Bayern investiert 16 Millionen Euro in 30 neue Forschungsprojekte für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft
Forschung in der Land- und Forstwirtschaft ist wichtig, unter anderem um auch in Zukunft genug Lebensmittel für alle zu produzieren, trotz Klimawandels und begrenzter Ressourcen. Forschung hilft, Ernten zu verbessern, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und die Umwelt zu schonen.
46,5 Millionen Euro Frosthilfen für den Obst- und Weinbau
Der Weg ist endlich frei für Frosthilfen für deutsche Obst- und Weinbaubetriebe. Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat am 11.11.2024 die „Verordnung für Beihilfen wegen Frostschäden für bestimmte Agrarerzeuger im Jahr 2024“ unterzeichnet.
Erntestatistik 2024 in Thüringen
Anlässlich des diesjährigen Landeserntedankfestes am 6. Oktober 2024 in Mühlhausen wirft das Thüringer Landesamt für Statistik traditionell einen Blick auf die verfügbaren Ergebnisse des aktuellen Erntejahres. Die erzielten Hektarerträge für Feldfrüchte fielen je nach Fruchtart differenziert aus.
Gute Argumente für die Sozialversicherungsprüfung
Die Sozialgerichte argumentieren bei Sozialversicherungsprüfungen immer häufiger zu Gunsten der Arbeitgeber und zu Lasten der Deutschen Rentenversicherung. Ausgangssituation äußerst belastend: Sozialversicherungsprüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) sind für Arbeitgeber von Saisonarbeitskräften häufig mit Stress verbunden.
Italien: Neue Regeln für Saisonarbeit
Die italienische Regierung will die Vorschriften für die Beschäftigung von Saisonarbeitern aus Drittstaaten überarbeiten. Das Kabinett hat am 2. Oktober eine Anpassung der derzeit geltenden Vorschriften beschlossen.