Die EU-Kommission hat am 22. Juni 2022 einen Vorschlag für eine neue Pflanzenschutzverordnung vorgelegt (SUD), s. auch Pressemitteilung der Europäischen Kommission im Anhang. Für die Verordnung sind u. a. folgende Maßnahmen und Ziele geplant:
Halbierung des Risikopotentials durch Pflanzenschutzmittel (Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015-2017)
Halbierung des Einsatzes von gefährlicheren Pflanzenschutzmitteln (Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015-2017)
Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in sensitiven Gebieten (z.B. NSG, Natura 2000, FFH).
Ziel dieser Vorschläge ist es, „…den Verlust an biologischer Vielfalt in Europa zu stoppen…“, eine dauerhafte Ernährungssicherheit zu gewährleisten und unsere Gesundheit zu schützen“.
Das entsprechende Schreiben der EU können Sie hier einsehen
Aus Sicht der Bundesfachgruppe Obstbau sind die genannten Maßnahmen nicht geeignet, diese Ziele im Obstbau zu erreichen. Vielmehr werden sie das Gegenteil bewirken.
Eine Reihe unabhängiger wissenschaftlicher Untersuchungen der vergangenen Jahre hat eine außergewöhnlich hohe Biodiversität in Obstanlagen nachgewiesen. So sind einige Naturschutzgebiete erst entstanden, weil dort Obstbau betrieben wird. Wesentliche Unterschiede in der Artenvielfalt zwischen konventionell-integrierter und ökologischer Produktionsweise konnten in drei vergleichenden Forschungsvorhaben nicht festgestellt werden.
Das Potential zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in dem Modellvorhaben „Demonstrationsbetriebe Pflanzenschutz“ untersucht. Im Ergebnis dieser Untersuchungen war eine Einsparung von Pflanzenschutzmitteln über das notwendige Maß kaum möglich. Nur im Rückblick hätte man auf einzelne und wenige Maßnahmen verzichten können, damit jedoch die Produktionssicherheit massiv gefährdet.
Ihre Rückmeldung zu dem Verordnungsentwurf
Die EU gibt Institutionen, Betrieben und Einzelpersonen die Möglichkeit, bis zum 22. August 2022Rückmeldungen zu dem Verordnungsentwurf zu geben. Als Bundesfachgruppe Obstbau und über unsere Trägerverbände haben wir uns entsprechend beteiligt. Aufgrund der extremen Betroffenheit des Obstbaus halten wir darüber hinaus eine breite Beteiligung von Betrieben und Einzelpersonen für erforderlich. Bitte beachten Sie jedoch, dass nur individuell formulierte Stellungnahmen beachtet werden.
Unter folgendem Link können Sie bis zum 22. August 2022 Ihre Betroffenheit ausdrücken:
Im Schuljahr 2024/25 erhielten Kinder an mehr als 143.000 Schulen innerhalb der EU insgesamt 61.570 t frisches Obst und Gemüse über das EU-Schulprogramm.
Ab dem 1. Januar 2027 ist eine elektronische und maschinenlesbare Erfassung von Pflanzenschutzmaßnahmen gesetzlich verpflichtend. Um die Umsetzung für die Land-, Forst- und Weinwirtschaft sowie den Gartenbau und die Baumschulen so einfach wie möglich zu gestalten, hat das Julius Kühn-Institut (JKI), die Anwendung DiPAgE entwickelt, die kostenfrei angeboten wird.
Die Monopolkommission warnt anlässlich der Übernahme von 178 tegut-Standorten durch Edeka vor der hohen Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme mit Auflagen genehmigt.
Automatisierte Systeme und Robotik eröffnen der Landwirtschaft neue Chancen: Sie können Arbeitsabläufe effizienter gestalten, Kosten senken und Landwirtinnen und Landwirte im Betriebsalltag entlasten.
Zwei junge Frauen, eine Mission: Den Bodenseeapfel und die Menschen dahinter ins Rampenlicht rücken. Anna Steffelin (20) aus Ittendorf und Emelie Lanz (19) aus Tettnang sind die neuen Bodensee-Apfelhoheiten.
Unlautere Handelspraktiken können landwirtschaftliche Betriebe und andere Lieferanten erheblich unter Druck setzen: etwa durch kurzfristige Stornierungen, einseitige Vertragsänderungen oder verspätete Zahlungen.
Ein Verbund von Verbänden aus dem Grünen Bereich hat auf OpenPetition die Initiative „Damit regionale Lebensmittel Zukunft haben” gestartet. Die Verbände fordern eine Reform der Genehmigungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium zeichnet jedes Jahr besondere Innovationen im Gartenbau mit dem Innovationspreis Gartenbau aus. Die Preise werden im Rahmen des Deutschen Gartenbautages des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) verliehen. Dieses Jahr war neben autonomen Feldrobotern und einem konsequent torffreien Produktionssystem auch die Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) unter den Preisträgern.