Gartenbauwissenschaften: Neue Studienrichtung an der Universität Hohenheim

Fachgruppe OBSTBAU
246

Wie können wir gartenbauliche Kulturen nachhaltig anbauen und dabei Wasser und Nährstoffe effizient nutzen? Wie kann man mit innovativen Anbaumethoden dem Klimawandel begegnen und gleichzeitig die Produktivität steigern? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Studienrichtung „Gartenbauwissenschaften“ im Bachelorstudiengang Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Ob Gemüse und Obst, Wein und Hopfen oder Arznei- und Gewürzpflanzen – der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst. Seit dem Sommersemester 2026 ergänzt daher die neue Studienrichtung das Portfolio der Agrar-Studiengänge. Zwei neue Professuren sowie eine starke forschungsnahe Infrastruktur schaffen beste Voraussetzungen für eine praxisorientierte Lehre.
Mit der neuen Studienrichtung „Gartenbauwissenschaften“ im Bachelorstudiengang Agrarwissenschaften hat die Universität Hohenheim ein passgenaues Angebot für einen Arbeitsmarkt geschaffen, der händeringend Nachwuchs sucht. „Der Bedarf ist deutlich: Wir müssen mehr qualifizierte Fachkräfte ausbilden“, so der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften Prof. Dr. Ralf Vögele. „Deshalb bietet die neue Studienrichtung ein gartenbaulich geprägtes Lehrangebot mit eigenem Curriculum.“

Chancenreich und vielfältig
Das speziell zugeschnittene Lehrangebot zu Gartenbauwissenschaften decke mit eigenen Modulen ein breites Spektrum ab – von regionalen bis hin zu internationalen Fragestellungen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Themen wie nachhaltiger Gemüse-, Obst- und Weinbau, Gartenbautechnik sowie pflanzenbauliche und wirtschaftliche Grundlagen.
„Wir integrieren naturwissenschaftliche, technische, wirtschaftliche und soziale Aspekte“, erläutert der Dekan. „Bereits heute bilden Studium und Forschung an der Universität Hohenheim diese Bandbreite ab. In Zukunft wird dieser Bereich weiter gestärkt.“ Das Angebot bereitet Studierende praxisnah auf Tätigkeiten in Produktion, Management und Verwaltung oder Forschung vor. Und auch die Gartenbauforschung in Hohenheim reicht von Fragestellungen vor der eigenen Haustür bis hin zu internationalen Herausforderungen. Dabei spielen auch soziale und entwicklungspolitische Fragen eine Rolle.

Zwei neue Professuren als Fundament
Den wissenschaftlichen Kern der Studienrichtung bilden die beiden neu eingerichteten Professuren Gartenbausystemtechnik und Gartenbauwissenschaften. „Sie übernehmen zentrale Lehrangebote und fördern zugleich die Forschung im gesamten Bereich Gartenbau“, erklärt der Dekan.
Die Professur „Gartenbauwissenschaften“ widmet sich dem breiten Spektrum gartenbaulicher Kulturen. Der Schwerpunkt von Prof. Dr. Margita Hefner liegt im Obst- und Gemüsebau. Seit ihrer Promotion in Dänemark untersucht sie, wie Nährstoffkreislauf, Biodiversität und Umweltauswirkung im Gemüseanbausystem nachhaltig verbessert werden können.
In der Professur „Gartenbausystemtechnik“ stehen technische Innovationen, Automatisierung, Digitalisierung und ressourceneffiziente Produktions- und Nachernteprozesse entlang der Wertschöpfungskette im Fokus. Das besondere Interesse von Prof. Dr. Heike Mempel gilt der Pflanzenproduktion der Zukunft – insbesondere Vertical Farming bzw. Indoor Farming.

Herausragende Infrastruktur für Forschung und Lehre
„Gestützt wird die Forschung durch eine in Deutschland wohl einmalige Infrastruktur, die Theorie, experimentelle Forschung und praktische Ausbildung eng verzahnt“, berichtet Vögele. Dazu zählt insbesondere die Versuchsstation Agrarwissenschaften, die über ganz Baden-Württemberg verteilt Anbauversuche auf fast 800 ha ermöglicht.
Das hochmoderne Phytotechnikum als künftig größtes Forschungsgewächshaus Europas schafft kontrollierte Umgebungsbedingungen für experimentelle Pflanzenforschung. Der Lehrgarten der Fakultät Agrarwissenschaften bietet praxisnahe Lernorte.
Nicht zuletzt existieren mit dem Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau (ZBG) und dem Zentrum für Ökologischen Landbau der Universität Hohenheim (ZÖLUH) etablierte Einrichtungen, die praxisnahe Forschung zur ökonomischen Steuerung und zu nachhaltigen Anbausystemen bündeln.
„Zusammen eröffnet diese Infrastruktur ideale Bedingungen, um Studierenden fundierte Praxiserfahrungen zu vermitteln und gleichzeitig die gartenbauliche Forschung voranzutreiben“, hält Vögele abschließend fest.

Über den Autor

Quelle: Uni Hohenheim

News & Infos

News & Infos

QS-Modul FIN

Als stufenübergreifendes Prüfsystem für frische Lebensmittel sowie als zentrale Branchenplattform bietet QS mit dem Nachhaltigkeitsstandard Freiwillige QS-Inspektion Nachhaltigkeit (FIN) einen einheitlichen und benutzerfreundlichen Lösungsansatz für die gesamte Wertschöpfungskette von Obst, Gemüse und Kartoffeln.

Fachgruppe OBSTBAU
6569
News & Infos

Studie zu den Chancen und Risiken des Obst- und Gemüsebaus in Deutschland: Neue aktualisierte Fassung

Viele von Ihnen kennen die Studie des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft zu den Chancen und Risiken des Obst- und Gemüsebaus in Deutschland aus dem vergangenen Jahr bereits aus Berichten, Vorträgen und Diskussionsrunden.

Fachgruppe OBSTBAU
6760
News & Infos

Bis 28. Februar 2025 um Forschungsförderung bewerben

Auch 2025 sucht die QS-Gesellschaft wieder innovative Forschungsansätze und Ideen für die Wertschöpfungskette Obst, Gemüse, Kartoffeln. Über eine Ende Dezember veröffentlichte Ausschreibung ruft der QS-Wissenschaftsfonds Obst, Gemüse, Kartoffeln Universitäten, Fachhochschulen und andere Forschungseinrichtungen auf, sich bis zum 28. Februar 2025 um die Finanzierung von Projekten zu bewerben.

Fachgruppe OBSTBAU
5959
News & Infos

Mehrwertsteuer als Hebel für nachhaltige Ernährung?

Die Ernährungssysteme in Deutschland und Europa sind weder gesund noch nachhaltig. Es werden zu viele tierische und zu wenige pflanzliche Produkte konsumiert. In einer umfassenden Folgenabschätzung haben Forscher nun ermittelt, dass eine entsprechende Anpassung der Mehrwertsteuern der Gesundheit, der Umwelt und der Ökonomie zugutekommen würde.

Fachgruppe OBSTBAU
5354
News & Infos

Deutschland wichtige Drehscheiben für den europäischen Markt

In der ersten Februarwoche ist Deutschland wieder Treffpunkt der europäischen und weltweiten Obst- und Gemüsebranche. Die FRUIT LOGISTICA öffnet ihre Tore für Aussteller und Besucher. Deutschland ist nicht nur als Veranstaltungsort attraktiv, sondern für viele Anbieter auch ein wichtiger Zielmarkt.

Fachgruppe OBSTBAU
4875
News & Infos

Frankreich: Intermarché und Netto verpflichten sich, keine Äpfel mehr aus der südlichen Hemisphäre zu beziehen

Am 9. Januar kündigten Intermarché und Netto, die zur Gruppe Les Mousquetaires gehören, eine bedeutende Änderung ihrer Beschaffungsstrategie an: Sie werden keine Äpfel mehr aus Ländern der südlichen Hemisphäre wie Chile und Südafrika beziehen.

Fachgruppe OBSTBAU
5918
News & Infos

Club-Äpfel als zentrales Element der Sortimentsstrategie im Vinschgau

VIP, der Verband der Vinschgauer Obst- und Gemüseproduzenten, hat den Anbau von Club-Äpfeln in der Region kontinuierlich vorangetrieben. Bereits mehrfach wurde deren zunehmende Bedeutung in der strategischen Positionierung dieser südtiroler Erzeugerorganisation hervorgehoben.

Fachgruppe OBSTBAU
5713
News & Infos

Neue Ausbildungszahlen für 2024

Der ZVG sieht die Neuabschlüsse der Ausbildungszahlen im Gartenbau positiv. Laut Auswertung des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2024 zwar um 4 % zurück - damit aber insgesamt weniger als im Vergleich zwischen 2022 und 2023.

Fachgruppe OBSTBAU
5395
News & Infos

Nutzen Sie das Weiterbildungsangebot der Winterveranstaltungen!

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

Zukunftskommission Landwirtschaft veröffentlicht strategische Leitlinien und Empfehlungen „Zukunft Landwirtschaft“

Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat kürzlich ihre strategischen Leitlinien für die künftige Agrarpolitik vorgelegt. Unter der Überschrift „Zukunft Landwirtschaft. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe in schwierigen Zeiten“ betont das Gremium die dringende Notwendigkeit, innovative Lösungen für eine nachhaltige Agrar- und Ernährungspolitik zu entwickeln.

Fachgruppe OBSTBAU
7369
News & Infos

Umweltauswirkungen pro Produkt, nicht pro Hektar bewerten

Wenn wir Europa in ein Paradies für ökologischen Landbau verwandeln, geschieht dies auf Kosten der Natur auf anderen Kontinenten.“ Dies konstatieren Olivier Honnay, Wannes Keulemans, Gerard Govers und Tessa Avermaete, Mitglieder einer akademischen Arbeitsgruppe, die das Thema Ökologischer Anbau seit mehr als zehn Jahren untersucht.

Fachgruppe OBSTBAU
5359
Anzeige