Das Bundeslandwirtschaftsministerium zeichnet jedes Jahr besondere Innovationen im Gartenbau mit dem Innovationspreis Gartenbau aus. Die Preise werden im Rahmen des Deutschen Gartenbautages des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) verliehen. Dieses Jahr war neben autonomen Feldrobotern und einem konsequent torffreien Produktionssystem auch die Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) unter den Preisträgern. Sie erhielt die begehrte Auszeichnung in der Kategorie „Pflanze“. Die Jury wählte die ZIN „für ihre Züchtung allergenarmer Äpfel über Mal d 1-ELISA-Selektion als multidisziplinäres Entwicklungsvorhaben und für die Entwicklung des Marketingkonzeptes POMPUR®“ aus.
Der ZIN, einem Zusammenschluss von 170 Obstbauproduktionsbetrieben, Obsthandelsbetrieben und einer Erzeugerorganisation, ist es gelungen, in Partnerschaft mit der Hochschule Osnabrück und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen im Rahmen eines innovativen und aufwendigen Züchtungsprogrammes zwei allergenarme Apfelsorten zu züchten, die für eine Produktion im modernen Erwerbsobstbau geeignet sind (OBSTBAU berichtete).
Grundlage des Zuchtprogramms war das im Rahmen der Deutschen Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) geförderte Projekt „All-Arm – Züchtung allergenarmer Äpfel", das von 2016 bis 2021 durchgeführt wurde. Zunächst wurde ein effizientes laboranalytisches Verfahren entwickelt, mit dem dann tausende Nachkommen aus dem Zuchtprogramm der ZIN auf einen möglichst geringen Mal d 1-Gehalt hin selektiert wurden. Natürlich erfolgte zeitgleich eine Prüfung möglicher Kandidaten hinsichtlich ihrer Eignung für den Erwerbsobstbau (z.B. Aussehen, Geschmack, Ertrag, Krankheitsanfälligkeit und Lagerfähigkeit). An der Charité in Berlin wurden alle selektierten Sortenkandidaten anschließend klinisch an Apfelallergikern getestet. Daraus gingen zwei Genotypen hervor, die zur Zertifizierung durch die ECARF (European Centre for Allergy Research Foundation) eingereicht wurden. Sie erhielten nach weiterer umfangreicher Prüfung schließlich das sogenannte ECARF-Siegel, eine Zertifizierung für Allergiker-freundliche Produkte. Die Markteinführung dieser beiden Sorten erfolgte im Herbst 2025 unter der Dachmarke Pompur®.
Die Entwicklung der allergenarmen Apfelsorten stellt laut der Jury ein herausragendes Kooperationsprojekt dar, das innovative, umfangreiche und langwierige Arbeiten ermöglichte, die äußerst konsequent bis zur tatsächlichen Markteinführung verfolgt wurden. Die Verfügbarkeit von allergenarmen Apfelsorten mit Eignung für den Erwerbsobstbau sei sowohl für die betroffenen Menschen wie auch den Obstbau äußerst relevant. Die Züchtung solcher Sorten stelle insbesondere aufgrund der langen Generationsdauer von Äpfeln eine erhebliche züchterische und unternehmerische Herausforderung dar, die gewürdigt werden müsse.
Nach der Auszeichnung mit dem FRUIT LOGISTICA Innovation Award Anfang des Jahres ist dies nun also die zweite Auszeichnung für Pompur® im laufenden Jahr. Seit der Markteinführung im November letzten Jahres sind bereits 500 t verkauft worden. Wir gratulieren!
Der Einsatz der Agri-Photovoltaik (Agri-PV) in der Landwirtschaft ist eine innovative Antwort auf die Probleme unserer Zeit. Das Potenzial dieser Technologie kann jedoch nur ausgeschöpft werden, wenn die Betriebe auch bereit sind, sie einzusetzen.
Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Forschungsprojekt »Smarte Automatisierungssysteme und -services für den Obstanbau an der Niederelbe« (=SAMSON) wurde nun offiziell gestartet.
Mit Sorge nimmt der Berufsstand die neuen Ausbildungszahlen im Gartenbau zur Kenntnis. Laut BiBB-Auswertung ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September 2022 um 13,1 % zurück.
Auf Basis einer Pressemeldung des „Umweltinstituts München“ haben kürzlich die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk und der (neue) Tagesschau-Podcast „11 KM“ die Apfelproduktion an den Pranger gestellt.
Im Rahmen des sog. „Insektenschutzpakets“, wurden Anwendungsverbote für Herbizide und Insektizide in Naturschutzgebieten ausgesprochen. Noch im Jahr 2020 hatte die Bundesregierung Ausgleichszahlungen für betroffene Betriebe beschlossen.
In der Alterssicherung der Landwirte (AdL) gelten ab 2023 neue Beiträge. In den alten Bundesländern steigt der für Unternehmer geltende Beitrag um 16 Euro auf 286 Euro (Vorjahr: 270 Euro) im Monat.