Das Mercosur-Abkommen: Umstrittener denn je
Mercosur-Staaten sind die Mitglieder des südamerikanischen Handelsblocks, aktuell Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolivien. Sie haben 1991 eine Zollunion gegründet mit dem Ziel eines freien Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs. Durch das geplante Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union würde nun eine der weltweit größten Freihandelszonen mit über 715 Mio. Einwohnern (EU: 447 Mio. / Mercosur: 270 Mio.) entstehen.
Spanien: „katastrophal und sehr schädlich Für die Landwirte in Murcia“
Der landwirtschaftliche Berufsverband ASAJA Murcia in Spanien bewertet das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur als zweifellos „katastrophal und sehr schädlich für die Landwirte in Murcia und ganz Spanien“, wie kürzlich Francisco Seva Rivadulla, ein internationaler Agrar- und Ernährungsjournalist, berichtete. Er zitierte Juan de Dios Hernández, Präsident von ASAJA Murcia, der anprangerte, dass nicht unter gleichen Bedingungen konkurriert wird. Denn wichtige Aspekte wie Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit, Qualität, Umweltschutz usw. würden nicht eingehalten. Damit sei das Abkommen „ein großer Nachteil und ein großes Übel für die Landwirte in Murcia und Spanien”. Es bedeute einen enormen Rückschlag für die Dynamik im Agrar- und Ernährungssektor und schwäche die Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität der spanischen Exporte auf dem europäischen Markt. Daher könne ASAJA Murcia die Unterzeichnung des Abkommens nicht zulassen. Man werde mit allen Mitteln dagegen kämpfen, damit es nicht unterzeichnet und umgesetzt wird.
Die Entscheidungsfindung seitens der Europäischen Union sei laut Juan de Dios Hernández „ohne vorherige sorgfältige Untersuchung der Schäden für die Produktionssektoren der Mitgliedsländer eine schädliche Aberration“ erfolgt. So wurden nicht alle Organisationen konsultiert, die von den Auswirkungen dieser Vereinbarungen betroffen sind. Der Verbandsvertreter machte deutlich, dass die spanischen Produzenten gegenüber diesen Ländern weder steuerlich noch sozial wettbewerbsfähig seien, da Produktionskosten, Sozialabgaben, Löhne und Steuern viel höher sind als in den Mercosur-Ländern.
Die von COPA-COGECA einberufene und von Produzenten aus allen Ländern der EU unterstützte Mobilisierung in Brüssel habe nun gezeigt, dass die europäische Landwirtschaft sich Gehör verschaffen kann, wenn sie geschlossen auftritt, ergänzte Alfonso Gálvez, Generalsekretär von ASAJA Murcia. Die Verschiebung des EU-Mercosur-Abkommens sei eine direkte Folge dieses kollektiven Drucks gewesen. Man könne die Unterzeichnung dieses Abkommens nicht zulassen, da es die europäischen Produzenten in die Armut treiben werde. Brüssel müsse endlich erkennen, wie schädlich dieses Abkommen sei und dass es einen Rückschritt nicht nur für die spanische, sondern für die gesamte europäische Landwirtschaft bedeute.
Quelle: Freshplaza
Mercosur-Abkommen verabschiedet
Das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur wurde nach monatelangem Ringen vom Europäischen Rat gebilligt, wie Copa Cogeca mittlerweile verlauten ließ.
Trotz der jüngsten Anpassungen der zusätzlichen Schutzmaßnahmen verurteilen die europäischen Landwirtschafts- und Agrargenossenschaftsverbände weiterhin einstimmig dieses Abkommen, das in seinem Kern nach wie vor grundlegend unausgewogen und mangelhaft sei. Nun liege es in den Händen des Europäischen Parlamentes, mit gutem Gewissen über dieses Abkommen abzustimmen. Die Entscheidung des Rates in letzter Minute, die Erklärung zurückzuziehen, die eine vorläufige Umsetzung des Abkommens ausschließt, bevor das Europäische Parlament zu Wort kommen kann, bezeichnete Copa-Cogeca als äußerst besorgniserregend. Denn zuvor war versprochen worden, dass dies nicht geschehen würde. Damit untergrabe man das Vertrauen in die europäische Regierungsführung, die demokratischen Prozesse und die parlamentarische Kontrolle in einer Zeit, in der die Glaubwürdigkeit der Institutionen ohnehin schon auf dem Prüfstand stehe. Sie offenbare auch Nervosität und zeige, dass eine Mehrheit gegen das Abkommen noch möglich/wahrscheinlich sei.
Quelle: Copa/Cogeca
Proteste in Frankreich
Auch wenige Tage vor der Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens in Paraguay setzten die französischen Landwirte ihren Protest gegen die Freihandelszone mit Blockaden und einer Demonstration in Paris fort. Ebenso wie ihre europäischen Kollegen lehnen auch die französischen Landwirte den Handelspakt der EU mit südamerikanischen Staaten ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe fürchten.
Hunderte Traktoren fuhren am Dienstag in die Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur APA berichtet. Angesichts der anhaltenden Proteste stellt die französische Regierung den Landwirten nun weitere Unterstützung in Aussicht, nachdem sie kürzlich bereits Hilfen in Höhe von 300 Mio. Euro angekündigt hatte. So verkündete Agrarministerin Annie Genevard, dass die Regierung an weiteren konkreten Maßnahmen zugunsten der Landwirte arbeite.
Quelle: AIZ Info
Proteste gegen Mercosur auch in Belgien
Das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Ländern trat am Freitag, dem 9. Januar 2026, in Kraft. Doch auch nach der Unterzeichnung der Vereinbarung gingen die Proteste in Belgien weiter. In der vergangenen Woche fanden mehrere Proteste im ganzen Land statt.
Die genauen Ursachen der Proteste sind unklar. Die flämische ABS und die wallonische Fugea bestreiten eine Beteiligung. In den zahlreichen WhatsApp-Gruppen, die nach den Demonstrationen Anfang 2024 entstanden sind, kursieren viele Aufrufe, die zu spontanen Protesten führen.
Quelle: Vilt.be.
Stimmen aus Deutschland
Auch wenn der DBV das Abkommen aus den gleichen Gründen ablehnt: Die deutsche Wirtschaft reagierte nach der Einigung der EU-Staaten auf das Mercosur-Abkommen erleichtert. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner sprach von einem "wichtigen Erfolg" und einem "starken Signal für den Freihandel". Die EU zeige damit geopolitische Handlungsfähigkeit. Auch der Verband der Chemischen Industrie begrüßte die Entscheidung. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup nannte es "einen guten Tag für Europa" und ein Zeichen, dass Europa gestalten wolle. Die Wirtschaft verwies auf konkrete Vorteile. Unternehmen könnten jährlich rund vier Milliarden Euro an Zöllen sparen. Zudem verbessere sich der Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer, etwa für Elektromobilität und erneuerbare Energien.
Quelle: Tagesschau
News & Infos
Das Engagement der Obsterzeuger am Bodensee zeigt Wirkung:
Ohne Bienen keine Äpfel. Insbesondere Wildbienen sind für frühe Sorten elementar, da sie auch bei kühlen Temperaturen fliegen. Seit 15 Jahren setzen sich die genossenschaftlich vermarktenden Obstbauern der Bodenseeregion im Rahmen eines Apfelprojekts aktiv für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt ein.
SVLFG unterstützt Betriebe mit Saisonarbeitskräften
Saisonarbeitskräfte sind bei der Obsternte unentbehrlich. Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) intensiv mit dem Thema Saisonarbeit, um Betriebe und deren Saisonarbeitskräfte bei Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu unterstützen.
Produkt-Piraterie bei Äpfeln:
Laut Experten von EastFruit gehören frisches Obst und Gemüse zu den am wenigsten markengeschützten und markenfähigen Lebensmittelkategorien. Vor diesem Hintergrund fallen die wenigen Ausnahmen von dieser Regel besonders deutlich auf.
Spätfröste in Polen: Es wird keine Rekorderträge geben!
Die Frostnächte im April und Mai haben in Polen an allen Arten von Obstgehölzen erhebliche Schäden verursacht. Am stärksten betroffen sind Süß- und Sauerkirschen. Die Schäden an Apfelbäumen variieren je nach Standort der Obstanlage und Sorte.
Copa-Cogeca: „Die europäische Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit kann zusammenbrechen – wie ein Kartenhaus.“
Der EU-Haushalt im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) soll neu strukturiert werden. Für Landwirte könnte das Haushaltskürzungen bedeuten, denn die Mittel sollen dann auch in die Aufrüstung fließen.
Rückblick auf das Schadenjahr 2024
Anlässlich der 32. ordentlichen Mitgliedervertreterversammlung der VEREINIGTEN HAGEL berichtete Vorstandssprecher Dr. Philipp Schönbach über das vergangene Geschäfts- und Schadenjahr. „Früher als gewöhnlich waren 2024 die ersten schweren Hagelschäden zu verzeichnen.
FIN: QS-Praxistipps Nachhaltigkeit – Biodiversität aktualisiert
Alois Rainer heißt der neue Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der gelernte Metzger stammt aus Straubing in Niederbayern, ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er war von 1996 bis 2013 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Haibach und ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Herbizid Roundup Future: Zulassung derzeit teilweise wieder wirksam
Über eine am 11. März 2025 veröffentlichte Fachmeldung hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitgeteilt, dass die Zulassung für das Pflanzenschutzmittel Roundup Future (Zulassungsnummer: 00A042-00) aktuell nicht wirksam ist.
Alois Rainer neuer Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Alois Rainer heißt der neue Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der gelernte Metzger stammt aus Straubing in Niederbayern, ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er war von 1996 bis 2013 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Haibach und ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Wie funktioniert Obstbau in der Praxis?
Am 7. Mai 2025 haben die Bundesfachgruppen Obstbau und Gemüsebau zu ihrer jährlichen Informationsfahrt für Behördenvertreter geladen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Mitarbeitern von Ministerien und Zulassungsbehörden, die die Rahmenbedingungen für die Produktion von Obst und Gemüse maßgeblich mitgestalten, aber oft wenig Praxisbezug haben, die praktischen Belange und Probleme im Integrierten und ökologischen Anbau live und vor Ort zu erläutern.
Berufsständische Standpunkte dargelegt
Am 7. Mai 2025 traf sich der Bundesausschuss Obst und Gemüse gleich zum Auftakt der neuen Bundesregierung mit MdB‘s der CDU und potentiellen Mitgliedern des neuen Agrarausschusses auf dem Obstgut Müller in Wesendahl vor den Toren von Berlin.
Erdbeeranbau in Huelva zieht Tausende von Arbeitskräften an
Die Erdbeersaison hat in Huelva begonnen - der Region, in der fast 98 % der spanischen Erdbeeren produziert werden. In diesem Jahr wird mit einer Produktion von 221.412 Tonnen gerechnet, das sind ca. 9 % weniger als im Vorjahr.