Bundesrat fordert Korrekturen bei der Pflanzenschutzmittel-Zulassung

Fachgruppe OBSTBAU
2334

Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 eine Entschließung des Freistaats Sachsen zur Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln angenommen. Damit unterstreicht er die notwendige Korrektur bei den Kompetenzen in der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und greift zugleich die strukturellen Probleme im nationalen Zulassungssystem auf. Damit macht der Bundesrat deutlich, dass nach administrativen Verbesserungen nun auch die rechtlichen Zuständigkeiten angepasst werden müssen.

In den vergangenen Monaten wurden wichtige administrative Fortschritte erzielt, etwa durch beschleunigte Verfahren und den Abbau von Verfristungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung. Diese Verbesserungen waren notwendig, reichen jedoch nicht aus, um die strukturell bestehenden Probleme im System nachhaltig zu lösen.
Die fortbestehenden strukturellen Hemmnisse führen zu Verzögerungen und fehlender Planbarkeit und verursachen Wettbewerbsnachteile für deutsche Antragsteller. Insgesamt wird Deutschland dadurch zu einem unattraktiven Zulassungsstandort. Dazu zählt insbesondere der derzeitige Einvernehmensstatus des Umweltbundesamts (UBA), der in der Praxis zu Blockaden im Zulassungsverfahren führt.

Der Bundesratsbeschluss unterstreicht damit zentrale Forderungen des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA), nach der Optimierung der Verfahren nun auch die Rechtsgrundlage für ein ausgewogenes Zulassungssystem mit klaren Zuständigkeiten und einer gestärkten zentralen Zulassungsbehörde zu schaffen. „Der Bundesrat setzt ein klares Signal: Das UBA-Veto muss weg“, sagt IVA-Präsident Michael Wagner. „Das Umweltbundesamt hat eine de facto‑Kompetenz als Genehmigungsbehörde, obwohl es lediglich eine Bewertungsbehörde ist. Das ist ein Webfehler im Pflanzenschutzgesetz“, ergänzt Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer des IVA. Der Beschluss des Bundesrats zeige, dass nach administrativen Verbesserungen nun strukturelle Korrekturen notwendig seien. Die Bundesregierung sollte diesen Appell nutzen und die notwendigen Änderungen im Pflanzenschutzgesetz zügig voranbringen.

Über den Autor

Quelle: Industrieverband Agrar e. V.

News & Infos

News & Infos

Einhefter Steinobst

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

Einhefter Pflanzenschutz

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

LWK Niedersachsen gewinnt EIP Germany Video Award für Obstbau-Projekt im Alten Land

Das Pflanzenschutzmanagement-Projekt ALVO-TECH-TRANSFER leistet einen Beitrag zur Erhaltung von Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Obstbaus in Niedersachsen.

Jantje Ziegeler
10316
News & Infos

Büchertipps

Fachgruppe OBSTBAU
0
News & Infos

Bienen und ihre Gesundheit: Ihre Meinung ist gefragt!

In den letzten Jahren beobachten wir mit Beunruhigung die schwindende Zahl von Wildbienenpopulationen.

Anna-Maria Bleile
8882
News & Infos

Ruhiger Saisonauftakt bei Äpfeln

Der Start in die Apfelsaison 2021/22 verlief ruhiger als erwartet.

Helwig Schwartau
8780
News & Infos

-

Wie kann die Forschung dabei helfen, den Apfelanbau in Zeiten des Klimawandels zukunftsfähig zu machen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer online-Veranstaltung des JKI-Instituts.

Fachgruppe OBSTBAU
28
News & Infos

Start in die Winterveranstaltungen:

Fachgruppe OBSTBAU
28
News & Infos

Kolloquium: „Pflanzenschutz im Obstbau im Wandel der Zeit“

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bereichs Pflanzenschutz im Obstbau hatte das Julius Kühn-Institut (JKI) am 13. September 2021 in den gerade fertig gestellten repräsentativen Neubau am Standort Dossenheim geladen.

Dr. Annette Urbanietz
10259
Anzeige