Diskussionen über Preise, Absatzentwicklungen und Marktaussichten begleiten den Obstbau seit jeher.
Besonders in den letzten Wochen und Monaten, in denen der Apfelmarkt für die Erzeuger desaströse Ausmaße angenommen hat, wird immer wieder die Frage gestellt, welche Rolle eigentlich die Bundesfachgruppe Obstbau im Marktgeschehen einnehmen sollte.
Eindeutig ist es nicht unsere Aufgabe, in Marktprozesse einzugreifen, Produktionsmengen zu steuern oder unternehmerische Entscheidungen einzelner Betriebe zu lenken. Die Verantwortung für Vermarktung und betriebliche Ausrichtung liegt bei den Unternehmen und ihren Vermarktungsorganisationen.
Trotzdem spielen Situation und Entwicklung der Obstmärkte für unsere berufsständische Arbeit eine große Rolle. Wer die Interessen der Obstbaubetriebe vertreten will, muss die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kennen, verstehen und benennen.
Deshalb beobachten wir Märkte, Ernteentwicklungen und internationale Wettbewerbsbedingungen sehr genau. Unser Podcast vom 19. Juni 2026 zu den Frostschäden in Polen hat bei sehr vielen Obstbauern großen Anklang gefunden und unsere Pressemitteilung zum Preiskampf des LEHs bei Erdbeeren fand die gewünschte Beachtung in den Medien.
Wir analysieren Produktionskosten (z. B. mit einem Gutachten zu den Standardeinkommenssätzen der SVLFG), begleiten Veränderungen in den Anbausystemen und greifen aktuelle Entwicklungen in unseren Seminaren, Fachveranstaltungen und in dieser Zeitschrift auf. Unser Ziel ist nicht, Entscheidungen vorzugeben, sondern den Betrieben die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie für ihre eigenen unternehmerischen Entscheidungen benötigen.
Marktbeobachtung ist deshalb kein Selbstzweck. Sie schafft Transparenz. Sie liefert die Grundlage für politische Forderungen. Und sie hilft dabei, die Leistungen des heimischen Obstbaus gegenüber Politik, Handel und Verbrauchern sichtbar zu machen.
Die Bundesfachgruppe wird auch künftig keine Marktsteuerung betreiben. Aber sie wird weiterhin aufmerksam den Obstmarkt beobachten, Entwicklungen einordnen, Missstände benennen und die Interessen der Obstbaubetriebe mit Nachdruck vertreten. Denn gute Entscheidungen benötigen gute Informationen – und genau dazu wollen wir unseren Beitrag leisten.
Über den Autor
Claus Schliecker, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau und Joerg Hilbers, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau.
Zum 25-jährigen Jubiläum war Deutschland offizielles Partnerland der Messe. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen (BVEO) hat dieses Projekt engagiert in die Hand genommen.
Gemeinsam mit dem Verband der Landwirtschaftskammern veranstaltet die Fachgruppe Obstbau seit fast fünfzig Jahren äußerst erfolgreich Tagungen für die Beratungskräfte im Obstbau.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat Anfang September ihr Integriertes Umweltprogramm 2030 präsentiert und damit umgehend einen Sturm der Kritik ausgelöst.
Als die Delegiertenversammlung 2015 beschloss, die Finanzierung der dringend notwendigen Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit für den deutschen Beeren-, Kern- und Steinobstanbau aus der Solidargemeinschaft der deutschen Obstbaufamilien zu stemmen, war der Optimismus unter der Verbandsvertretern groß.
Arbeitnehmer in Deutschland bekommen künftig einen höheren gesetzlichen Mindestlohn. Die Lohnuntergrenze steigt Anfang 2017 von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde.