Unser Obstbau im Wandel

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
7072

Wir setzen die gemeinsame Artikelserie mit der Vereinigten Hagelversicherung in dieser Ausgabe fort.

Zusammen haben wir in den letzten Wochen einige Betriebe besucht und mit den Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern über das Thema „Obstbau 2020“ gesprochen. Die Vielfalt unserer Branche zeigt sich auch in den unterschiedlichen Betrieben mit stark abweichenden Betriebsleitertypen und deren stark variierenden Einschätzungen und Meinungen zu den aktuellen und zukünftigen Rahmenbedingungen und die daraus folgenden betrieblichen Entwicklungsschritte. Diese kurzen Vorstellungen sind bei weitem keine Betriebsvorstellung im eigentlichen Sinne. Die persönlichen und betrieblichen Einschätzungen mögen teilweise sogar provozieren – in jedem Fall regen sie zum Nachdenken an. Dr. Hildegard Garming und Dr. Walter Dirksmeyer vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft entwickeln anhand statistischer Auswertungen ein Bild vom Obstbau der Zukunft. Weitere Artikel für unsere Serie liegen bereits vor und uns wird zunehmend klar, dass die Entwicklung des deutschen Obstbaus von Jahr zu Jahr an Dynamik und Geschwindigkeit zunimmt. Als Branche, als Verband und auch als Fachmagazin müssen wir deshalb noch aufmerksamer sein, schneller reagieren und viel mutiger werden.

Werbung für deutsches Obst – wichtige Entscheidungen stehen an

Es gilt weiterhin der Grundsatzbeschluss, dass sich die Fachgruppe Obstbau aktiv um Werbung für deutsches Obst kümmern soll. Unumstritten kostet Werbung Geld. Und wer bestimmen will, welche Werbung in welcher Form gemacht wird, muss diese auch bezahlen. Die Frage der Finanzierung ist also für die Entwicklung eines Konzeptes von entscheidender Bedeutung. Unsere Landesverbände müssen zusammen mit jedem einzelnen Obstbaubetrieb diese Entscheidungen treffen.

Niedrige Preise, das einschnürende Korsett des Mindestlohns, die kaum zu kontrollierende Kirschessigfliege, die besorgniserregende Zulassungssituation bei Pflanzenschutzmitteln, die zunehmenden Wetterkapriolen, die kritischen Hausbanken, eine wenig verlässliche Politik – all dies und viel mehr bestimmt aktuell unser Denken und Handeln. Und jetzt sollen wir auch noch Geld für Werbung ausgeben, von der niemand weiß, ob sich das auch auszahlen wird.

Wir sind wieder beim Zukunftsthema! Seriös vorhersagen kann den Erfolg unseres Engagements in Sachen Werbung für deutsches Obst niemand. Aber sicher ist doch, dass wir es nie sicher wissen werden, wenn wir es nicht in Angriff nehmen. Der Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti hätte uns vielleicht folgende Empfehlung gegeben: „Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“

Im August findet die nächste Vorstandssitzung der Fachgruppe Obstbau statt und hier soll eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, aus der hervorgeht, ob und wie viel Geld in ein Werbebudget fließen soll. Die Delegierten der Fachgruppe müssen dieses dann im November beschließen. Die Vorstände unserer Landesverbände schätzen die Bereitschaft der Betriebe, sich mit einem halben oder vielleicht sogar fünf bis zehn Euro pro Hektar Betriebsfläche an einem gemeinsamen Werbeetat zu beteiligen, sehr unterschiedlich ein. Aber die Reaktionen auf unseren Leitartikel im April und die vielen Gespräche, die wir mit Kolleginnen und Kollegen zu diesem Thema geführt haben, geben uns ein positives Bild vom Willen und Engagement des deutschen Berufsstandes.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Werbung ist ein heikles Thema, denn ungewiss bleibt stets, ob sich die Investition lohnt – wir stehen am Anfang. Können wir als Berufsstand unseren Worten und Wünschen auch Taten folgen lassen? Jede einzelne Stimme aus dem deutschen Obstbau zählt. Fragen, Antworten und Reaktionen nehmen wir und Ihre Landesverbände gerne entgegen.

Jens Stechmann                            Jörg Disselborg
- Bundesvorsitzender -                 - Geschäftsführer - 

 

Editorials

Editorials

Wenn gute Pläne ihre eigene Umsetzung verhindern

Haben wir überhaupt noch Spielraum für eigene Entscheidungen?

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6227
Editorials

Nettomindestlohn und Bruttomindestlohn – jetzt sind wir alle gefordert!

Der Mindestlohn war im Wahlkampf ein zentrales Thema für alle Parteien, um der gesamtgesellschaftlichen Situation Rechnung zu tragen.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6412
Editorials

Wir haben die Agrarindustrie satt!

Unter dem Motto „Wir haben es satt“ sind am 18. Januar 2014 anlässlich der Grünen Woche rund 25.000 Demonstranten in Berlin zusammengekommen, um für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft zu demonstrieren.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6350
Editorials

Gedanken zum Jahreswechsel

Gedanken zum Jahreswechsel sind stets ein Wechselspiel aus Rückblick und Vorblick.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6402
Editorials

Liebe Leserinnen und Leser

nach 10 Jahren als Vorsitzender des Bundesauschusses Obst und Gemüse (BOG) endete am 22. Oktober 2013 die Amtszeit von Gerhard Schulz.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6684
Editorials

Regionalität – eine messbare Größe oder nur ein Gefühl?

Verknappung steigert den Wert von Rohstoffen, Konsumgütern oder Lebensmittel und auch von Zeit.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6405
Editorials

Die Würfel sind gefallen – die Richtung ist noch unbestimmt

Es ist der Abend des 22. September – der große Wahlsonntag

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6437
Editorials

Damit die Wahl nicht zum Würfelspiel wird

Ist ein Würfelspiel besser als eine bewusste Wahlentscheidung?

Bleibt uns nichts weiter, als die Würfel so zu nehmen, wie sie fallen?

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6202
Editorials

Kooperation statt Konfrontation – freiwilliges Engagement nicht bestrafen

Als Produzenten von gesunden und sicheren Nahrungsmitteln leisten Obstbaubetriebe auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Landschaftsbildes.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6536
Editorials

Hochwasserhilfe 2013

Wir alle verfolgen die immer noch dramatischen Bilder des Hochwassergeschehens mit großer Betroffenheit.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6840
Editorials

Wir halten immer noch nach

Achten Sie einmal auf Ihre Reaktionen, wenn Sie dieses Wort lesen: NACHHALTIGKEIT.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6473
Editorials

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) – Wie geht es nun weiter?

Über mehrere Jahre hinweg haben wir uns in zahlreichen Diskussionen und Stellungnahmen in die Ausgestaltung des NAP eingebracht. Am 10. April hat die Bundesregierung ihn nun endgültig verabschiedet.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6930
Anzeige