Neue Versicherungssteuer - geht doch

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2828

Für uns völlig unverständlich plant die Bundesregierung die gesetzliche Festschreibung eines Versicherungssteuersatzes für Mehrgefahrenversicherungenvon 19 Prozent des Versicherungsbetrages.

„Für uns völlig unverständlich plant die Bundesregierung die gesetzliche Festschreibung eines Versicherungssteuersatzes für Mehrgefahrenversicherungen von 19 Prozent des Versicherungsbetrages.
Als ob das Risikomanagement in den Betrieben nicht schon kompliziert genug wäre! Der Obstbau kann nur
mit und in der Natur funktionieren, aber die zunehmend unkalkulierbaren Wetterextreme zerren an den Nerven
der Erzeuger. Die Frage stellt sich, ob das betriebliche Risikomanagement überhaupt noch beherrschbar ist.“
So begann unser Leitartikel der diesjährigen August-Ausgabe von OBSTBAU. Nahezu alle Verbände der Landwirtschaft und des Gartenbaus haben sich gegen die Pläne der Bundesregierung gewandt. Auch die Fachgruppe Obstbau hat auf die negativen Auswirkungen einer erhöhten Versicherungssteuer in zahlreichen Briefen an die Politik aufmerksam gemacht.

Nun hat der Deutsche Bundestag am 25. Oktober 2012 das Verkehrssteueränderungsgesetz verabschiedet,
mit dem auch das Versicherungssteuergesetz geändert wird. Auf Drängen des Berufsstandes wurde darin
eine Änderung zur Besteuerung von Mehrgefahrenversicherungen gegen Hagel, Sturm, Starkregen,
Starkfrost und Überschwemmung aufgenommen. Ab dem 1. Januar 2013 gelten einheitlich für Erntemehrgefahrenversicherungen 0,3 Promilleder Versicherungssumme als Bemessung für die Versicherungssteuer.

Durch den großen Einsatz des Berufsstandes und der Agrarier im Deutschen Bundestag ist es gelungen, die Steuerlast für die Betriebe deutlich zu senken. Die Besteuerung mit 0,3 Promille der Versicherungssumme entspricht einer Besteuerung von rund drei bis vierProzent des Versicherungsbeitrages. Im Gegenzug allerdings wurde dafür die Hagelversicherung, die bisher mit 0,2 Promille der Versicherungssumme besteuert wurde,
leicht auf diese 0,3 Promille angehoben. Mit der neuen einheitlichen Besteuerung der Mehrgefahrenversicherung mit 0,3 Promille der Versicherungssumme haben wir jetzt die Möglichkeit, ein innovatives und eigenverantwortliches Risikomanagement besser aufbauen zu können.

Im Bundesauschuss Obst und Gemüse haben wir im Vorfeld der Beratungen im Bundestag alle Mitglieder des Finanzausschusses um Unterstützung des Berufsstandes gebeten. In der Koalitionsfraktion war bis in die Spitzen hinein und bis zum Bundesfinanzminister eine einheitliche Besteuerung der Mehrgefahrenversicherungen nach der Versicherungssumme mehr als umstritten. Dank der Agrarier im Finanzausschuss und des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages sowie der Schützenhilfe des Bundesrates konnte der Berufsstand durch seinen hartnäckigen Einsatz erreichen, dass im Ziel letztendlich eine einheitliche erträgliche Besteuerung der Mehrgefahrenversicherung durchgesetzt werden konnte. Man kann durch gemeinsames Handeln eben doch Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen.

Nun sind natürlich auch wir gefordert. Durch die Änderungen im Versicherungssteuergesetz wird es kaum noch Adhoc-Zahlungen für Schäden durch Witterungseinflüsse seitens des Bundes und der Länder geben. Die Politik wird immer wieder auf die mögliche Risikovorsorge durch Versicherungslösungen hinweisen. Was wir jetzt brauchen sind Versicherungspakete für den Obstbau, die auf unsere Risiken abgestimmt sind. Der Berufsstand wird die Verantwortlichengern bei der Entwicklung derartiger Konzepte unterstützen. Grundsätzlich kann man allen Berufskollegen nur raten, sich um ein vernünftiges Risikomanagement zu kümmern. Dabei ist betriebsindividuell zu klären, wie hoch die Witterungsrisiken sind und wie sich mögliche witterungsbedingte Ertragseinbußen auf eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit auswirken.

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir schon jetzt ein FrohesWeihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2013!

Jens Stechmann                            Jörg Disselborg
- Bundesvorsitzender -                 - Geschäftsführer - 

Editorials

Editorials

Den Wandel zu unseren Gunsten gestalten

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Fahrt mit dem Traktor? Vielleicht mit dem Opa oder dem Vater? Haben Sie noch das Bild vor Augen, wie der Familienbetrieb zu Ihren Kindergartenzeiten aussah?

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
3279
Editorials

Leitartikel Nr. 111 – und monatlich grüßt das Murmeltier

Mit dem monatlichen Redaktionsschluss sollte auch der Leitartikel für die kommende Ausgabe geschrieben sein.

Jörg Disselborg
2747
Editorials

Olympiade der Clubäpfel

Im Wettlauf um die Belegung der Regale im konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel sind mehr als 50 Clubäpfel bzw. Markenäpfel am Start.

Helwig Schwartau
3264
Editorials

Beratung und Versuchswesen sind wichtige Produktionsfaktoren

Unsere Arbeit steht weiter im Fokus der gesellschaftlichen und politischen Debatte.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
3100
Editorials

Verfügbarkeit von Insektiziden und Weiterentwicklung der Kontrolliert Integrierten Produktion

Eine Delegiertentagung mit einer solchen Fülle weitreichender und richtungsweisender Entscheidungen hatte die Fachgruppe Obstbau schon lange nicht mehr.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2841
Editorials

„Es ist ein Tag des tiefen Nachdenkens, …

…wie es weitergeht in Deutschland.“ So hat die geschäftsführende Bundeskanzlerin Merkel das Scheitern der Sondierungsgespräche für eine Regierungskoalition aus CDU/CSU, den Grünen und der FDP kommentiert.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2933
Editorials

Erntedank

Im Kern soll das Erntedankfest doch zeigen, dass unser täglich Brot eben gar nicht so alltäglich ist, sondern hart erarbeitet werden muss.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
3054
Editorials

Mit Klarheit, Respekt und Argumenten…

Zwei Tage nach der Wahl zum neuen Bundestag schreiben wir diesen Artikel.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2908
Editorials

Gehen Sie wählen!

Am 24. September wählen wir den 19. Deutschen Bundestag. Nur wer wählen geht, kann mitbestimmen.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
3191
Editorials

Es ist eine Frage der Geschlossenheit

Alterntige Ware ist noch auf Lager und die allerersten Frühsorten sind gerade geerntet.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2965
Editorials

Ein Fünkchen Hoffnung bleibt

Schon weit vor dem Ende der aktuellen Saison laufen bereits die Vorbereitungen für die vielen Tagungen, Versammlungen und Seminare des kommenden Winters.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
3004
Editorials

Bessere Risikoabsicherung im Obstbau

Deutschlandweit gibt es keine Region ohne Frostschäden, doch die Schadensausmaße sind sehr unterschiedlich.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
2931
Anzeige