Es steht viel auf dem Spiel
Am 12. und 13. Januar tagt das Forum zum Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, kurz NAP.
Dieses Forum ist ein Gremium aller Interessensgruppen des Pflanzenschutzes und all derer, die von sich denken, hier mitreden zu müssen. Das Forum soll den Fortschritt des NAP überprüfen und Vorschläge für seine Weiterentwicklung erarbeiten. Es stellt auch eine Plattform zur Diskussion relevanter Fragen der Pflanzenschutzpolitik dar. Vielleicht können Sie sich den Verlauf einer Forumssitzung vorstellen, wenn Sie wissen, dass Vertreter aus dem Verbraucherschutz, des Umwelt- und Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und des Gewässerschutzes, der Landwirtschaft, des Gartenbaus und der Forstwirtschaft, des ökologischer Landbaus, der Pflanzenschutzmittelhersteller und der Behörden zusammen an einem Strang ziehen sollen.
Am 10. April 2013 hat die Bundesregierung den aktuellen NAP beschlossen. Grundsätzlich begrüßen wir diesen Aktionsplan und arbeiten aktiv an seiner Gestaltung mit. Der NAP ist auch ein Instrument der Kommunikation und kann bei entsprechender Verwendung zur Aufklärung beitragen. Weil der NAP von der Bundesregierung beschlossen wurde, konnten wir in politischen Diskussionen auch immer auf diesen Plan und seine Inhalte verweisen.
Nach drei Jahren wird für den Sommer 2016 ein Workshop zur Halbzeitbewertung des NAP geplant. Hier startet dann die Diskussion um dessen Weiterentwicklung und Anpassung. Schon jetzt bündeln sich die Kräfte derer, die sich dem Kampf gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verschrieben haben. Die Rahmenbedingungen für deren Anliegen könnten auch kaum besser sein: Die Medien stürzen sich mit Begeisterung auf jede Meldung, die auch nur im Ansatz einen Pflanzenschutzmittel-Skandal suggeriert. Der Verbraucher wird weiter verunsichert. Im Bundestag wollen die Grünen, dass wir alle auf Bio umstellen und auch die SPD wird sich dem Pflanzenschutz im kommenden Bundestagswahlkampf wohl verstärkt widmen. Umweltministerin Hendricks hat seit der Klimakonferenz in Paris enormen Rückenwind und fordert eine komplette Umstrukturierung der Landwirtschaft. Forderungen nach einer gesetzlich festgeschriebenen Mengenreduzierung werden wieder vorgebracht und die Einführung einer Sondersteuer auf Pflanzenschutzmittel wird erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Das Umweltbundesamt wird versuchen, den Einsatz kritischer Mittel nur noch bei Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen möglich zu machen. Nach Spenden gierende und davon abhängige Kampagnenorganisationen wie Greenpeace nutzen dieses Umfeld für deren zweifelhafte Geschäfte und schüren das Feuer der Ahnungslosigkeit wo sie nur können.
Wenn wir nicht motiviert und zuversichtlich wären, hätten wir Ihnen diese Informationen zu Beginn des Jahres sicher erspart. Der deutsche Obstbau hat sich nie gegen Veränderungen und Anpassungen gesperrt. Ganz im Gegenteil: Wir haben stets von uns aus aktiv Weiterentwicklungen der integrierten Produktion betrieben und umgesetzt. Den Herausforderungen, die sich aus den Diskussionen zum NAP zwangsläufig ergeben werden, können wir zweifelsohne selbstbewusst begegnen.
Wir werden Sie und unsere Landesverbände jederzeit auf dem aktuellen Stand halten. Zwischendurch sind Sie herzlich gebeten, die Internetseite des NAP zu besuchen und sich einen Überblick zu verschaffen: www.nap-pflanzenschutz.de
Wir sind eine vergleichsweise kleine Berufsgruppe. Gut ist, dass wir durch den Bundesausschuss Obst und Gemüse mit den Trägerverbänden Deutscher Bauernverband, Zentralverband Gartenbau und Deutscher Raiffeisenverband gut aufgestellt sind. Und doch bleibt die Grundvorrausetzung für ein Bestehen der zukünftigen Aufgaben, dass wir geschlossen als deutsche Obstbauern auftreten. Angefangen in den regionalen Fachgruppen und über die Landesverbände hin zum Bundesverband.
An dieser Stelle danken wir all denen von Herzen, die unsere berufsständische Arbeit nach Kräften unterstützen.
Für 2016 hoffen wir auf ein Jahr ohne Wetterkapriolen. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir alles Glück und Gesundheit. Bei der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen wünschen wir Ihnen und Ihren Betrieben viel Erfolg.
Jens Stechmann Jörg Disselborg
- Bundesvorsitzender - - Geschäftsführer -
Editorials
Der Marktmacht ausgeliefert?
Auch in dieser Ausgabe von OBSTBAU werfen wir in unserer Artikelserie einen Blick in die Zukunft, Schwerpunkt ist das Klima.
Wieder einmal Greenpeace… und Bündnis 90/Die Grünen können es auch nicht besser
Fünf Jahre sind seit der letzten Attacke von Greenpeace auf den Obstbau vergangen.
Unser Obstbau im Wandel
Wir setzen die gemeinsame Artikelserie mit der Vereinigten Hagelversicherung in dieser Ausgabe fort.
Früher war alles besser. Sogar die Zukunft.
Schon Karl Valentin machte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gedanken über die Sehnsucht der Menschen nach einem besseren Morgen.
Dem Problem ein Gesicht geben
In den unzähligen Gesprächen mit Politikern, Behördenvertretern, der Industrie und mit Pressevertretern wird in diesen Wochen immer auch nach den Aussichten für die Obstsaison 2015 gefragt.
Aus dem Vorstand der Fachgruppe Obstbau
Am 17. März 2015 kam der Vorstand der Fachgruppe Obstbau in Berlin zur Frühjahrssitzung zusammen.
Wo Aggression und Resignation aufeinander treffen
Große Enttäuschung, aufkommende Verzweiflung und endloser Frust – dies sind Reaktionen vieler Kolleginnen und Kollegen auf die bürokratischen Anforderungen des Mindestlohngesetzes.
Enttäuschung dann Wut – mehr deutsche Äpfel als gedacht
Nun ist es auch amtlich. Das Statistische Bundesamt schätzt die deutsche Apfelernte für 2014 auf 1,12 Mio. t Äpfel und toppt damit noch die Rekordwerte aus 2000 und 2001.
„Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“ (Albert Einstein)
Das neue Jahr hat begonnen. Bewährtes verfestigt sich. Neues wird in Angriff genommen.
Wir müssen nicht groß drum herum reden…
…bringen wir es auf den Punkt: „Die derzeitigen und kurzfristig schon absehbaren Rahmenbedingungen für den deutschen Obstbau trüben unsere Stimmung.“
Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten
12 Mio. Tonnen Äpfel, einschließlich einer Spitzenernte in Deutschland, Altlasten aus der Ernte 2013, ein Überhang an Überseeäpfeln und letztendlich das russische Embargo erschweren massiv den Start der Apfelsaison 2014/15.
Deutschland – mein Garten Aufruf zur bundesweiten Aktion mit Großplakaten
„Wie geht’s dem Obstbau denn heute so?“ Eine häufig gestellte Frage im Vorbeigehen, die in der Vergangenheit ebenso im Vorbeigehen beantwortet wurde mit „Es geht so – schwierig, aber wir lassen uns nicht unterkriegen!“