Die schwierige bis dramatische Situation vieler Obstbaubetriebe ist von der Politik erkannt worden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will mit dem Geld aus dem dritten Hilfspaket der EU-Agrarreserve vor allem die deutschen Obsterzeuger unterstützen.
Von der ca. 200. Mio. Euro umfassenden Gesamtsumme für die europäische Landwirtschaft gehen 35,77 Mio. Euro nach Deutschland – und zwar in die deutschen Sonderkulturen. Neben dem Obstbau sollen auch der Wein- und Hopfenanbau profitieren. Nach Aussage von Staatssekretärin Silvia Bender kann die Summe vom Bund noch angehoben werden, eine Aufstockung ist aber abhängig von der Zustimmung des Bundesfinanzministeriums. Staatsekretärin Bender betonte anlässlich ihres Besuches im Alten Land, dass der Selbstversorgungsgrad im Obstbau von derzeit ca. 20 % nicht weiter sinken dürfe und die Auszahlung der Krisenhilfe als Zeichen und Signal für den Obstbau zu verstehen sei.
Die Sorgen und Lösungsansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im deutschen Obstbau konnten wir als Bundesfachgruppe vorbringen und diskutieren. Lesen Sie dazu auch den Bericht auf Seite 470 oder hören die Aussagen von Silvia Bender im Originalton in der fünften Folge unseres Podcasts „Obstsalat“. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Ausführungen zum Thema Glyphosat, zur Pflanzenschutzmitttelreduktion und zum Anteil Bio-Produktion.
Sommertagung der Bundesfachgruppe im Rheinland Ein Eckpfeiler der Fachgruppenarbeit ist die jährlich in unterschiedlichen Regionen stattfindende Sommertagung des Vorstands. Veranstalter war in diesem Jahr der Provinzialverband Rheinscher Obst- und Gemüsebauer.
Die Vorstandssitzung konnten wir, empfangen durch die neue Präsidentin Dr. Margareta Bünig-Fesel, in den Räumen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn durchführen. Auf der dort anschließenden Podiumsdiskussion bezogen auch die Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen Silke Gorißen, der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes Bernhard Conzen und der Agrarblogger Dr. Willi Kremer-Schillings (alias „Bauer Willi“) Stellung zur aktuellen Situation im deutschen und rheinischen Obstbau.
Ein ausführlicher Bericht, auch über die anschließenden Betriebsbesuche, folgt in der nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift.
Über den Autor
Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau und Joerg Hilbers, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau.
Die notwendige gesellschaftliche Debatte zu Klimawandel, Umwelt- und Naturschutz wird leider auf vielen Ebenen unmittelbar und unsachlich mit unserer Obstproduktion verknüpft und stellt die Betriebe vor weitere enorme Herausforderungen.
Im erfolgreichsten Volksbegehren der Geschichte Bayerns „Rettet die Bienen“ forderten Anfang des Jahres innerhalb von zwei Wochen fast 1,8 Millionen Menschen ein Gesetz für mehr Umwelt- und Naturschutz.
Die Wahl zum EU-Parlament ist auch für den Obstbau von besonderer Bedeutung, nicht nur aufgrund des Brexits und einer noch nicht geklärten Finanzplanung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020.
In dieser Ausgabe von OBSTBAU finden Sie einen Sonderdruck, der sich mit der Verfügbarkeit von Insektiziden für den Obstbau in Deutschland auseinandersetzt.
Der Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in Bayern zeigt, dass sich Landwirte und Gärtner und der Rest der Bevölkerung noch fremder geworden sind.
„Am Ball bleiben“ bei laufenden Entwicklungen im Bereich der Anbautechnik, der EDV, bei rechtlichen Regelungen und in der Arbeitsorganisation – so muss die Devise lauten.