Bio-Logo für Restaurants, Kantinen und Co. kommt
BMEL setzt auf mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung, um dem Markt für Bio-Produkte aus deutschem Anbau anzukurbeln
Das Bundeskabinett hat die von Minister Cem Özdemir vorlegte Bio-Außer-Haus-Verpflegung-Verordnung (Bio-AHVV) und die Änderung der Öko-Kennzeichenverordnung zustimmend zur Kenntnis genommen. Damit ist der Weg frei für einen klaren Rechtsrahmen, mit dem Unternehmen mit wenig Aufwand Bio in ihren Küchen kennzeichnen können. Auf diese Weise sollen die Gäste in Imbiss und Kantinen ebenso wie im Restaurant auf einen Blick den Einsatz von Bio-Produkten erkennen. Durch diese neue Transparenz auf den Speisekarten können sie sich dann gezielt für Bio auf dem Teller entscheiden – so das Ziel des BMEL.
Nachfrage nach Bio ankurbeln
Ob in den Küchen von Kita oder Krankenhaus, in der Mittagskantine von Betrieben oder dem Essen in Seniorenresidenzen: Mit täglichen 16 Millionen Menüs in der Gemeinschaftsverpflegung sieht das BMEL in der Außer-Haus-Verpflegung ein großes Potential, gesundes und nachhaltiges Essen stärker in der Bevölkerung zu verankern. Daraus werde dann laut Ministerium ein stärkerer Absatz für heimische Produkte erwachsen. Das wiederum sei die Voraussetzung dafür, das Ziel der Bundesregierung, den Anteil Bio-Flächen in Deutschland bis 2030 auf 30 % anzuheben, zu erreichen: Die neue Bio-AHVV soll explizit die Nachfrage nach Bio-Produkten aus Deutschland ankurbeln und damit die Voraussetzung dafür schaffen, dass sich eine Umstellung auf den Bio-Anbau für entsprechend mehr deutsche Anbauer lohnt.
Mit Bio werben
Die Verordnung erlaubt Unternehmen, Zutaten und extern zugekaufte Erzeugnisse in Bio-Qualität zu kennzeichnen und damit zu werben. Im Vergleich zur bisherigen Praxis ist dies durch die Bio-AHVV nun deutlich einfacher und unternehmerfreundlicher geregelt. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass die Verbraucher verlässliche Informationen zum Einsatz von Bio-Produkten in Unternehmen der Gemeinschaftsverpflegung erhalten.
Kernstück der Verordnung zur Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen ist ein neues Kennzeichnen in Bronze, Silber und Gold:
- Bei einem Anteil der Bio-Zutaten und -Erzeugnisse in Höhe von 20-49 % am Geldwert des Gesamtwareneinkaufs darf ein Unternehmen mit dem Bio-AHV-Logo in Bronze,
- bei einem Bio-Anteil von 50- 89 % mit dem silbernen und
- bei einem Bio-Anteil von 90- 100 % mit dem goldenen
Bio-AHV-Logo werben. Zudem können Unternehmen die Bio-Zutaten beispielsweise auf den Speisekarten kennzeichnen und generell damit werben.
Was die Verordnung allerdings nicht vorgibt, ist die Angabe der Herkunft der verwendeten bio-Produkte. Ob Kantinen, Senioreneinrichtungen und Schulmensen, die alle mit einem engen finanziellen Budget arbeiten, dann vorrangig mit bio-Produkten aus deutschem Anbau kochen werden, sei dahingestellt – auch wenn dies vom BMWL erwartet wird.
Zertifizierungsstellen fehlen noch
Die Bio-AHVV wird im Herbst 2023 in Kraft treten. Sobald dann entsprechende Kontrollstellen zur Zertifizierung der Unternehmen für ihre Aufgaben zugelassen sind, können sich Restaurants, Kantinen, Mensen etc. zertifizieren lassen – und so den Einsatz von Bio-Zutaten in ihrer Küche gegenüber den Gästen kommunizieren.
Weitere Informationen
Mehr Informationen zur Gemeinschaftsverpflegung und den Maßnahmen des BMEL finden Sie unter folgendem Link:
https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-ausser-haus-verpflegung.html
Verwandte Artikel
News & Infos
Spanien: Erdbeerpreise unter Druck
Das gestiegene spanische Angebot konkurriert in Deutschland mit dem ebenfalls wachsenden lokalen Angebot, dessen Nachfrage trotz höherer Preise steigt. Nach zwei Wochen mit einem explosionsartigen Anstieg der in Huelva vermarkteten Erdbeermengen stagnierte der Markt laut des jüngsten „Monitoring-Bericht.
Nitratbelastung im Grundwasser
Am Ende eines jeden Vierjahreszeitraums ist Deutschland aufgefordert, der Europäischen Kommission einen Bericht zur Nitratbelastung des Grundwassers vorzulegen. Die erste Mitteilung erfolgte 1996, inzwischen wurde 2024 der 8. EU-Nitratbericht veröffentlicht.
Niederlande: Bio-Angebot in Supermärkten erstmals rückläufig
Das Angebot an frischem Bio-Obst und -Gemüse in großen niederländischen Supermarktketten ist erstmals seit Jahren gesunken. Das berichtet die Organisation PAN-NL (Pesticide Action Network Nederland) auf Grundlage ihrer jährlichen EKO-Zählung, bei der das Sortiment in dutzenden Filialen führender Lebensmittelhändler untersucht wird.
Foodtrends aktuell
Die aktuelle Esskultur bewegt sich zwischen Tradition und neuen Verhaltensweisen. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Initiative „Too Good To Go“ über drei Generationen zeigt: Frisch kochen bleibt weit verbreitet, zugleich unterscheiden sich die Generationen in ihrer Neugier, in ihrem Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdaten und in der Nutzung digitaler Angebote.
Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2027: Jetzt bewerben!
Der Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) startet in die nächste Runde. Ab dem 1. April 2026 können sich Bio-Betriebe bewerben.
Der neue QS FIN-Konfigurator:
Mit der Freiwilligen QS-Inspektion Nachhaltigkeit (FIN) hat QS eine einheitliche Lösung für die gesamte Wertschöpfungskette Obst, Gemüse und Kartoffeln entwickelt.
Wie teuer sind unsere Lebensmittel?
Lebensmittel werden immer teurer – dieses Gefühl beschleicht die Verbraucher schon seit einigen Jahren - und das nicht ohne Grund, denn tatsächlich sind die Preise für Nahrungsmittel zwischen 2021 und 2025 um fast 32 % gestiegen. Was hingegen täuscht, ist der Eindruck, die Preise steigen kontinuierlich und gleichmäßig immer weiter an
Südtirol: Erste Kastanienfachtagung am Versuchszentrum Laimburg
Von der fachgerechten Lagerung über die Bekämpfung der wichtigsten Pflanzenkrankheiten bis zur Modernisierung der Ernte sowie zu Erfahrungen innovativer Betriebe: Das Versuchszentrum Laimburg hat dieses Jahr erstmals eine Kastanienfachtagung organisiert.
Japankäfer: Wie wandert er ein?
In der Schweiz hat Agroscoppe mithilfe von Genomanalysen den Einwanderungsweg der invasiven Japankäfer nachvollzogen. Dabei hat sich gezeigt, dass die die Japankäfer-Populationen in der Schweiz unterschiedliche Herkünfte aufweisen. Das weist auf mehrere Eintrags- und Ausbreitungswege hin.
Globaler Gojibeeren-Markt im Aufwind
Der globale Gojibeeren-Markt steht vor einem deutlichen Wachstum: Gesundheitsbewusste Verbraucher suchen verstärkt nach dem perfekten Superfood. Und da ist der Weg zur Gojibeere nicht weit…
China: Wichtiger Player auf dem globalen Apfelmarkt
Laut Branchenberichten hat China seine Spitzenposition als unbestrittener Motor der globalen Obstindustrie seit Beginn des Entwicklungszeitraums 2021–2025 behauptet. Mit einer jährlicher Apfelproduktion von 51 Mio. Tonnen hat das Land einem erheblichen Anteil am weltweiten Angebot.