Beratung und Versuchswesen sind wichtige Produktionsfaktoren

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6964

Unsere Arbeit steht weiter im Fokus der gesellschaftlichen und politischen Debatte.

Politik und insbesondere Wirtschaft und Handel stellen im Namen der Verbraucher hohe Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Es ist der Anspruch unserer Gesellschaft, sichere Lebensmittel mit hoher Qualität kaufen zu können, die verantwortungsvoll und im nachhaltigen Umgang mit Umwelt und Ressourcen produziert wurden. Aber um dies gewährleisten zu können, müssen sich unsere Leistungen auch in den Preisen für unsere Produkte widerspiegeln. Was ist das denn für ein Wirtschaftsmodell, wenn Gärtner und Landwirte allein die Kosten für die eingeforderten Weiterentwicklungen tragen sollen? Die notwendigen Investitionen müssen alle Partner bis hin zur Ladentheke mittragen. Gelingt das nicht, wird jede gesellschaftliche oder politische Forderung ins Leere laufen. Ein allgemeines Bekenntnis, wonach Lebensmittel mehr wert seien, reicht bei weitem nicht aus.

 

Wichtige Partner für unsere Betriebe sind unsere Berater, deren Empfehlungen auf den Ergebnissen eines unabhängigen, praxisorientierten Versuchswesens beruhen. Sie zeigen uns, welche Möglichkeiten es gibt, Produktionsstrukturen hinsichtlich der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen zu optimieren. Beratung und Versuchswesen sind somit wichtige Produktionsfaktoren und die für die Organisation der Beratung zuständigen Bundesländer ein wesentlicher Teil unserer Produktionskette. Aber die Organisation der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Beratung ist in Deutschland nicht einheitlich. Die Beratung unterliegt einem ständigen Wandel und muss sich anpassen, weil sich zum Beispiel auf EU-Ebene die Agrarpolitik ändert oder Verwaltungsreformen zur Einsparung von Haushaltsmitteln zwingen. Diesem Sparzwang könnte nun auch das Kompetenzzentrum Gartenbau in Klein-Altendorf zum Opfer fallen (bitte lesen Sie auch hierzu das Interview ab Seite 124). Das darf nicht passieren!

 

Der Strukturwandel in unserer Branche ist durch verschiedene Aspekte gekennzeichnet. Die Betriebszahlen nehmen bei steigender Flächenausstattung ab, die Zahl der Familienarbeitskräfte ist rückläufig und die Anzahl der Arbeitnehmer bzw. deren Bedarf steigt. Und nicht zuletzt hat uns das Jahr 2017 vor Augen geführt, dass eine diverse Aufstellung des Betriebes und eine geschickte Einkommenskombination und deren Absicherung immer wichtiger werden. Die im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmittel skizzierten Ziele, die Düngeverordnung, die Wasserrahmenrichtlinie und vieles mehr geben weitere Hausaufgaben. Je komplexer die Aufgaben und Erwartungen werden, desto bedeutender wird die Beratung. Aber während angesichts all der gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in unserem Land der tatsächliche Bedarf an Beratung steigt, wird das Angebot in den Ländern erheblich zurückgefahren. Es gibt durchaus einzelbetriebliche Fragestellungen, für die unsere Betriebe eine Unterstützung im privatwirtschaftlichen Raum suchen müssen. Doch wenn es um gesellschaftliche Interessen und politische Forderungen geht, muss dafür ein staatlich finanziertes und gefördertes Beratungsangebot zur Verfügung stehen.

 

Es kann nicht unsere Aufgabe sein, gesellschaftlich und politisch verursachte Probleme alleine zu lösen und diesen Prozess auch noch alleine zu finanzieren. Wir engagieren uns gerne und optimieren unsere Strukturen und Prozesse hinsichtlich Verbraucher-, Umwelt- und Naturschutz. Das kann nur gelingen, wenn diejenigen, die diese Anforderungen an uns stellen, auch ihren Teil dazu beitragen.

 

 

Jens Stechmann                            Jörg Disselborg
- Bundesvorsitzender -                 - Geschäftsführer - 

 

Editorials

Editorials

Wir haben die Agrarindustrie satt!

Unter dem Motto „Wir haben es satt“ sind am 18. Januar 2014 anlässlich der Grünen Woche rund 25.000 Demonstranten in Berlin zusammengekommen, um für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft zu demonstrieren.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
5977
Editorials

Gedanken zum Jahreswechsel

Gedanken zum Jahreswechsel sind stets ein Wechselspiel aus Rückblick und Vorblick.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6020
Editorials

Liebe Leserinnen und Leser

nach 10 Jahren als Vorsitzender des Bundesauschusses Obst und Gemüse (BOG) endete am 22. Oktober 2013 die Amtszeit von Gerhard Schulz.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6253
Editorials

Regionalität – eine messbare Größe oder nur ein Gefühl?

Verknappung steigert den Wert von Rohstoffen, Konsumgütern oder Lebensmittel und auch von Zeit.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
5981
Editorials

Die Würfel sind gefallen – die Richtung ist noch unbestimmt

Es ist der Abend des 22. September – der große Wahlsonntag

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
5993
Editorials

Damit die Wahl nicht zum Würfelspiel wird

Ist ein Würfelspiel besser als eine bewusste Wahlentscheidung?

Bleibt uns nichts weiter, als die Würfel so zu nehmen, wie sie fallen?

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
5801
Editorials

Kooperation statt Konfrontation – freiwilliges Engagement nicht bestrafen

Als Produzenten von gesunden und sicheren Nahrungsmitteln leisten Obstbaubetriebe auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Landschaftsbildes.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6130
Editorials

Hochwasserhilfe 2013

Wir alle verfolgen die immer noch dramatischen Bilder des Hochwassergeschehens mit großer Betroffenheit.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6414
Editorials

Wir halten immer noch nach

Achten Sie einmal auf Ihre Reaktionen, wenn Sie dieses Wort lesen: NACHHALTIGKEIT.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6073
Editorials

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) – Wie geht es nun weiter?

Über mehrere Jahre hinweg haben wir uns in zahlreichen Diskussionen und Stellungnahmen in die Ausgestaltung des NAP eingebracht. Am 10. April hat die Bundesregierung ihn nun endgültig verabschiedet.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6538
Editorials

Wie ist die Lage in Sachen Feuerbrand?

Trotz umfangreicher Forschungsaktivitäten haben wir bis heute keine durchgreifenden Bekämpfungsverfahren, die ohne antibiotikahaltige Mittel auskommen.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6268
Editorials

Sicherheit, Transparenz, Kontrolle und Qualität oder was hat Pferdefleisch mit dem Obstbau zu tun?

Das Jahr ist noch jung und schon erleben wir einen neuen Skandal um falsch ausgezeichnete Lebensmittel. Wegen des Pferdefleisch-Skandals wurden in Deutschland bereits mehrere Produkte aus dem Handel genommen.

Jens Stechmann, Jörg Disselborg
6247
Anzeige