Leitartikel Januar 2012
Nationaler Aktionsplan - Vergangenes und Positives nicht vergessen!
Im zurückliegenden Jahr 2011 haben wir viele gute und auch schlechte Erfahrungen gesammelt. Einige Fragestellungen, die uns existenziell betreffen, sind noch immer ungeklärt und müssen weiter thematisiert werden. In diesem Jahr erwarten uns zahlreiche kleine und auch große Aufgaben - eine davon ist der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP).
Wie an dieser Stelle schon mehrfach diskutiert, haben die europäischen Gesetzgeber allen Mitgliedsstaaten vorgeschrieben, einen nationalen Aktionsplan zu erarbeiten und umzusetzen. Schon seit dem Jahr 2008 haben wir in Deutschland einen solchen Aktionsplan, der von einem Gremium aller Interessengruppe am Pflanzenschutz überprüft und weiterentwickelt wird, dem "Forum Pflanzenschutz". Die letzte Tagung des Forums Pflanzenschutz fand am 06. und 07. Dezember 2011 in Bonn statt. Die Diskussionen innerhalb des Forums werden durchaus kontrovers geführt. Ist es doch naheliegend, dass die berechtigten Interessen des Obstbaus nicht immer auch im Fokus von Greenpeace oder PAN stehen. Es ist jedoch stets besser, miteinander und nicht übereinander zu reden. Deshalb ist es für uns auch völlig unverständlich, dass eine Reihe von Umwelt- und Verbraucherverbänden das Forum verlassen hat.
Gemäß den Vorgaben der EU- Rahmenrichtlinie sind nun viele Anpassungen des aktuellen NAP erforderlich. Eine grundlegende Änderung besteht darin, dass der neue NAP nicht mehr ein Plan des BMELV ist, sondern der Bundesregierung. Bei der für Oktober 2012 geplanten Verabschiedung des NAP werden alle Regierungsressorts beteiligt. Kritisch werden wir den nächsten Entwurf unter die Lupe nehmen, nachdem Gesundheitsministerium, Umweltministerium und andere Ihre Vorstellungen eingearbeitet haben. Der im Dezember diskutierte Entwurf aus dem Landwirtschaftsministerium enthält aus unserer Sicht viel Positives. So werden der Integrierte Pflanzenschutz und die Beratung in besonderem Maße als Erfolgsfaktoren für die Zielerreichung der Risikominimierung betont. Mit der Hilfe unseres Expertengremiums IP haben wir die obstbaulichen Interessen vertreten. Weil auch die Bundesländer an der Aufstellung des NAP beteiligt werden, sind folgende grundlegende Forderungen von uns allen auch in diese Richtung zu kommunizieren:
Natürlich können wir nicht sagen, ob es in diesem Jahr besser oder schlechter für den deutschen Obstbau wird - anders wird es in jedem Fall. Wir als Verband werden uns dafür einsetzen, dass wir in zwölf Monaten an dieser Stelle schreiben können: 2012 war ein gutes Jahr für den deutschen Obstbau! Für die Unterstützung der berufsständischen Arbeit danken wir unseren Familien und Mitgliedern, allen Funktionsträgern, den Beratern und Behörden, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Für das Jahr 2012 wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und Betrieben: Prosit Neujahr!
Jens Stechmann
Jörg Disselborg
AUSGABE 01/2012
