Leitartikel Dezember 2009
Nationaler Aktionsplan - Delegierte diskutieren Gestaltungsmöglichkeiten
Das Europäische Parlament und der Rat haben nach zweijähriger Debatte eine Richtlinie über einen Aktionsrahmen für die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet. Die EU- Mitgliedsstaaten sind nun verpflichtet, sogenannte nationale Aktionspläne einzuführen oder bestehende anzupassen. Hier müssen quantitative Zielvorgaben, Maßnahmen und Zeitpläne zur Verringerung der Risiken und der Auswirkungen der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln formuliert werden. Eine zentrale Aufgabe für alle Mitgliedsstaaten ist dabei auch die verbindliche Einführung allgemeiner Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes bis zum 01. Januar 2014. Die jetzt vorliegende EU- Rahmenrichtlinie muss in nationales Recht umgesetzt werden.
Die Aufstellung des Planes war Kernpunkt der Diskussionen im Zuge der diesjährigen Delegiertenversammlung. Diese fand am 25. und 26. November in Grünberg statt. Die Delegierten fordern alle an den Diskussionen Beteiligten auf, sich an wissenschaftlich fundierten Fakten zu orientieren. Ideologische Beweggründe dürfen keinen Raum bekommen. Mit Prof. Dr. Volkmar Gutsche, Julius- Kühn- Institut, beriet die Delegiertenversammlung die Umsetzung der EU- Rahmenrichtlinie und der EU- Statistikverordnung und die damit verbundenen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten für die Fachgruppe Obstbau. Mit der EU- Richtlinie gelten die Integrierte Produktion und der ökologische Landbau als Pflanzenschutzverfahren mit geringer Mittelverwendung. Die Delegierten begrüßten diese Gleichbetrachtung beider Produktionsformen. Die Versammlung stellte folgende weitere Grundpositionen in den Mittelpunkt der Diskussion:
Die Fachgruppe Obstbau wird einmal agieren und nicht reagieren und mit besonderem Augenmerk darauf achten, dass die Zielvorgaben praktisch umsetzbar und vermittelbar sind. Die Zielvorgaben müssen bei veränderten Bedingungen auch angepasst werden. Deshalb beteiligen wir uns an vorderster Front an allen Diskussionen und Beratungen im Sinne des deutschen Obstbaus.
Gerhard Kneib
Jörg Disselborg
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12/2009 - Nationaler Aktionsplan - Delegierte diskutieren Gestaltungsmöglichkeiten![]()
AUSGABE 12/2009
