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Leitartikel Januar 2009

Zeichen setzen - Herausforderungen annehmen - Innovativ handeln

Gedanken zum Jahreswechsel bedeuten nicht nur zurückzuschauen, sondern den Blick nach vorne zu wenden, Zeichen der Zeit zu erkennen und daraus die richtigen Konsequenzen ziehen. Den Lauf des Geschehens können wir zwar nicht aufhalten - aber wir können in diesem Lauf deutliche Zeichen setzen.

Viele Zeichen haben wir in 2008 gesetzt:

  • Diskussion zur Erntemehrgefahrenversicherung und Verabschiedung eines entsprechenden Positionspapieres.
  • Begleitung des Themenkomplexes Probabilistik, ebenfalls flankiert durch ein Positionspapier.
  • Festschreiben der Forderung, die Regelung für Saisonarbeitskräfte auf Nicht- EU- Länder auszuweiten
  • Beteiligung im NEPTUN- Projekt und Begleitung der Auswertung
  • Positionierung des Berufsstandes in der Diskussion der Rückstandshöchstwerte und die konstruktive Begleitung der weiteren Verfahrensweisen

Viele dieser Themen müssen auch in 2009 weiter thematisiert werden, weil sachgerechte Lösungen noch nicht erreicht sind. So auch der wohl wichtigste Schwerpunkt der berufspolitischen Arbeit des Jahres: Pflanzenschutz.

Auf nationaler Ebene konnte die Feuerbrandstrategie verlängert werden. Lücken in der Zulassungssituation konnten geschlossen und wichtige Grundlagenuntersuchungen für zukünftige Genehmigungen initiiert werden. Die Fachgruppe Obstbau wirkt an der Fortschreibung des Reduktionsprogramms chemischer Pflanzenschutz der Bundesregierung maßgeblich mit und unterstützt den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Auf europäische Ebene hingen die Beratungen zur Verordnung zum Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Richtlinie über den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie ein Damokles- Schwert über unseren Köpfen. Unermüdliche Einsätze des gesamten Berufsstandes haben dazu beigetragen, den Prozess in konstruktivere Bahnen zu lenken. Bereits Anfang diesen Jahres werden wir genau wissen, welche endgültigen Konsequenzen auf uns zukommen. Wir hoffen auf umsetzbare und nachhaltige Ergebnisse.

Als Fachverband bleibt die Fachgruppe auch weiter die Speerspitze im Dialog mit der Politik, wenn es um die Pflanzeschutzbelange der deutschen Obstbaubetriebe geht.

Ein neues Jahr - ein Wahljahr - hat begonnen. Im Juni wird das Europaparlament gewählt und im September bestimmen wir die Zusammensetzung des 17. Deutschen Bundestages.

Wir werden uns also im Jahresverlauf auf ein neues politisches Umfeld einstellen müssen. Ob dieses Umfeld aus unserer Sicht ein schlechteres oder besseres sein wird, beeinflussen wir mit unserer Wahlstimme. Wahlzeiten bieten stets Chancen, Probleme, Ziele und Forderungen des Berufsstandes an entscheidende Stellen zu transportieren. Das ist unsere Aufgabe und Auftrag!

"Wenn der Wind weht, löscht er die Kerze und entfacht das Feuer." Dieses arabische Sprichwort passt sehr gut zur aktuellen wirtschaftlichen Lage. Einige können verlieren, andere gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das Wort des Jahres 2008 heißt nicht umsonst "Finanzkrise". Die in sämtlichen Medien skizzierten Auswirkungen der Krise mögen sogar negativ überzeichnet sein. Der Obstbau sollte optimistisch ins neue Jahr schauen: Gesundes und sicheres Obst wird an Bedeutung gewinnen und auch in Zukunft ein attraktives Angebot darstellen!

Für die Unterstützung der berufsständischen Arbeit danken wir unseren Familien und Mitgliedern, allen Funktionsträgern, den Beratern und Behörden, mit denen wir zusammenarbeiten. Für das Jahr 2009 wünschen wir Ihnen und Ihren Familien alles Glück und Gesundheit. Ihren Betrieben besonders viel Erfolg!

Gerhard Kneib

Jörg Disselborg

Vergangene Leitartikel aus dem Jahr 2009:

AUSGABE 01/2009
Titelbild OBSTBAU