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Leitartikel Januar 2008

Aufgabenfelder für 2008

Mit dem Jahr 2007 geht eine schwierige Saison für den deutschen Obstbau zu Ende. Schwierig bei der Vermarktung von Steinobst und teilweise auch beim Beerenobst. Nur der Apfelmarkt zeigt eine erfreuliche Tendenz. Dies ist für unsere Betriebe dringend notwendig.

Politische Interessensarbeit wird vielfältiger und internationaler - wie die Diskussionen und Entschlüsse des EU-Parlaments und seiner Ausschüsse in der Pflanzenschutzpolitik zeigen. Besonders bei diesem uns so betreffenden Thema hat sich eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, die Trägerverbände hinter sich zu wissen. Zwar haben wir einen besseren Zugang zu den politischen Verantwortlichen, jedoch werden die Probleme immer komplexer, sodass es schwieriger wird, Zusammenhänge darzustellen und Lösungen abzuleiten.

Wir haben gemeinsam in vielen Bereichen kleine Erfolge und Verbesserungen für unsere Betriebe erreicht. Lösungen, wie z.B. die Feuerbrandstrategie, sachgerecht und doch schwer erkämpft. Besonders dieser Erfolg zeigt, wie wichtig es ist, mit guten Argumenten Diskussionen zu gestalten. Dies gilt auch für Neptun 2007 zu dem wir Obstbauern stehen und das wieder erfolgreich abgeschlossen wurde. Damit unterstützen wir das Bundeslandwirtschaftsministerium in seinen Bemühungen bei der EU-Statistik-Verordnung eine nationale und sachgerechte Umsetzung zu erreichen.

Jetzt ist Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen! Auch für das Jahr 2008 gilt, dass wir alle Möglichkeiten nutzen müssen um den Vertretern von Politik und Verwaltung auf unsere drängendsten Probleme aufmerksam zu machen. Wir müssen weiter überzeugen bei den Themen:

  • Vereinheitlichung und Harmonisierung der europäischen Rückstandshöchstwerte
  • Zulassung von Pflanzenschutzmitteln europaweit durch eine zonale Zulassung mit gleichen Anwendungsbestimmungen
  • Umsetzung der Probabilistik als wissenschaftlich begründete abgesicherte und sachgerechte Abstandsregelung für Raumkulturen.
  • Ausreichend motivierte Saisonarbeitskräfte zur Sicherung der einheimischen Ernte. So fordern wir die Ausweitung der SAK-Regelung auf die Ukraine und Weißrussland. D.h. also, die Verhandlungen mit Nicht EU-Ländern sollten jetzt beginnen, damit bei einer Umsetzung der Freizügigkeit Lösung vorhanden sind
  • Das Thema Mindestlohn steht weiter auf der Tätigkeitsliste ganz oben und fordert unsere Aufmerksamkeit, um unsere spezielle Betroffenheit in die Diskussion mit einzubringen.
  • Die Fortsetzung der Diskussion für eine Mehrgefahrenversicherung, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Das Ringen um Lösungen wird auch in Zukunft nicht leichter. Hier müssen wir weiter unseren Sachverstand und unsere direkte Betroffenheit den Verantwortlichen aufzeigen. Ohne faire Rahmenbedingungen hat der deutsche Obstbau langfristig keine Chance! Wer gartenbauliche und landwirtschaftliche Produktion in Deutschland weiter erhalten will, muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Wir müssen die Herausforderungen annehmen und Lösungen gestalten. Daran arbeiten wir! Für uns alle hoffen wir, dass auch auf politischer Ebene die richtigen Entscheidungen getroffen werden, damit wir erfolgreich weiterarbeiten können. Mit sachgerechten, Lösungsvorschlägen wollen wir weiterhin politisches Umfeld schaffen. Deswegen sind und bleiben wir weiter aufgefordert, die Zukunft offensiv zu gestalten.

Danken möchten wir allen, die unsere Arbeit unterstützt haben. Unseren Familien und Mitgliedern, allen Funktionsträgern, den Beratern und Behörden, mit denen wir zusammenarbeiten. Nur durch die offene und gute Zusammenarbeit sind Erfolge erst möglich. Im Jahr 2008 sollten wir mutig die ausgetretenen Pfade verlassen und neue Wege gehen. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg! Für 2008 wünschen wir Ihnen allen Glück, Erfolg und Gesundheit.

Gerhard Kneib
Herbert Knuppen

 

Vergangene Leitartikel aus dem Jahr 2008:

AUSGABE 01/2008
Titelbild OBSTBAU