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Wissenswertes - Gesundheit

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Qualität ist Trumpf

Der Verbraucher wünscht heute feinsäuerliche, farbige, großfrüchtige Äpfel. Er greift nach der großen Frucht, weil ihm die Erfahrung gezeigt hat, dass die großen Früchte besser schmecken als die kleinen. Dass dies keine Einbildung ist, wurde durch zahlreiche Geschmackstests untermauert.
Der Erwerbsobstbau setzt all seine Bemühungen darauf, diesen Wünschen gerecht zu werden. Dies beginnt bei der Pflanzung mit der Wahl der entsprechenden Sorte. Keine leichte Aufgabe bei einer Kultur, die bis zu 20 Jahre stehen bleibt.
Der Anbau von niedrigen Bäumen auf schwachwachsenden Unterlagen mit geringem Abstand in der Reihe hat dazu geführt, dass der Anteil qualitativ hochwertiger Früchte gestiegen ist. Die Gründe dafür sind, dass Sprosse und Früchte gut belichtet sind, und die Früchte dicht an der Zentralachse, also dem Stamm, wachsen, und so die Transportwege für Wasser, Nährstoffe und Assimilate in der Pflanze kurz sind. Dadurch wird die Fruchtgröße und die Assimilateinlagerung in die Früchte gefördert.
Eine Frucht wird nur groß, wenn die Wachstumsbedingungen günstig sind und zwar möglichst von der Blüte an. Nur bei günstigen Wachstumsbedingungen erfolgt genügend Zellteilung, Zellwachstum und eine ausreichende Einlagerung von Assimilaten. Schlecht versorgte Früchte bleiben klein. Um genügend Assimilate zu produzieren, müssen die Blätter ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe enthalten. Die Assimilation ist außerdem in starkem Maße von Licht und Temperatur abhängig. Bei zu starkem Behang, einem ungünstigen Blatt-Frucht-Verhältnis oder Lichtmangel bleiben die Früchte klein. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bei ein- und derselben Sorte mit zunehmender Fruchtgröße auch die innere Qualität besser wird. Der Fruchtgröße sind allerdings genetische Grenzen gesetzt. So wird ein `Cox Orange` in guter Qualität immer kleiner sein als eine entsprechende Frucht der Sorte `Golden Delicious` oder `Boskoop`.
Die Fruchtfarbe ist ebenfalls ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie fördert die Phantasie und den Wunsch, eine Frucht zu essen. Gut mit Assimilaten versorgte Früchte sind oft stärker gefärbt als schlecht versorgte. Aber auch Sorte, Unterlage, Licht und Temperatur sind wesentliche Faktoren, die die Fruchtfärbung beeinflussen. Wichtig für eine ausgereifte Färbung ist der Reifezeitpunkt. Zu früh geerntete Früchte bleiben häufig grün. Die zahlreichen intensiven Pflegemaßnahmen der Obstbauern sind keine kosmetischen Eingriffe, sondern dienen dazu, große farbige Früchte mit entsprechend hohem Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen zu produzieren.

 


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AUSGABE 07/2010
Titel OBSTBAU Juli 2010
Titelbild: Süßkirschen aus dem geschützten Anbau sind nach wie vor auf dem Vormarsch.


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Leitartikel:
Gemeinsame Agrarpolitik - Zukunftspolitik der EU für Landwirtschaft und Gesellschaft
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