Wissenswertes - Anbau
Ertragssicherheit im Erwerbsobstbau einerseits und hohe Ertragsschwankungen im Haus und Streuobstanbau
andererseits sind kein Zufall. Sachkundige, vernünftige und intensive Pflege- und Kulturarbeiten
in den Anlagen des Erwerbsobstbaues sind Grundvoraussetzungen dafür, dass die Bäume
in jedem Jahr wieder blühen und fruchten und eine hohe Ertragsleistung bringen.
Andererseits bleiben die Bäume des Streuobstbaues oft sich weitgehend selbst überlassen.
Jahren einer Rekordernte wie 1992, in denen sich die Bäume übernommen haben, folgt gesetzmäßig
ein Ausfalljahr. Schädlingskalamitäten und Pilzbefall schwächen die Bäume
zusätzlich, sie können keine Blüten für das Folgejahr bilden. Schlechte Nährstoffversorgung
trägt zusätzlich dazu bei, dass die Früchte klein bleiben.
Für einen optimalen Kulturerfolg ist die sinnvolle Abstimmung aller Maßnahmen im Obstbau
erforderlich. Dies gelingt am besten mit dem Integrierten Anbauverfahren. Im Vordergrund steht
dabei die Bodenpflege, der Schnitt und die Düngung. Insbesondere der Pflanzenschutz wird
nach den Kriterien des Integrierten Anbaues durchgeführt.
Die Bodenpflege im Obstbau unterscheidet sich von der des Ackerbaues durch den Verzicht auf die
Pflugfurche. Die Baumzeile, der Standraum des Baumes, bleibt während der Hauptwachstumszeit
frei von Bewuchs. Die Flächen zwischen den Baumzeilen, die sogenannten Fahrgassen, sind mit
Klee und Gras bewachsen. Sie werden häufig gemulcht. Diese humusfördernde, bodenschonende
Bodenpflege führt zu einer gleichmäßigen Wasserversorgung des Bodens und sichert
die Humus- und Nährstoffversorgung von Boden und Pflanze. Nach Einführung der Mulchwirtschaft
wurden die Mineraldüngergaben erheblich gesenkt. Stickstoff wird in den meisten Obstanlagen
schon seit Jahren nicht mehr oder nur noch in ganz geringer Menge gegeben.
Auch der Schnitt, der früher der begrenzende Arbeitsfaktor war, wurde durch die niedrigen
Bäume verändert. Die heutigen Schnittmaßnahmen berücksichtigen stärker
die naturgemäße Entwicklung eines Baumes und erfordern gleichzeitig weniger Schnittaufwendungen.
Die Umstellung von Bodenpflege, Düngung und Schnitt führten zu früher einsetzender,
höherer Fruchtbarkeit und gleichzeitig zu einer hochwertigen inneren Fruchtqualität.
AUSGABE 04/2008

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