Wissenswertes - Anbau
In Deutschland wird Obst erwerbsmäßig in sehr unterschiedlichen Betriebsformen erzeugt.
Wie in kaum einem anderen Bereich der Landwirtschaft wirkt sich im Obstbau der Strukturwandel
in den alten Bundesländern der letzten Jahrzehnte und besonders in den neuen Bundesländern
nach der Wiedervereinigung ganz gravierend aus.
In 33.000 Betrieben wird heute in Deutschland auf einer Gesamtfläche von ca. 60.000 Hektar
Baumobst zum Verkauf angebaut. Davon sind ca. 40.000 Hektar Apfelanlagen. Gerade bei den Spezialbetrieben
besteht ein starker Trend hin zu großen geschlossenen Anlagen.
Die letzten Jahre haben die heimischen Obstbauer genutzt, um die Apfelanlagen den veränderten
Verbraucherwünschen anzupassen. Neue geschmacklich wertvolle Sorten, wie z.B. `Jonagold`,
`Gloster` und `Elstar` wurden verstärkt in das Anbauprogramm aufgenommen.
Die wichtigsten Anbauschwerpunkte für Obst liegen in Niedersachsen mit dem "Alten Land",
in Baden-Württemberg mit dem Bodenseegebiet und im Rheinland mit dem Meckenheimer Raum, sowie
in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.
Diese Gebiete unterscheiden sich in ihrer Struktur wesentlich. In Niedersachsen liegen die Obstflächen überwiegend
in Obstbaubetrieben mit mehr als 5 Hektar. Der Obstbau in Verbindung mit der Landwirtschaft hatte
dort schon immer geringere Bedeutung. In Baden-Württemberg überwiegt
der Obstbau als Betriebszweig landwirtschaftlicher Betriebe. Im Rheinland herrschen Spezialbetriebe
vor, die vorwiegend den Anbau von Kernobst sehr intensiv betreiben.
In den neuen Bundesländern sind die neu entstandenen privaten Obstbaubetriebe aus Produktionsgenossenschaften
oder volkseigenen Betrieben hervorgegangen und weisen daher Größen von bis zu einigen
hundert Hektar auf.
AUSGABE 07/2010

Titelbild: Süßkirschen aus dem geschützten Anbau sind nach wie vor auf dem Vormarsch.
Leitartikel:
Gemeinsame Agrarpolitik - Zukunftspolitik der EU für Landwirtschaft und Gesellschaft
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