Wissenswertes - Anbau
Intensiver Anbau und die Kriterien des Integrierten Anbaues schließen einander nicht aus.
Der Apfelanbau hat in den letzten Jahren eine tiefgreifende Umstellung erfahren. Prägten
bis vor wenigen Jahre noch arbeitsaufwendige, grosskronige, hochstämmige Bäume das Gesicht
der Landschaft, wird heute das Bild weitgehend von modernen Niederstammanlagen bestimmt.
Bei diesen enggepflanzten Anlagen werden allerdings 10 bis 20 mal soviel Bäume für die
gleiche Fläche gegenüber früher benötigt. Entsprechend hoch sind heute die
Anlagekosten. Sie müssen mit mehr als 25.000 DM je Hektar veranschlagt werden. Diese hohen
Kosten werden aber in Kauf genommen, um alle Rationalisierungsmöglichkeiten voll ausschöpfen
zu können. So wird dadurch insbesondere die handarbeitsaufwendige Ernte erleichtert und die
Pflückleistung erhöht, da weitgehend vom Boden aus, ohne Leiter, geerntet werden kann.
Auch die meisten Kulturarbeiten sind stark mechanisiert. Vollmechanisch arbeitende Geräte
werden für Bodenpflege, Pflanzenschutz und Düngung eingesetzt. Mit hydraulisch oder
pneumatisch betriebenen Scheren und Sägen erfolgt der Baumschnitt. Leistungsfähige Aufbereitungs-,
Sortier- und Lagereinrichtungen stehen zur Verfügung.
Trotz dieser hohen Technisierung können Äpfel nach den Kriterien des Integrierten Anbaues
erzeugt werden. Bei den kleinkronigen Bäumen kann beim Pflanzenschutz sehr gezielt gearbeitet
werden. Die Bäume trocknen schnell ab, was den Pilzbefall verhindern hilft. Eine erforderliche
mechanische Bekämpfung wird erleichtert.
AUSGABE 05/2008

Titelbild: Die Hummel ist ein wichtiger Bestäuber in Obstanlagen
Leitartikel:
Erfolge sachgerecht erstritten - Aufgaben bleiben
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