Wissenswertes - Gesundheit
Der Apfel ist seit alters her die Symbolfrucht für Vitalität und Gesundheit. Dass diese altbewährte Gesundheitsfrucht vor einigen Jahren wieder neu ins Blickfeld gerückt ist, liegt am hohen Gehalt an bioaktiven Substanzen, die neben Vitaminen und Mineralstoffen im Apfel besonders reichlich vertreten sind. Diese Frucht entfaltet so viele wohltuende Wirkungen, dass direktvermarktende Obstbauern über Jahre hinaus immer wieder neue Argumente liefern können, um ihren Kunden den Apfel schmackhaft zu machen. Wer um die überaus wertvollen Inhaltsstoffe dieser alten Obstart weiß, greift nicht nur einmal täglich zum Apfel. Eine aromatische Sorte, im richtigen Klima gewachsen, zur optimalen Reifezeit geerntet und fachgerecht gelagert, ist an sich schon ein Genuss. Gelingt es der Obstbauwirtschaft, den Verbrauchern hochwertige Qualitäten zu bieten und zugleich den Gesundheitswert der köstlichen Frucht zu vermitteln, werden viele erstaunt feststellen: "Dass Gesundheit so gut schmecken kann!"
Was macht den Apfel so gesund?
Der Apfel ist eine Vitaminbombe. Er enthält zwar bei keinem Vitamin Rekordwerte, dafür
ausgewogene Gehalte an allem Notwendigen. Das gilt gleichfalls für die Mineralstoffe und
Spurenelemente. Zahlreiche der 30.000 bisher identifizierten sekundären Pflanzenstoffe finden
sich ebenfalls im Apfel, darunter Phenole und Karotene. Bestimmte Phenolverbindungen schützen
vor Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, hemmen aber auch Viren und Bakterien. Die über
600 bekannten Karotinverbindungen bewahren die Haut vor UV-Schäden, reinigen die Arterien,
kurbeln das Immunsystem an und schützen das Gewebe vor Krebs.
Interessant für den menschlichen Organismus sind auch die übrigen Inhaltsstoffe des
Apfels. Der hohe Anteil Fruktose am Gesamtzuckergehalt wirkt als Konzentrationsstütze und
sorgt zugleich für einen ausgewogenen Blutzuckerspiegel, die Voraussetzung für gleichmäßigen
Schlaf. Die Fruchtsäuren werden im Körper zu Basen umgebaut, wirken also der Übersäuerung
des Gewebes entgegen. Die reichlich enthaltene Apfelsäure zerstört Ansammlungen von
Harnsäure, die bei Rheuma oder Gicht auftreten. Äpfel, Apfelsaft und
Apfelessig, regelmäßig genossen, wirken als effektive Vorbeugung zahlreicher Alltagsbeschwerden
und Krankheiten.
Die wichtigsten Wirkungen:
Das Besondere am Apfel ist, dass er sich problemlos zwischendurch genießen und auch öfter und in größeren Mengen aufnehmen lässt.
Ausführliches Apfelwissen
Anhand detaillierter Fachinformationen ist es möglich, immer wieder neue Handzettel oder
Plakate für den Verkaufsraum oder Wochenmarktstand zusammenzustellen.
Beispiele:
Welche Sorten eignen sich für stillende Mütter, Säure- oder Magenempfindliche?
Stellvertretend für alle diese Informationsbeispiele werden die letzten beiden Fragen zur
Sortenwahl exemplarisch ausgeführt.
Das Aroma eines Apfels wird stark geprägt durch das Zucker-Säure-Verhältnis. Aber
auch die Verträglichkeit und Eignung für bestimmte Zwecke hängt vom Gehalt an diesen
Inhaltsstoffen ab. Zu den säurereichsten Sorten zählt 'Boskoop' mit 11 %, am anderen
Ende der Skala stehen 'Gala' und 'Delbarestivale' mit 4 %. Stillende Mütter und Säureempfindliche
sollten also auf diese überaus milden Sorten ausweichen. Auch 'Gloster' (5 %), 'Golden Delicious'
(6 %), 'Idared' (6 %) und 'Jonagold' (6 %) sind vergleichsweise säurearm.
Für Schnapsbrenner und Diabetiker ist vor allem der Zuckergehalt interessant: die von Diabetikern
zu meidenden Sorten wie 'Boskoop' (15 % Zucker), 'Fuji' (16 %) und 'Rubinette' (16 %) eignen sich
bestens zum Destillieren. Zuckerarme Sorten sind beispielsweise 'Idared' (11 %) und 'Delbarestivale'
(11 %). Wichtig ist, dass man nicht dem häufigen Irrtum verfällt und davon ausgeht,
sauere Sorten seien zuckerarm. 'Boskoop' ist das beste Beispiel. Dieser sauer schmeckende Apfel
enthält soviel Säure, dass der gleichfalls extrem hohe Zuckergehalt überlagert
wird.
Dr. Helga Buchter-Weisbrodt, Hauptstr. 140, 67127 Rödersheim
Alles über das Multitalent Apfel vom Apfelessig über Lagertipps bis zu Naturkosmetik- und Kochrezepten enthält der Gesundheitsratgeber "Der Apfel - ein bewährtes Hausmittel neu entdeckt" von Dr. Helga Buchter-Weisbrodt und Ulrike Schöber, Trias-Verlag Stuttgart.
Bioaktive Substanzen
Vitamine und Mineralstoffe zählen mit Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten zu den primären
Pflanzeninhaltsstoffen. Als sekundär oder zweitrangig wurden weitere Stoffe bezeichnet, deren
Gesundheits- oder Ernährungswert nicht bekannt war. Zu diesen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen
zählen auch Stoffgruppen wie Pflanzenfarbstoffe und Gerbstoffe. In den 80er Jahren erkannten
Ernährungswissenschaft und Medizin, dass der hohe Gesundheitswert von pflanzlicher Nahrung
wie Obst und Gemüse von diesen sekundären Stoffen ausgeht. Zusammen mit den ebenfalls
unverzichtbaren Ballaststoffen erhielten sie deshalb die neue Bezeichnung "bioaktive Substanzen".
Inhaltsstoffe des Apfels
100 g frische Frucht enthalten
Vitamin B1 0,02 - 0,06 mg
Vitamin B2 0,01 - 0,05 mg
Vitamin B3 0,1 - 0,5 mg
Vitamin B5 0,05 - 0,13 mg
Vitamin B6 0,04 - 0,06 mg
Inositol 22 mg
Folsäure bis 0,008 mg
Vitamin C 5 - 35 mg
Vitamin E 0,3 - 0,8 mg
Vitamin H bis 0,0035 mgKalium 100 - 180 mg
Phosphor 10 - 15 mg
Kalzium 6 - 8 mg
Magnesium 3 - 6 mg
Schwefel 2 - 6 mg
Chlor 1 - 5 mg
Eisen 0,3 - 0,6 mg
Bor 0,2 - 0,3 mg
Silizium 0,1 - 0,2 mg
Mangan 0,03 - 0,1 mg
Zink 0,02 - 0,07 mg
Kupfer 0,02 - 0,04 mg
Fluor 0,005 - 0,01 mg
Jod 0,001 - 0,002 mg
Selen 0,001 - 0,002 mg
Molybdän 0,0002 - 0,001 mgWasser 80 - 88 %
kcal/kJ 40 - 60/190 - 250
Eiweiß 0,2 - 0,4 %
Fett 0,3 - 0,5 %
Zucker 8 - 16 %
Säure 4 - 12 %
Pektin 0,1 - 1,5 g
Polyphenole 0,1 - 1,1 g
AUSGABE 04/2008

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