Startseite | Impressum | E-Mail

Wissenswertes - Gesundheit

Pfeil
Gesundheit aus Obst und Obstprodukten

Obst und die daraus gewonnen Produkte waren schon immer gesund. Seit wenigen Jahren ist bekannt, warum und wie weitreichend der Gesundheitsschutz sein kann, der von Obstprodukten ausgeht. Das Erforschen der näheren Zusammenhänge macht auch deutlich, weshalb sich diese fördernden Wirkungen nicht durch irgendwelche Präparate ersetzen lassen. In dieser Einleitung zu einer neuen Reihe über den Gesundheitswert der jeweiligen Obstart der Saison werden einige grundlegende Fakten zum Thema "Gesundheit aus Obst und Obstprodukten" erläutert. In den weiteren Ausgaben folgen Porträts der für die Fruchtsaftbranche gerade aktuellen Obstarten unter dem Aspekt des Gesundheitswertes.


Teuer und unwirksam
Es gibt Vitamin C in allen erdenklichen Formen, als Brausetablette, Depot-Kapsel, Pulver, Pille, Saft - allen gemeinsam ist: sie sind teuer und nur ein Bruchteil so wirksam wie das Original in Form von Erdbeeren, Johannisbeeren, Kornelkirschen oder Äpfeln. Der Grund: das Wechselspiel mit den Faserstoffen und den übrigen Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen ermöglicht erst das optimale Verwerten im Organismus. Obst enthält Abertausende wertgebender Inhaltsstoffe, jedwedes "Ersatz"-Präparat besteht bestenfalls aus 20.
Das isolierte Einnehmen von einzelnen Vitalstoffen kann sich sogar ins Gegenteil verkehren. Nur ein Beispiel aus zahlreichen Studien über die Gefahr von Vitaminpräparaten. In Schweden erhielten in einer Langzeitstudie Frauen ß-Karotin zur Brustkrebs-Vorbeuge: eine Gruppe nahm Gaben in Form von ß-Karotin-Präparaten ein, eine weitere Gruppe ernährte sich wie immer ohne besonderen Wert auf Karotin-Verbindungen zu legen, die dritte Gruppe aß verstärkt Karotine in Form von karotinreichen Lebensmitteln wie Möhren und Aprikosen. Das Ergebnis war alarmierend. Im Vergleich zur Kontrollgruppe traten in der Gruppe der mit ß-Karotin-Präparaten versorgten Frauen über 25 % mehr Bustkrebs auf. Erfreulich war aber, dass Frauen, die reichlich karotinhaltiges Obst und Gemüse aßen, gut 30 % weniger an Brustkrebs erkrankten. Isoliertes ß-Karotin ist nur eine Verbindung - in Pflanzen kommen aber 600 solcher Karotin-Verbindungen vor. Positiv wirksam ist erst ihr Zusammenspiel.


Wieviel und wie oft?
Wer sich bewusst ist, dass man den Körper mit den richtigen Lebensmitteln und nicht mit teuren Ersatzpräparaten gesund erhält, stellt sich aber trotzdem die Frage: reichen die Obst- und Gemüsemengen, die ich bisher verzehre aus, um wirksam vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen zu schützen? Die intensive Forschung auf diesem Gebiet kam zum Ergebnis: täglich 300 g Obst und 300 g Gemüse, jeweils die Hälfte roh und gekocht, dienen als effektive Vorbeuge. Diese an sich geringen Mengen sollte der Verbraucher auf 5 Portionen am Tag verteilen. Zum Beispiel: Eine Birne im Frühstücksmüsli oder als Vesper, Möhrengemüse zum Mittagessen, ein Schälchen Apfelmus als Nachtisch, zwischendurch ein Glas Tomatensaft und zum Abendbrot eine Paprikafrucht oder ein Stück Rettich. Begleitend einige Gläser Fruchtsaft unterstützen die Gesundheitswirkungen effektiv. Die Kampagne "5 am Tag" versucht diese Erkenntnisse publik zu machen.


Saisonal und regional
Da wir - bei noch soviel Obstverzehr und Saftkonsum - nur in einer intakten Umwelt gesund bleiben, sollten unsere Lebensmittel möglichst kurze Transportwege hinter sich haben. Transport verbraucht Energie und der Energieverbrauch belastet Klima und Umwelt. Südfrüchte haben nicht nur lange Strecken hinter sich, sie wurden vielfach auch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die bei uns längst nicht mehr zugelassen sind.
Zudem ist es für Seele und Körper wichtig, mit der Saison zu leben, also jeweils verstärkt von dem zu essen, was die eigene Region gerade bietet. Auf diese Weise ergibt sich ein natürlicher Wechsel der Nahrungsmittel und wir bereichern unseren oft vom Überfluss bzw. Überdruss gekennzeichneten Speiseplan mit einem vergessenen Genuss: dem der Vorfreude. Wir freuen uns zum Beispiel nur so richtig auf Kopfsalat, wenn wir ihn ausschließlich während seiner natürlichen Wachstumszeit essen - im Winter hat er nichts auf unseren Tellern zu suchen. Dann haben Wintersalate Saison: Feldsalat, Endivien, Chinakohl, Chicoree und Salat aus Rotkraut, Weißkraut, Möhren, Rote Bete oder Sellerie. Haben wir uns damit den Winter über reichlich versorgt, können wir uns von ganzem Herzen auf das erste zarte Grün von Schnitt- und Kopfsalat freuen.
Auch beim Fruchtsaft-Verbrauch tut Abwechslung gut. Um bestimmte Gesundheitswirkungen zu erzielen, bietet es sich an besondere Saftarten kurmäßig zu trinken, also einen einzelnen Saft in größeren Mengen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen zu sich zu nehmen. Eine Auswahlmöglichkeit besteht darin, sich an den Obstarten zu orientieren, die gerade Saison haben, auch wenn es sich bei Fruchtsäften um haltbare Ganzjahresprodukte handelt: Kirschsaft im August, Traubensaft im September, Birnensaft im Oktober. Als immerwährender Begleiter, auch zum Mischen mit anderen Säften, eignet sich Apfelsaft, zumal er alle wesentlichen Gesundmacher in ausgewogenen Mengen enthält. Man sollte es jedoch nicht versäumen, zusätzlich immer wieder hochwertige Mischsäfte mit "heimischen Exoten" wie Holunder, Kornelkirsche, Aronia oder Quitte zu trinken um das ganze Spektrum an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen zu genießen, das uns die Natur bietet.
Dr. Helga Buchter-Weisbrodt, Hauptstr. 140, 67127 Rödersheim


«« zurück


AUSGABE 04/2008
Titel OBSTBAU - April 2008
Titelbild: Das neue Erdbeerfaltblatt ist da! Jetzt bestellen!


Pfeil Inhaltsverzeichnis

Leitartikel:
Probabilistik - Politik hat Forderung des Berufsstandes aufgegriffen
Pfeil weiterlesen