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Wissenswertes - Gesundheit

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Ernährung und Krebsrisiko

Über den Wert einer Spezialdiät diskutieren seit Jahren die Wissenschaftler der Krebsforschungszentren in aller Welt. Im Vorwort zu den Veröffentlichungen der Ergebnisse heißt es indessen, nach allem, was man bisher wisse, gäbe es keine Ernährungsform, die ein Krebsleiden garantiert verhindern könne. Die Ernährung im Einzelnen kann sicher keine wirksame Vorbeugung darstellen, es ist vielmehr das Zusammenspiel anderer Faktoren und richtiger Speisenzusammenstellung, die das Krebsrisiko mindern können.
So meinen Wissenschaftler beispielsweise, Übergewicht erhöhe die Gefahr von Krebs der Gebärmutter, Gallenblase und Nieren, des Magens, Dickdarms und der weiblichen Brust. Sie fanden heraus, dass Männer und Frauen, die 40 Prozent und mehr über der Norm auf die Waage bringen, ein wesentlich größeres Krebsrisiko eingehen als Normalgewichtige. In diesem Zusammenhang scheint auch der Fettkonsum eine Ruhe zu spielen: Wer viel Fett tierischen Ursprungs verzehrt, läuft wohl eher Gefahr, Brustkrebs, Dickdarm- oder Prostatakrebs zu bekommen. Die Krebsforscher empfehlen daher, den Fettanteil der täglichen Nahrung auf weniger als 30 Prozent der Gesamtkalorien zu beschränken.
Weiter rät man, Ballaststoffe in Brot, Obst, Gemüse und Rohkost (also zusammen mit Kohlenhydraten) mehrmals am Tag zu essen. Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass die Rate von Dickdarmkrebs bei Menschen, die viel pflanzliche Kost mit hohem Faseranteil verzehren, kleiner ist. Dunkelgrüne und gelbe Gemüse sowie einige Obstarten enthalten das Beta-Karotin, das vom Organismus in Vitamin A umgewandelt wird. Das gilt insbesondere für Karotten, Tomaten, Spinat, Aprikosen, Pfirsiche und Cantaloup-Melonen. Vitamin A selbst ist in Milch. Eigelb und Leber enthalten. Angeblich soll damit das Risiko bestimmter Krebsarten (Mundhöhlen-, Gebärmutterhalskrebs) gesenkt werden können. Laufende Forschungsprogramme testen derzeit Vitamin A als "Bremsmöglichkeit" gegenüber diesen Krebsarten. Weiter zeigten epidemiologische Studien, dass Menschen, die stark Vitamin C-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, weniger oft an Magen- und Speiseröhrenkrebs erkranken. Zwar weiß man nicht genau, wie Vitamin C das bewirkt. Dass es aber der Bildung krebserregender Nitrosamine im Magen entgegenwirkt, gilt als gesichert. Außerdem meinen die Forscher, dass Kohl, Broccoli, Rosen- und Blumenkohl sowie Kohlrabi die Gefahr von Krebsleiden im Magen-Darmtrakt und den Atemwegen verringern. In Tierversuchen zeigte sich sogar, dass diese Pflanzenarten gegen krebserregende Chemiestoffe wirksam sind. Der Onkologe Professor Daniel W. Nixon sagt in diesem Zusammenhang, die Richtlinien für eine gute Ernährung bei den verschiedenen Tumorerkrankungsmöglichkeiten seien in drei Gruppen aufzuteilen: Es gibt Tumore der "Überernährung", die der "Unterernährung" und solche, bei denen andere Faktoren überwiegen. Offenbar ist auch das Zusammenspiel von Enzymen, pflanzlichen Vitaminen A, C und E (gegen freie Radikale), Mineralien und Spurenelementen von Wichtigkeit.
Die American Cancer Society rät zur Einschränkung des Verzehrs stark gesalzener Rauchwürste (Nitrat), geräucherter Fische, Räucherspeck und -schinken sowie aller in Salz oder Essig eingelegter Lebensmittel. Der schlimmste Krebs-Faktor ist aber ohne jeden Zweifel das Rauchen - und dies offenbar nicht nur im Zusammenhang mit den bekannten Formen des Lungenkrebses. Insgesamt gehören diese Empfehlungen wohl zu den allgemeinen Ratschlägen für eine gesunde Ernährung. Man sollte sie auch dann befolgen, wenn man keine besondere Angst vor einer Krebserkrankung hat.

 


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AUSGABE 07/2010
Titel OBSTBAU Juli 2010
Titelbild: Süßkirschen aus dem geschützten Anbau sind nach wie vor auf dem Vormarsch.


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Leitartikel:
Gemeinsame Agrarpolitik - Zukunftspolitik der EU für Landwirtschaft und Gesellschaft
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