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Wissenswertes - Gesundheit

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Die Erdbeere - ein aromatischer Fitmacher

Werbeargumente für Direktvermarkter
Obwohl vor 100 Jahren genauso beliebt wie heute, ist die Erdbeere doch eine "moderne" Frucht, mit der es leicht gelingt, auch junge Menschen anzusprechen. Denn diese Obstart ist mehr als Gesundheit pur. Sie steht für Fitness, Sportlichkeit oder ganz allgemein Wellness, also umfassendes Wohlbefinden. Mit der Erdbeere gelingt es leicht, auch die jung-aktive Zielgruppe anzusprechen und gleich zu Beginn der Obstsaison auf den Hof zu locken, vorausgesetzt, die besonderen Attribute der Frucht werden geschickt vermittelt. Werbekräftige Schlagworte sind: rote Power-Frucht mit den Supermineralien Mangan und Kalium, erfrischende Verwöhnfrucht, genußvoller Schlankmacher, Genuß ohne Reue, aromatischer Fitmacher, bioaktiver Entschlacker, verführerischer Launeheber, vitalisierender Muntermacher.

Genuß ohne Reue
Eigentlich erfüllt die Erdbeere ihren Zweck bereits dadurch, daß sie so gut schmeckt. Ihre zusätzliche Stärke liegt darin, dass sich mit dem Genußwert auf höchst angenehme Weise ein überdurchschnittlich hoher Gesundheitswert verbindet. Beides zugleich gilt es zu vermitteln, wenn man junge Leute ansprechen will. Sie wollen nicht nur gesund leben, sondern dabei auch Spaß haben. "Fit for Fun" beschreibt treffend dieses Lebensgefühl.
Unsere Vorfahren schrieben dieser klassischen Symbolfrucht geradezu magische Heilkräfte zu. Der Heilkundige Hieronymus Bock bezeugte in seinem 1637 erschienenen Kräuterbuch sein großes Vertrauen in die Heilkraft der Erdbeere. Auch der Frankfurter Arzt Lonicero bestätigte 1679 dieses Urteil und wurde darin 1693 vom Nürnberger Apotheker Johannes Schroeder unterstützt. Viele berühmte Ärzte griffen dieses alte Heilwissen auf, darunter Matthiolus, der Leibarzt von Kaiser Ferdinand I. Genauso begeistert vom Gesundheitswert der Erdbeere waren der schwedische Botaniker Carl von Linné, der überzeugt war, seine Gicht mit Erdbeeren kuriert zu haben, und der Heilpfarrer Sebastian Kneipp, der neben den Beeren auch Aufgüsse aus Erdbeerblättern empfahl.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe macht deutlich, warum Heilkundige zu allen Zeiten der Erdbeere Beachtung schenkten.

Die Erdbeere hat es in sich
Bei der Erdbeere ist die Zeitspanne zwischen Blüte und Ernte enorm kurz. Umso stärker wirken sich Witterung und Kulturmaßnahmen auf die Inhaltsstoffe aus. Entsprechend groß fallen die Streubreiten bei derselben Sorte von Frucht zu Frucht innerhalb einer Pflanze, von Pflanze zu Pflanze und von Standort zu Standort aus. Auch im Verlauf der Saison schwanken die Gehalte an wertgebenden Inhaltsstoffen. Selbst wenn konkrete Zahlenangaben nur Durchschnittswerte sein können, bietet die Erdbeere eine Fülle an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und an bioaktiven Substanzen, die für unsere Gesundheit maßgeblich sind.

Inhaltsstoffe der Erdbeere (Streubreite) in 100 g
Wasser 85 % (79 - 93)
Eiweiss 15 % (7 - 21)
Kohlenhydrate 8 % (3 - 11)
Rohfaser 1,3 % (0,8 - 4,2)
Fett 0,4 % (0,2 - 0,5)
Säure 0,9 % (0,4 - 1,6)
kcal 32 (27 - 40)

Es fällt nicht schwer, zur Beerenzeit täglich mindestens ein 500 g-Schälchen Erdbeeren zu essen. Diese Menge versorgt den Körper selbst mit den Vitaminen und Mineralstoffen ausreichend, die nicht in überdurchschnittlichen Mengen enthalten sind. Zu den Vitaminen mit auffallend hohen Gehalten zählen Vitamin C, Folsäure und Riboflavin (B2). In Bezug auf das Leitvitamin C kann die Erdbeere mit der Zitrone konkurrieren. Etwas mehr als 100 g decken den veralteten, aber immer noch veröffentlichten Wert über den Tagesbedarf von 75 mg. Mit 500 g Erdbeeren, möglichst über den Tag verteilt genossen, nimmt man problemlos die nach heutigen Erkenntnissen nötigen 300 mg Vitamin C auf.
In Bezug auf die licht- und wärmeempfindliche Folsäure gilt die Erdbeere als Rekordfurcht. Dieses Vitamin hat viele Funktionen - u.a. hilft es Optimismus, Gelassenheit, innere Ruhe und guten Schlaf fördern.
Samen sind besonders reich an Mineralstoffen. Beim Beerenobst ißt man sie mit - bei der Erdbeere sind es die gelblichen Nußkörnchen auf der Haut. Erdbeeren liefern auffallend viel Mangan und Eisen, aber auch reichlich Kalzium und Magnesium. Mangan beeinflußt wie Folsäure unsere Stimmung und Konzentration.

Bioaktive Substanzen
Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, zusammengefasst unter der Bezeichnung bioaktive Substanzen, enthält die Erdbeere ebenfalls reichlich. Ballaststoffe reinigen den Darm, bilden einen Schutzfilm auf der Darmschleimhaut und fördern die Verdauung. Unter den 10 Stoffgruppen der sekundären Pflanzenstoffe sind in der Erdbeere vor allem die Polyphenole reich vertreten. Diese Frucht enthält u.a. die Phenolsäuren Ferulasäure und Ellagsäure, beides effektive Krebshemmer. Ellagsäure findet sich nur in wenigen Obstarten wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Trauben und Walnüssen, nicht aber in Gemüse.
Die Phenolsäuren beugen zudem Arteriosklerose, Thrombosen, Infarkten und Infektionen vor. Nur ganz frische Produkte enthalten diese oxidationsempfindlichen Gesundheitshelfer reichlich - lange Transportwege schaden. Hier haben direktvermarktende Obstbauern ein unschlagbares Verkaufsargument: die vom Handel nicht zu bietende Frische. Frische Erdbeeren schmecken nicht nur besser, sie sind auch gesünder.

Gesundheitswert in Stichworten

  • Erdbeeranbietern steht eine lange Liste an positiven Wirkungen der köstlichen Frucht als Werbeargument zur Verfügung: Erdbeeren
  • Schützen vor Krebs
  • Beugen Thrombosen und Infarkten vor
  • Erhöhen die Abwehrkraft gegen Infektionen
  • Wirken Müdigkeit und Blutarmut entgegen
  • Stabilisieren die Darmflora
  • Senken den Blutdruck
  • Regulieren den Cholesterinspiegel
  • Helfen bei Gicht
  • Entschlacken und entwässern
  • Verhindern vorzeitgen Haarausfall und Ergrauen
  • Vermitteln Heiterkeit und Spannkraft (Mangan, Folsäure)
  • Lindern Nervosität und Lustlosigkeit
  • Bieten "Genuß ohne Reue", da sie nur wenig Kalorien enthalten

Literaturhinweis
Umfassende Informationen über die Erdbeere, ihre Inhaltsstoffe, Gesundheitswirkungen, den Heilwert in der Geschichte, Anwendungen, Erdbeerprodukte, Sorten, Erdbeerfeste, Internet-Seiten, botanisch Wissenswertes, Tips zur Lagerung, zum Umgang in der Küche und pfiffige Rezepte bietet der neue Ratgeber "Gesund und schlank durch Erdbeeren", Dr. Helga Buchter-Weisbrodt, 128 Seiten, TRIAS-Verlag Stuttgart. Dieses Wissen ist nicht nur für die Anbauer wichtig, um davon überzeugt zu sein, welch wertvolles Produkte sie anbieten, das Buch ist auch für die Konsumenten geschrieben, um ihren Hunger auf heimische Früchte zu wecken.

 


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AUSGABE 07/2010
Titel OBSTBAU Juli 2010
Titelbild: Süßkirschen aus dem geschützten Anbau sind nach wie vor auf dem Vormarsch.


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Leitartikel:
Gemeinsame Agrarpolitik - Zukunftspolitik der EU für Landwirtschaft und Gesellschaft
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