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Wissenswertes - Gesundheit

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Buw-Kirschen

Die Süßkirsche als Jungbrunnen
Die bei jung und alt beliebte Sommerfrucht ist mehr als eine fruchtig-frische Gaumenfreude. In vielen Regionen prägen Süßkirschenbäume die Landschaft; wenn die Frucht während ihrer Saison auch unseren Speisezettel prägt, kommt zum Augen- und Gaumenschmaus ein auf schmackhafte Weise erwirkter Gesundheitseffekt hinzu. Der Harnsäurespiegel im Blut sinkt, die Bindegewebe straffen sich, hautschädigende freie Radikale werden neutralisiert, Knochen und Nerven gestärkt, der Organismus entgiftet, das Blut gereinigt und die Zellen entwässert. Eine Kur mit Kirschen belebt Körper und Geist, die saftige Frucht verjüngt und erfrischt - sie macht fit für den Sommer.


Kirschen-"Sucht" als Absatzgarant
Das prallvoll mit wertvollen Gesundheitsstoffen gefüllte Steinobst enthält ein spezielles Fruchtaroma, das dazu verleitet, mehr und mehr von dieser Frucht zu essen. Werden wir "süchtig" nach Süßkirschen, kommt das im Gegensatz zu sonstigen Süchten unserer Gesundheit zugute. Dieses Verlangen nach mehr sollten Kirschenerzeuger gezielt fördern und damit ihren Absatz steigern bzw. die Kunden an den Hof binden. Absolut frische, schadfreie Früchte in optimaler Reife, Saftigkeit und Knackigkeit gewähren, dass der Konsument die Früchte rasch verzehrt und Lust auf mehr entsteht. Er kommt immer wieder und schöpft die Kirschensaison voll aus. Gelingt es dem Anbieter von Kirschen, neben dem vollen Genuss auch noch das Wissen um die Gesundheitswirkungen zu vermitteln, ist der Absatz gesichert.


Ausgewogene Inhaltsstoffe
In Bezug auf das, was an wertgebenden Inhaltsstoffen in ihr steckt, ist die Kirsche keine ausgesprochene Frucht der Superlative. Aber sie enthält ausgewogene Mengen an allem, was unserem Organismus gut tut. Ein 500 g-Schälchen pro Tag, möglichst die ganze Kirschensaison über genossen, wirkt als "Körperputzer" und Jungbrunnen. Die Kombination der Inhaltsstoffe machen diese Steinobstart zu einem idealen Naturheilmittel bei Entzündungen, Rheuma, Gicht, Gewebeschwäche und Schadstoffen im Körper. In überdurchschnittlicher Menge enthält die Kirsche den Mineralstoff Kalium und das Spurenelement Zink. Kalium spielt eine zentrale Rolle bei der Zellversorgung und unterstützt die entwässernde Wirkung der Kirsche. Zink, auch als "Glücklichmacher" bezeichnet, nimmt Einfluss auf den Stoffwechsel der Hormone, die unsere Stimmungslage, Begeisterungsfähigkeit und Antriebskraft steuern. Vorzeitigem Ergrauen der Haare beugt eine gute Versorgung mit Zink ebenfalls vor.
Auch die Gehalte von bioaktiven Substanzen wie Anthozyane (rote Pflanzenfarbstoffe) können sich sehen lassen. Sie helfen, die Bindegewebe zu einem kräftigen Geflecht aufzubauen. Zugleich schützen sie Haut und Gewebe vor zellschädigenden freien Radikalen, die unsere Haut rascher welken und altern lassen. Anthozyane hemmen auch Entzündungen und wirken Parodontose entgegen. Je intensiver rot die Frucht der Kirsche gefärbt ist, desto mehr gesundheitsfördernde Anthozyane enthält sie. Diese zu den Flavonoiden aus der Stoffgruppe der Polyphenole zählenden rot-violetten Farbträger gelten zudem als effektive Helfer gegen Krebs, Thrombosen, Infarkte, Arterienverkalkung und Schlaganfälle. Kirschen sind also wirksame Herz- und Kreislauf-Schutzmittel - und das auf so genussvolle Weise.


Historisches Heilwissen und Mystik
Dem Kirschbaum haften allerlei eher unheimliche Mythen an. Auch der Symbolwert erscheint widersprüchlich. Der Todesgöttin Artemis war der Kirschbaum geweiht, auch bei den Germanen galt die Kirsche als Todessymbol. Die christliche Symbolik stempelte die Kirsche zur verbotenen Frucht. In Japan dagegen wird kein anderer Baum so sehr verehrt. Ihm zu Ehren findet seit 1000 Jahren das Kirschblütenfest statt. Aus diesem Land stammen auch die zahlreichen Zierkirschen, die unvergleichlich üppig blühen, aber keine Früchte tragen. Unsere Vorfahren nutzten den sagenumwobenen Baum ganzheitlich, also auch die Blätter, Stiele, Steine, das Holz und Harz. Kirschbaumholz liegt unverändert im Trend, die übrigen Nutzungsmöglichkeiten gerieten großteils in Vergessenheit. Der griechische Arzt Dioskorides, 1. Jh.n.Chr., übersah auch die Frucht nicht. Er empfahl Kirschen als >gut dem Bauch< und als Blutbildner.
Kirschblätter, jung gepflückt, ergeben in Mischungen mit Walderdbeer-, Himbeer- und Brombeerblättern einen wertvollen Haustee. Die Blätter eignen sich auch zum Einlegen von Gurken. Tabak lässt sich mit getrockneten Kirschblättern strecken. Frische Blätter und selbst die Blüten kann man Salaten, Saucen und Suppen beigeben. Fruchtstiele lösen als Teeaufguss bei anhaltendem Husten den Schleim. Sie wirken zugleich entwässernd und sind deshalb Bestandteile von Entfettungstees.
Kirschkerne eignen sich nicht nur für Wettbewerbe im Steine-Weitspucken. In schlechten Zeiten wurde ihr 35 %iger Ölgehalt genutzt. Heute wieder gebräuchlich sind Kirschkerne als Bettwärmer. Eingenäht in Leinenstoff und aufgeheizt auf dem Kachelofen oder im Mikrowellenherd kann man damit das Bett vorwärmen, kalte Füße darauf stellen oder bei Unwohlsein eine solches Kirschkernkissen (Steinsack) auf den Bauch legen.
Dr. Helga Buchter-Weisbrodt, Hauptstr. 140, 67127 Rödersheim

100 g frische Süßkirschen enthalten
kcal/kJ 67/280 Kalium 200 mg
Wasser 82 g Kalzium 20 mg

Kohlenhydrate 13 g Phosphor  
Eiweiß 0,9 g Magnesium 10 mg
Fett 0,4 g Chlor 30 mg
Rohfaser 0,4 g Natrium 3 mg
Säure 0,6 g Schwefel 8 mg
Vitamin C 15 mg Eisen 0,4 mg
Vitamin E 0,1 mg Zink 0,15 mg
Vitamin B1 0,05 mg Kupfer 0,10 mg
Vitamin B2 0,04 mg Bor 0,30 mg
Vitamin B3 0,08 mg Mangan 0,10 mg
Vitamin B5 0,03 mg Fluor 0,02 mg
Vitamin B6 0,04 mg Jod 0,015 mg
Folsäure 0,02 mg Kobalt 0,005 mg
Molybdän 0,001 mg    

Lucullus sei Dank
Dem Urahn aller Gourmets, der römische Feldherr Lucius Lucullus, verdanken wir die Edelkirsche. Seine militärischen Errungenschaften sind längst vergessen, nicht aber seine Kriegsbeute. Er brachte die ersten großen, saftigen Süßkirschen aus der pontischen Stadt Kerasos an der Schwarzmeerküste Kleinasiens nach Rom. Als ausgeprägter Feinschmecker räumte Lucullus dem als Tribut mitgebrachten Kirschbäumchen auf seinem Triumphwagen den zentralen Platz ein. Die seiner Meinung nach kostbarste Kriegsbeute verbreiteten die Römer in ganz Mitteleuropa.

 


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AUSGABE 07/2010
Titel OBSTBAU Juli 2010
Titelbild: Süßkirschen aus dem geschützten Anbau sind nach wie vor auf dem Vormarsch.


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Leitartikel:
Gemeinsame Agrarpolitik - Zukunftspolitik der EU für Landwirtschaft und Gesellschaft
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