Archiv-Meldung vom 14.08.2009
Fachgruppe Obstbau diskutierte Risikobewertung und Rodeprämien
Vom 9. bis 11. August fand die Sommertagung der Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse statt. Auf Einladung der bayerischen Kollegen trafen sich die Experten im unterfränkischen Veitshöchheim. Als zentrale Themen standen die Risikobewertung möglicher Pflanzenschutzmittelrückstände und die Forderung einer sofortigen EU- Rodeprämie für Sauerkirschen zur Diskussion.Hans-Peter Wheeler, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, gab einen Überblick über die politischen Rahmenbedingungen für den Obstbau in Bayern. Dabei betonte er die finanzielle Unterstützung des Freistaates im Bereich obstbaulicher Forschung.
Dr. Michael Herrmann, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), informierte über die Bewertung von Risiken, die von möglichen Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln ausgehen könnten. „Risiko ist die statistische Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines negativen Ereignisses, multipliziert mit dem Ausmaß des Effekts“, so stieg Herrmann in sein Referat ein und machte deutlich, wie komplex die Arbeit des BfR ist.
Gerhard Kneib, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau, ergänzte: „Deutsches Obst und Gemüse ist nicht nur gesund, es ist auch sicher. Dafür sorgen in erster Linie wir Obstbauern und auch die Behörden auf Bundes- und Landesebene. Bei der Betrachtung von Risiken und Pflanzenschutzmitteln muss stets zwischen tatsächlichem und gefühltem Risiko unterschieden werden.“
Der Vorstand der Fachgruppe Obstbau beschloss im Rahmen der Sommertagung Eckpunkte eines möglichen Rodeprogramms für Sauerkirschen. Der Sauerkirschenmarkt müsse europaweit neu strukturiert werden, damit eine nachhaltige Produktion Chancen hat. Die diskutierten Eckpunkte werden nun den Ländern und der Bundesregierung vorgelegt.
Der Anbau von Zwetschen und Kirschen dominiert den Obstbau in Unterfranken. Davon überzeugten sich die Teilnehmer bei der anschließenden Rundfahrt durch die Region. Besucht wurde der Betrieb Zörner in Bibergau und die Absatzgenossenschaft in Sommerhausen. Einen Überblick über die neuesten Versuchsergebnisse gab es bei der Führung von Hubert Siegler durch die Anlagen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Obstbau in Veitshöchheim.
AUSGABE 08/2010

Titelbild: Die Heidelbeersorte ‘Nui‘ ist gut für die Verfrühung im Folientunnel geeignet.
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