Archiv-Meldung vom 14.08.2003
Viel Obst in der Kindheit schützt vor Krebs im Alter
Einen Langzeit-Schutzeffekt von Obst in Bezug auf Krebserkrankungen haben britische Wissenschaftler statistisch nachweisen können. Danach verringert ein erhöhter Obstkonsum in der Kindheit das Risiko, als Erwachsener an Krebs zu erkranken. Welche Vitamine oder anderen Inhaltsstoffe von Obst für diese Wirkung verantwortlich sind, ließ ich mithilfe der vor über 60 Jahren gesammelten Daten nicht aufklären. Die Ergebnisse der umfangreichen Studie erscheinen im „Journal of Epidemiology and Community Health".In der Zeit von 1937 bis 1939 beteiligten sich 1352 Familien aus ländlichen und städtischen Wohngebieten Englands und Schottlands - meist aus dem Arbeitermilieu an einer Ernährungsstudie. Die damals aufgezeichneten Daten bieten heute die einmalige Gelegenheit, mögliche Zusammenhänge zwischen den Ernährungsgewohnheiten in der Kindheit und deren Auswirkungen nach 60 Jahren aufzudecken. Nicht nur Angaben über die täglich eingenommene Nahrung, auch zusätzliche Daten über körperliche Merkmale, Krankheiten und Lebensbedingungen der Beteiligen standen zur Verfügung. Wissenschaftler von der MRC Social and Public Health Scienes Unit in London und von der University of Bristol werteten die Aufzeichnungen von über 3.878 Personen aus, die damals im Durchschnitt acht Jahre alt waren. Mithilfe von Sterbe- und Krebsregistern untersuchten sie den Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen im Alter und dem Anteil von Obst und Gemüse an der in der Kindheit täglich eingenommenen Nahrung. Bis Juli 2000 waren insgesamt 483 Personen an Krebs erkrankt. Bei den Männern handelte es sich überwiegend um Lungen- und Darmkrebs, bei den Frauen zusätzlich um Brustkrebs. Die statistische Analyse ergab: Je höher der Obstkonsum als Kind, desto geringer das Krebsrisiko als Erwachsener. Ein ähnlicher aber weniger stark ausgeprägter Zusammenhang bestand auch zwischen Obstkonsum und Sterberate. Für die verzehrte Menge an Gemüse ließ sich überraschenderweise kein Einfluss auf das Krebsrisiko nachweisen. Als mögliche Erklärung verweisen die Forscher auf die damals üblichen langen Kochzeiten (bis zu 60 Minuten) bei der Gemüsezubereitung, die zum Verlust von gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen führen. Den Wissenschaftlern gelang es nicht herauszufinden, welche Bestandteile des Obstes für die Schutzwirkung verantwortlich sind. Weder für die Vitamine C und E, noch für Beta-Karotin, deren Einfluss jeweils separat untersucht wurde, ergab sich eine statistisch signifikante Korrelation. Aus verschiedenen Studien mit Erwachsenen ist bekannt, dass Obst und Gemüse als Nahrungsbestandteile das Risiko für bestimmter Krebsarten senken können. Als dafür verantwortliche Inhaltsstoffe vermutet man Antioxidantien, die vor DNA-Schäden schützen. Sowohl Erwachsenen als auch Kindern über neun Jahre empfehlen die Autoren, täglich etwa 400 Gramm Obst und Gemüse, verteilt auf fünf Portionen, einzunehmen, um Gefäß- und Krebserkrankungen vorzubeugen.
(Quelle: aid Ernährung im Focus 3- 05/03, wsa)
AUSGABE 01/2012

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