Archiv-Meldung vom 10.01.2003
Offener Brief Betrifft: Giftspritze außer Kontrolle - Fehlentwicklungen
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat am 11. 12. 2003 eine Publikation zum Thema Pflanzenschutz vorgestellt. In dieser Publikation in diesem sehr mahnt der NABU einen dringenden Reformbedarf in der deutschen Pflanzenschutzpolitik an. Es werden u. a. folgende Vorwurfe erhoben:Sprache und Stil der Publikation dienen der sachlichen Erörterung der Probleme nicht. Viele auch zitierte Aussagen sind aus dem Zusammenhang gerissen und haben nur das Ziel, einer Stimmungsmache gegen Personen oder Verbände. Mit Aussagen oder Überschriften: „Das Alte Land in Täuscherhand“ wird eine Rufschädigung für eine ganze Region betrieben. Dies ist keine objektive Information und sachlichen Darstellung und für einen namhaften Umweltverband eher peinlich.
Die Vorwürfe sind in ihrer Gesamtheit sehr überzogen und allein von der Diktion fragwürdig. So werden Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 1997 bis 2001 vorgestellt. Besonders gravierend ist jedoch der Vorwurf, auf deutschen Äpfeln seien Spritzmittelrückstände von illegalen Pflanzenschutzmitteln gefunden worden. Tatsache ist, dass die untersuchten Äpfel aus deutschen Einzelhandelsgeschäften stammten. Es wurde jedoch nicht der Nachweis geführt, dass es sich um Äpfel aus Deutschland handelt. Inzwischen muss der Nabu sein Urteil den wahren Gegebenheiten anpassen:
· Alle untersuchten Fruchtproben sind unter der zulässigen Höchstwerten geblieben.
· Dass die vom Lebensmitteluntersuchungsamt gefundenen in Deutschland illegalen Wirkstoffe tatsächlich aus deutschen Fruchtproben stammen, kann nicht eindeutig vom NABU bestätigt werden.
· Ebenso hat der NABU inzwischen eingeräumt, dass es sich hier nicht um aktuelle Daten gehandelt hat, sondern um Daten von 1997 bis 2001. Verwundert stellen wir fest, mit welchen globalen Argumenten der Nabu in diesem sehr sensiblen Thema agiert.
Wenn der Nabu nun behauptet, dass es ihm allein um den Schutz des Verbrauchers gehe, so fragen wir uns:
· Warum geht der Nabu zuerst an die Presse und dann erst wird sich sachgerecht und abgewogen informiert?
· Warum wird der Verbraucher so verunsichert?
Die Fachgruppe Obstbau hat dem NABU ein Gesprächsangebot unterbreitet. Trotz großer Betroffenheit des Berufsstandes sind wir bereit, den Dialog auf Grundlage der Fakten fortzusetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass der NABU zu einer sachgerechten emotionsfreien Sprache zurückfindet.
Dort wo es Verfehlungen von deutschen Obstbauern gegeben hat, haben wir uns in der Vergangenheit distanziert und werden dies auch in Zukunft tun. Ein Einsatz von illegalen Pflanzenschutzmitteln wird von uns nicht gedeckt. Einen Rechtsrahmen zu schaffen, der uns Obstbauern eine legale Produktion aller Kulturen ermöglicht, muss weiteroberste Pflicht der Politik sein. Die Fachgruppe Obstbau hat Lösungsansätze in die politische Diskussionen eingebracht, die einen umfassenden Verbraucherschutz gewährleisten, den Umweltschutz nicht gefährden und für alle Kulturen eine legale Produktion ermöglicht.
Wir laden den Nabu ein, diese Lösungsansätze zu diskutieren und begleiten. Es ist vielleicht in einigen Fällen eine Unterstützung möglich.
Bei dem Thema Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln sind wir für sachgerechte Lösungsansätze offen. Wir brauchen aber keine pauschale Mengenreduzierung, sondern Instrumente und Prognosemodelle die, ohne wirtschaftlichen Schaden zu verursachen, die Sicherung der einzelnen Kulturen ermöglichen.
Gerd Beckmann Gerhard Kneib Franz Huchler
Stv. Vorsitzender Vorsitzender Stv. Vorsitzender
Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse
AUSGABE 06/2008

Titelbild: Dieser Himbeerzuchtklon steht in der Sortenprüfung der LVWO Weinsberg. Vielleicht
zukünftig eine neue Sorte?
Leitartikel:
Zum Pflanzenschutz bekennen undd gemeinverständlich thematisieren
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