Anbaugebiete / Regionalberichte
Obstbau in Unterfranken
Der Regierungsbezirk Unterfranken liegt im Nordwesten von Bayern und grenzt an die Bundesländer
Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg.
Für den Obstbau sind vor allem die Gebiete entlang des Mains von Bedeutung. Diese gehören,
neben der Oberrheinebene und dem Neckartal, zu den wärmsten Landschaften in Deutschland.
Die Bodenverhältnisse varriieren stark und reichen von sehr fruchtbaren Lössböden
im Ochsenfurter Gau bis zu den leichten und schnell erwärmbaren Sandböden an der Mainschleife
bei Volkach.
| Jahresdurchschnittstemperatur: | 8,5 - 9,0 °C |
| Sonnenscheindauer: | 1.600 - 1.750 Stunden |
| Niederschlag | 500 - 600 mm |
| Frostfreie Vegetationszeit: | 160 - 190 Tage |
Bedingt durch das günstige Klima, aber auch durch die vielerorts kleinstrukturierten Besitzverhältnisse
spielten Sonderkulturen als Einkommensquelle schon seit jeher eine wichtige Rolle. Von Bedeutung
sind neben dem Obstbau vor allem der Anbau von Wein und Spargel.
Die Schwerpunkte des unterfränkischen Obstbaus befinden sich in den Landkreisen Kitzingen,
Würzburg, Miltenberg und Aschaffenburg.
Vorherrschend sind Klein- und Mittelbetriebe. Großbetriebe mit Anbauflächen über
30 ha sind selten. Die Betriebsstrukturen im Obstbau stellen sich etwa wie folgt dar:
Betriebe unter 0,3 ha sind nicht erfasst.
Zusätzlich zur Erzeugung für den Frischmarkt hat auch die Verarbeitung von Obst eine
große Bedeutung. Dabei findet man neben vielen Brennereien und Keltereien auch Betriebe,
die Trockenobst produzieren.
Unterfranken besitzt mit 1334 ha die größte Obstanbaufläche in Bayern (s. Tabelle). Der Anbau in den Betrieben zeichnet sich durch eine große Arten- und Sortenvielfalt aus:
| Sorten | Gesamtfläche | |
| Zwetschen | Es werden zur Zeit ca. 30 verschiedene Sorten angebaut. Ziel ist eine Begrenzung auf 10-12 Sorten um den möglichen Erntezeitraum auszuschöpfen. | 340 ha |
| Apfel | Ewa 45 Sorten sind im Gebiet vorhanden. Das Sortiment im direktvermarktenden Betrieb besteht in der Regel aus 10 – 15 Sorten. Zum Standard gehören 'Delbarestivale', 'Elstar', 'Gala', 'Jonagold', 'Rubinette', 'Pinova' und 'Braeburn'. | 328 ha |
| Beerenobst | Die gesamte Palette von Kulturheidelbeeren über Himbeeren bis hin zur Weiki ist vertreten. Einen großen Flächenanteil besitzt die Schwarze Johannisbeere. | 181 ha |
| Erdbeeren | Hauptsorte ist 'Elsanta'. Weitere Sorten wie z.B. 'Honeoye' oder 'Florence' erweiternden Angebotszeitraum | 177 ha |
| Sauerkirschen | Verschiedene Typen der Schattenmorelle sind vorherrschend. Neuere Pflanzungen für die maschinelle Ernte mit der Sorte 'Gerema'. | 106 ha |
| Birnen | Den größten Flächenanteil hat die Sorte 'Williams
Christ'. Für den Frischmarkt werden in erster Linie 'Conference' und 'Alexander Lucas', sowie 'Concorde' gepflanzt. |
89 ha |
| Süßkirschen | Große Sortenvielfalt. Standard im frühen Bereich ist die Sorte 'Burlat', in der Spätsaison 'Regina'. | 68 ha |
| Mirabellen | Hauptsorte ist die Mirabelle von Nancy. Mirabellen werden vorwiegend zu Brennzwecken angebaut. | 42 ha |
| Pfirsiche | Geringer Anbauumfang. Im Anbau sind die Sorten 'Dixired', 'Red Haven', 'Roter Ellerstädter' und der Rote Weinbergspfirsich. | 3 ha |
Die Direktvermarktung über Hofläden und Wochenmärkte besitzt für die Betriebe
in Unterfranken einen hohen Stellenwert.
Die Großmärkte in Sommerhausen und Volkach, sowie verschiedene Händler sind insbesondere
für den Absatz von Kirschen und Zwetschen wichtige Partner.
Zur Förderung des regionalen Obstbaus in Franken hat sich im März 2006 der Verband "Fränkische
Obstbauern e.V." gegründet. Näheres hierzu unter: www.fraenkische-obstbauern.de
Die Beratung der Betriebe erfolgt durch das Gartenbauzentrum Bayern Nord am Amt für Landwirtschaft
und
Forsten in Kitzingen. Das Angebot umfasst Betriebsbesuche, regelmäßige Gruppentreffen
und Vortragsveranstaltungen. Warndiensthinweise, sowie weitere wichtige obstbauliche Informationen
werden über das Obstbaufax verteilt. Dies kann auch über das Internet abgerufen werden
unter www.alf-kt.bayern.de
Die Versuche im Obstbau in Bayern werden durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und
Gartenbau in Veitshöchheim und durch die Fachhochschule Weihenstephan mit ihrer Versuchsstation
in Schlachters am Bodensee durchgeführt.
Kontakt:
Gartenbauzentrum Bayern Nord
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen
Thomas Riehl
Mainbernheimer Str. 103
97318 Kitzingen
Telefon: 09321 / 3009-185
Telefax: 09321 / 3009-135
E-Mail: thomas.riehl@alf-kt.bayern.de
Internet: www.aelf-kt.bayern.de
LWG Veitshöchheim
Hubert Siegler
An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
Telefon: 0931 / 9801-313
Telefax: 0931 / 9801-300
E-Mail: hubert.siegler@lwg.bayern.de
Versuchsstation Schlachters
Ute Renner
Burgknobelweg 1
88138 Sigmarszell
Telefon: 08389 / 923745
Telefax: 08389-923746