Anbaugebiete / Regionalberichte
Obstbau in Schleswig-Holstein
Das Hauptanbaugebiet des Kernobstes liegt in den Elbmarschen westlich von Hamburg. Hier befinden
sich in den Kreisen Pinneberg und Steinburg 50 % der Apfelfanbauflächen. Einen weiterer Anbauschwerpunkt
des Apfels liegt zwischen Lübeck und Kiel in der Nähe der Ostsee und den Seen der „Holsteinischen
Schweiz“. Die Erdbeere ist inzwischen die bedeutendste Obstkultur in Schleswig-Holstein.
Die ältesten und größten Betriebe liegen östlich und nordöstlich von
Hamburg in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Ostholstein.
Mit jährlichen Niederschlägen von durchschnittlich 800 mm und einer Durchschnittstemperatur
von 8,4 °C hat Schleswig Holstein ein gutes, ausgewogenes Klima für den Anbau von Obst.
Die Böden Schleswig-Holsteins sind in drei sehr unterschiedliche Regionen einzuteilen:
Die Obstfläche ist in den letzten zehn Jahren leicht angestiegen, insgesamt werden heute
in Schleswig-Holstein auf 1.650 ha Obst angebaut. Es hat Verschiebungen zwischen den einzelnen
Obstarten gegeben. Äpfel und Sauerkirschen haben ab- Erdbeeren und Süßkirschen
zugenommen.
Die Anzahl der Betriebe ist rückläufig und liegt im Jahr 2004 bei 170. Dafür steigt
die Fläche je Betrieb kontinuierlich und hat inzwischen im Durchschnitt knapp 9 ha Obstanbaufläche
erreicht.
Mit steigender Erdbeeranbaufläche bekommt die Verlängerung der Erdbeerentezeit eine
entscheidende Bedeutung. Die Verfrühungen der Ernte mit Folien- und Vliesabdeckung und die
Verspätungen mit starken Frigopflanzen haben inzwischen 35% der Anbaufläche erreicht.
Der Anbau von Erdbeeren für die Industrie ist seit vielen Jahren in Schleswig-Holstein etabliert.
Es werden hierfür noch auf 100 ha die Sorte 'Senga Sengana' angebaut.
Pflaumen, Zwetschen und Süßkirschen wurden in den vergangenen Jahren nur noch auf den
mittelstarken Unterlagen ‚Pixi´ und ‚GiSelA 5´ gepflanzt.
Von der Kernobstfläche entfallen 95 % auf Apfel und nur 5 % auf die Birne. Die Lokalsorte
`Holsteiner Cox` wird in einigen Betrieben mit Flächenanteilen von über 50 %
angebaut und bestimmt insbesondere in Ostholstein den Apfelanbau.
| Sorten | Gesamtfläche | Erntemenge | |
| Kernobst | 600 ha | 20.000 t | |
| davon Äpfel | 'Holsteiner Cox' (35%), 'Elstar' und 'Jonagold' (je 20 %), 'Roter Boskoop', 'Gala', 'Braeburn' | 580 ha | |
| Birnen | Breites Direktvermarktersortiment | 20 ha | |
| Steinobst | 150 ha | 1.500 t | |
| davon Sauerkirschen | `Schattenmorelle`, `Morellenfeuer` | 70 ha | |
| Süßkirschen | „Altländer Sortiment“ mit Schwerpunkt im Bereich der Spätsorten und Kordia | 60 ha | |
| Pflaumen, Zwetschen | Breites Direktvermarktersortiment | 20 ha | |
| Berenobst | 900 ha | 9.000 t | |
| davon Erdbeeren | 'Elsanta', 'Honeoye', `Darselect`, 'Korona', `Symphony`, `Florence` ('Senga Sengana') | 760 ha | |
| Himbeeren | 'Schönemann', 'Tulameen', 'Glen Ample' | 80 ha | |
| Johannis- und Stachelbeeren | `Jonkheer van Tets`, `Rolan`, `Rovada` rotfrüchtige Stachelbeeren |
20 ha | |
| Kulturheidelbeeren | `Bluetta`, `Reka`, `Duke`, `Bluecrop` | 40 ha |
In Schleswig-Holstein spielt die Direktvermarktung mit einem Anteil von ca. 40 % eine große Rolle. In der Vermarktung über den Großhandel werden zum großen Teil die in Niedersachsen bestehenden Handelsstrukturen genutzt. Insbesondere im Weichobst ist die direkte Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels stark vertreten.
Einzelbetriebliche Beratung, Gruppenberatungen sowie Fachtagungen zu allen Themen rund um den
Obstbau werden vom Obstbauberatungsring für seine Mitglieder angeboten.
Obstbauliche Versuche werden in Kooperation von der Landwirtschaftskammer, dem Pflanzenschutzdienst
und dem Obstbauberatungsring in den Obstbaubetrieben durchgeführt.
Kontakt:
Obstbauberatungsring Schleswig-Holstein e.V.
Tilman Keller und Jan Raspel
Thiensen 16
25373 Ellerhoop
Teefon.: 04120 / 7068-321 (T. Keller)
und -322 (J. Raspel)
Telefax: 04120 / 7068-329
E-Mail:
Tilman.Keller@obstbauberatung-sh.de
Jan.Raspel@obstbauberatung-sh.de