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Anbaugebiete / Regionalberichte

Obstbau in Schleswig-Holstein

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Das Anbaugebiet

Das Hauptanbaugebiet des Kernobstes liegt in den Elbmarschen westlich von Hamburg. Hier befinden sich in den Kreisen Pinneberg und Steinburg 50 % der Apfelfanbauflächen. Einen weiterer Anbauschwerpunkt des Apfels liegt zwischen Lübeck und Kiel in der Nähe der Ostsee und den Seen der „Holsteinischen Schweiz“. Die Erdbeere ist inzwischen die bedeutendste Obstkultur in Schleswig-Holstein. Die ältesten und größten Betriebe liegen östlich und nordöstlich von Hamburg in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Ostholstein.
Mit jährlichen Niederschlägen von durchschnittlich 800 mm und einer Durchschnittstemperatur von 8,4 °C hat Schleswig Holstein ein gutes, ausgewogenes Klima für den Anbau von Obst.
Die Böden Schleswig-Holsteins sind in drei sehr unterschiedliche Regionen einzuteilen:

  • Marschböden: Die Flussmarschen liegen nördlich und östlich der Elbe, auf denen traditionsbedingt schon länger als 70 Jahre erfolgreich Obstbau betrieben wird. Die an der Nordsee liegenden Seemarschen eignen sich auf Grund der sehr windexponierten Lagen nur bedingt zum Anbau von Baumkulturen.
  • Der Mittelrücken Schleswig-Holsteins, der sich von Hamburg nach Flensburg mit überwiegend sandigen Böden zieht: Durch ausgeprägte Spätfrostlagen wird hier auf den Anbau von Kern- und Steinobst verzichtet. Lediglich das Beerenobst wird auf geeigneten Standorten überwiegend zur Direktvermarktung angebaut.
  • Die Ostholsteinischen Endmoräneböden: Hier befinden sich ausgezeichnete Obstanbaulagen. Durch die Nähe zur Ostsee und den vielen Seen liegt hier ein ausgesprochenes Spätgebiet.



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Bedeutung des Obstbaus

Die Obstfläche ist in den letzten zehn Jahren leicht angestiegen, insgesamt werden heute in Schleswig-Holstein auf 1.650 ha Obst angebaut. Es hat Verschiebungen zwischen den einzelnen Obstarten gegeben. Äpfel und Sauerkirschen haben ab- Erdbeeren und Süßkirschen zugenommen.
Die Anzahl der Betriebe ist rückläufig und liegt im Jahr 2004 bei 170. Dafür steigt die Fläche je Betrieb kontinuierlich und hat inzwischen im Durchschnitt knapp 9 ha Obstanbaufläche erreicht.
Mit steigender Erdbeeranbaufläche bekommt die Verlängerung der Erdbeerentezeit eine entscheidende Bedeutung. Die Verfrühungen der Ernte mit Folien- und Vliesabdeckung und die Verspätungen mit starken Frigopflanzen haben inzwischen 35% der Anbaufläche erreicht.
Der Anbau von Erdbeeren für die Industrie ist seit vielen Jahren in Schleswig-Holstein etabliert. Es werden hierfür noch auf 100 ha die Sorte 'Senga Sengana' angebaut.
Pflaumen, Zwetschen und Süßkirschen wurden in den vergangenen Jahren nur noch auf den mittelstarken Unterlagen ‚Pixi´ und ‚GiSelA 5´ gepflanzt.
Von der Kernobstfläche entfallen 95 % auf Apfel und nur 5 % auf die Birne. Die Lokalsorte `Holsteiner Cox`  wird in einigen Betrieben mit Flächenanteilen von über 50 % angebaut und bestimmt insbesondere in Ostholstein den Apfelanbau.




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Welche Obstarten werden angebaut?

  Sorten Gesamtfläche Erntemenge
Kernobst   600 ha 20.000 t
davon Äpfel 'Holsteiner Cox' (35%), 'Elstar' und 'Jonagold' (je 20 %), 'Roter Boskoop', 'Gala', 'Braeburn' 580 ha  
Birnen Breites Direktvermarktersortiment 20 ha  
Steinobst   150 ha 1.500 t
davon Sauerkirschen `Schattenmorelle`, `Morellenfeuer` 70 ha  
Süßkirschen „Altländer Sortiment“ mit Schwerpunkt im Bereich der Spätsorten und Kordia 60 ha  
Pflaumen, Zwetschen Breites Direktvermarktersortiment 20 ha  
Berenobst   900 ha 9.000 t
davon Erdbeeren 'Elsanta', 'Honeoye', `Darselect`, 'Korona', `Symphony`, `Florence` ('Senga Sengana') 760 ha  
Himbeeren 'Schönemann', 'Tulameen', 'Glen Ample' 80 ha  
Johannis- und Stachelbeeren `Jonkheer van Tets`, `Rolan`, `Rovada`
rotfrüchtige Stachelbeeren
20 ha  
Kulturheidelbeeren `Bluetta`, `Reka`, `Duke`, `Bluecrop` 40 ha  



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Vermarktung und Absatzwege

In Schleswig-Holstein spielt die Direktvermarktung mit einem Anteil von ca. 40 % eine große Rolle. In der Vermarktung über den Großhandel werden zum großen Teil die in Niedersachsen bestehenden Handelsstrukturen genutzt. Insbesondere im Weichobst ist die direkte Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels stark vertreten.




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Beratung und Versuchswesen

Einzelbetriebliche Beratung, Gruppenberatungen sowie Fachtagungen zu allen Themen rund um den Obstbau werden vom Obstbauberatungsring für seine Mitglieder angeboten.
Obstbauliche Versuche werden in Kooperation von der Landwirtschaftskammer, dem Pflanzenschutzdienst und dem Obstbauberatungsring in den Obstbaubetrieben durchgeführt.




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Kontakt:

Obstbauberatungsring Schleswig-Holstein e.V.
Tilman Keller und Jan Raspel
Thiensen 16
25373 Ellerhoop

Teefon.: 04120 / 7068-321 (T. Keller)
und -322 (J. Raspel)
Telefax: 04120 / 7068-329
E-Mail:
Tilman.Keller@obstbauberatung-sh.de
Jan.Raspel@obstbauberatung-sh.de