Anbaugebiete / Regionalberichte
Obstbau in Sachsen-Anhalt
Die Hauptanbaugebiete der Region erstrecken sich entlang des S üdharzes
in östlicher Richtung bis zur Stadt Halle. Weitere Flächen werden entlang des Nordharzes
bewirtschaftet. Einzelbetriebe befinden sich im südlichen Zipfel des Landes Sachsen-Anhalt
sowie in der Magdeburger Börde.
Die Region liegt im Regenschatten des Harzes und ist gekennzeichnet durch sehr geringe Niederschläge.
Am trockensten Ort in Deutschland in der Nähe des Süßen Sees werden weniger als
400 mm Niederschlag im Jahr gemessen.
Aus obstbaulicher Sicht wird die geringe Niederschlagsneigung ausgeglichen durch gute bis sehr
gute Böden mit einer hohen Wasserkapazität. An den nach Süden geneigten Flächen
entlang von Saale und Unstrut sowie am Süßen See gedeien neben Äpfeln und Süßkirschen
auch Wein und Aprikosen.
Geschichtlich gesehen ist der Obst- und Weinbau in den Kl östern
und Gütern des Süd- u. Nordharzes seit mehr als 500 Jahren nachzuweisen. Einen Höhepunkt
in der Entwicklung erfuhr der Obstbau von 1973 bis 1980 mit der Anlage von über 10.000 ha
Anbauflächen, vorwiegend Apfelbäume und dem Bau von 17 Kühlhäusern mit einer
Lagerkapazität von 80.000 t.
Seit der politischen Wende ist der Erwerbsobstbau durch Rodungen (1992 und 1995) auf 57 Betriebe
zurückgegangen. Die Obstbaubetriebe werden fast ausschließlich von Einzelunternehmern
geführt.
Der wesentlichste Teil des Erwerbsobstbaus in Sachsen-Anhalt wird von 57 Anbauern (> 5 ha Obstanbaufläche)
mit einer durchschnittlichen Obstanbaufläche von 29 ha betrieben.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes beträgt 2002 die Obstanbaufläche in Sachsen-Anhalt
1.747 ha (1.087 ha Äpfel, 281 ha Süßkirschen, 233 ha Sauerkirschen, 86 ha Pflaumen,
34 ha Birnen, 18 ha Aprikosen, 5 ha Mirabellen und 4 ha Pfirsiche).
| Sorten | Gesamtfläche | Erntemenge | Bemerkungen | |
| Apfel | Gala, Jonagold, Jonagored, Elstar, Shampion, Idared, Golden Delicious | 1.087 ha | 29.000 - 30.000 t | Die Reproduktion der Bestände vollzieht sich sehr langsam. Der Anteil Industrieware am Gesamtaufkommen ist noch sehr hoch. |
| Süßkirschen | Kordia, Regina, Hedelfinger, Querfurter Königskirsche, Sweetheart, Skeena. | 281 ha | 1000 t (8 bis 15 t/ha in Neuanlagen) |
Die Reproduktion der Bestände hat begonnen. Das Sortiment wird auf dunkle, feste und späte Sorten umgestellt. Altbestände müssen schrittweise gerodet werden. |
| Sauerkirschen | Schattenmorelle (94%) | 233 ha | 1.500 - 2.000 t | Handernte für Konservenkirschen maschinelle Ernte für Saftware |
26 Obstbaubetriebe sind Mitglieder in der Saale Obst Erzeuger- und Absatzgenossenschaft eG und vermarkten das Obst gemeinsam über die Vetriebsgesellschaft VEOS. Die anderen Betriebe vermarkten ihre Produkte direkt.
Die obstbauliche Fachberatung der Unternehmen erfolgt durch zwei private Obstbaufachberater.
Das obstbauliche Versuchswesen ist der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau des
Landes Sachsen-Anhalt angegliedert und befindet sich am Standort Quedlinburg-Ditfurt.
Kontakt:
Landesfachgruppe Obstbau Sachsen-Anhalt
Brigitte Hochtanz
Maxim Gorki Straße 13
39108 Magdeburg
Tel./Fax. 0391/ 7318034
E-Mail: obstbau@lvgsa.de