Anbaugebiete / Regionalberichte
Obstbau an der Niederelbe
Das Obstanbau-Gebiet Niederelbe erstreckt sich linksseitig des Elbeurstromtals von der Winsener
Elbmarsch im S üdosten über das Kerngebiet bis in die elbmündungsnahen
Landschaften Kehdingen und Hadeln im Nordwesten, sowie südlich der Elbe auf die Geest.
Bei den flussnahen Standorten handelt es sich überwiegend um alluviales Schwemmland, d. h.
Marschboden, der zwischen zwei Meter über und einem Meter unter dem Meeresspiegel (NN) liegt.
Die dilluvialen lehmigen Sande der Geest befinden sich ca. 30 m über NN.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,6 °C, die Temperatur während der Vegetationsmonate,
April bis Oktober, 13,0 °C. Im Jahresdurchschnitt fallen 740 mm Niederschlag und die Anzahl
der Sonnenscheinstunden beträgt 1500.
Das Niederelbegebiet, bekannt geworden unter dem Namen ALTES LAND, ist das gr ößte
geschlossene Obstanbaugebiet Deutschlands. Erste beurkundete Hinweise auf die obstbauliche Nutzung
dieser Region stammen aus dem Jahr 1321 und verweisen auf die inzwischen über 650 Jahre alte
Obstbau-Tradition.
Von den mehr als 1.200 Betrieben wird eine Gesamtobstfläche von 10.000 ha bewirtschaftet.
Trotzdem die Betriebs- und Flächenzahlen in den letzten Jahren zurückgingen, konnte
durch eine Steigerung der Flächenproduktivität die Erntemenge in den letzen Jahren weitgehend
konstant gehalten werden. Die Gesamtobstfläche an der Niederelbe setzt sich zusammen aus
9.000 ha Baumobst und ca. 1.000 ha Beerenobst. In der Lüneburger Heide werden darüber
hinaus noch ca. 500 ha Heidelbeeren angebaut.
Den höheren Anforderungen des heutigen Verbrauchers an das Gesundheits- und Fitness-Produkt
Obst wurde durch die Einführung des Integrierten Obstanbaus an der Niederelbe im Jahr 1989
Rechnung getragen. Inzwischen beteiligen sich ca. 80 % der Betriebe am umweltschonenden kontrollierten
Integrierten Anbau. In kleinen Schritten, und fachlich unterstützt durch die Forschung und
Beratung des Obstbau- Versuchs- und Beratungszentrums erfolgt die Umstellung einzelner Betriebe
auf ökologischen Obstanbau.
| Sorten | Gesamtfläche | |
| Apfel | ‘Jonagold’, ‘Elstar’, Holsteiner Cox', ‘Boskoop’ *) | 8.840 ha |
| Birnen | 297 ha | |
| Süßkirschen | 505 ha | |
| Sauerkirschen | 100 ha | |
| Pflaumen | 158 ha | |
| Erdbeeren | 860 ha | |
| Himbeeren | 115 ha | |
| Heidelbeeren | 500 ha |
*) Deutlich an Bedeutung verloren haben ‘Gloster’ und ‘Cox Orange’, während ‘Gala’ und ‘Braeburn’ gewonnen haben. Im Kommen sind aber auch ganz neue Züchtungen wie ‘Topaz’, der hauptsächlich von ökologisch wirtschaftenden und direktvermarktenden Betrieben gepflanzt wird, aber auch ‘Rubens’ und ‘Kanzi’, die in sogenannten „Club“-Konzepten angebaut werden und somit nur noch bestimmten Obstbauern und Vermarktern zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird noch eine Vielzahl verschiedenster Apfelsorten ergänzt, die allerdings sowohl zeitlich als auch mengenmäßig begrenzt, nicht überall und ständig erhältlich sind.
Vermarktet wird das Obst zum gr ößten Teil indirekt über die Obsterzeugerorganisationen Elbe- Obst, Marktgemeinschaft Altes Land (MAL), Godeland, Altländer Obst und diverse freie Händler. Ca. 10 % der Ware wird von den Betrieben direkt ab Hof, ab Feld oder über Wochenmärkte verkauft.
Die Obstproduktion wird durch das Obstbau- Versuchs- und Beratungszentrum unterst ützt,
wo unter einem Dach die obstbauliche Forschung und Beratung untergebracht sind.
Für das Versuchswesen ist die Obstbauversuchsanstalt (OVA) der Landwirtschaftskammer Hannover
zuständig. Der angegliederte 35 ha große Versuchsbetrieb „Esteburg“ testet
zurzeit im Segment Apfel über 300 Sorten. Hinzu kommen 160 Süßkirschensorten,
90 Sorten Pflaumen und Zwetschen, knapp 60 Birnensorten und rund 100 Sorten beim Beerenobst.
Die Beratung übernimmt der Obstbauversuchsring des Alten Landes e. V. (OVR) sowie der Öko-Obstbau
Norddeutschland Versuchs- und Beratungsring e. V. (ÖON).
Kontakt:
Obstbau- Versuchs- und Beratungszentrum
Moorende 53
21635 Jork
Telefon: 04162 / 60160
Telefax: 04162 6016600
E-Mail: zentrale@ovb-jork.de
Internet: www.ovb-jork.de