Anbaugebiete / Regionalberichte
Obstbau in Mittelbaden
Die Obstregion Mittelbaden liegt zwischen dem Schwarzwald und dem Oberrhein, sowie den Städten Karlsruhe, Straßburg und Lahr. Mittelbaden ist das bedeutendste Beeren- und Steinobstanbaugebiet Deutschlands. In der Region sind besonders günstige Standortverhältnisse für den Obstbau anzutreffen:
Mittelbaden ist eine der vielfältigsten Obstregionen Deutschlands, denn außer Aprikose
werden alle marktrelevanten Obstarten angebaut. Eine Besonderheit ist die Edelobstbrennerei. 20
% aller deutschen Abfindungsbrennereien befinden sich im Ortenaukreis. Das Brennwesen spielt deshalb
für den Erhalt der landschaftsprägenden Kirsch-, Zwetschen- und Kernobstbäume eine
große Rolle.
Die Betriebstruktur im Gebiet Mittelbaden ist durch Kleinbetriebe geprägt. Die Obstanbaufläche
wird überwiegend von Familienbetrieben mit 0,5 bis 12 ha bewirtschaftet, wobei die Zu- und
Nebenerwerbbetriebe mit 65 % überwiegen.
Das mittelbadische Obstanbaugebiet (Raum Offenburg und Rastatt) umfasst ca. 4.200 ha Baumobst.
Beerenobstanbau findet im Raum Oberkirch auf ca. 500 ha und im Raum Rastatt auf 350 ha statt.
| Sorten | Gesamtfläche | Besonderheiten | |
| Tafeläpfel | Hauptsorten: Delbarestivale (Ambassy), Elstar (Red Elstar Michielsen), Gala
(Mondial, Galaxy), Jonagold (Novajo, Jonakarina), Braeburn (Hillwell, Lochbui) Nebensorten: Arkcham, Akane, Pinova, Rubinette, Topaz, Golden Delicious (Reinders, Weinsberg), Idared, Fuji Typ Kiku 8 |
700 ha | |
| Mostäpfel | 100 ha | ||
| Birnen | Williams Christ | 100 ha | vorwiegend für die Brennerei |
| Süßkirschen | Brennkirschen: Hauptsorten: Dollenseppler, Benjaminler Nebensorten: Rotstieler, Wölflisteiner, Lokalsorten Konservenkirschen: Dollenseppler, Schwarze Kracher, Schwarze Königin, Polenkirsche, Pollux |
1.400 ha | vorwiegend Brennware; nur 24 ha Tafelkirschen |
| Pflaumen | Hauptsorten: Katinka, ersinger, Cacaks Schöne, Hanita, Cacaks Fruchtbare,
Hauszwetsche, Presenta Nebensorten: Ruth Gerstetter, Herman, Cacaks Frühe, Pitestean, Jojo, Elena |
1.900 ha | Erntemenge: 10.000-16.000 t |
| Erdbeeren | Hauptsorte: Elsanta Nebensorten: Honeoye, Darselect Im Kommen sind ’Clery’, ’Sonata’ Remontierende Sorten: Everest, Seascape, Selva |
600-650 ha | Raum Oberkirch: 250-300 ha, Raum Rastatt: 350 ha |
| Johannisbeeren | 140 ha | ||
| Brombeere | Loch Ness | Erntemenge: 132 t | |
| Himbeeren | Hauptsorten: Tulameen, Elida, Meeker Nebensorten: Resa, Glen Ample |
40 ha | Erntemenge: 250-350 t |
| Stachelbeeren | Hauptsorte: Achilles Nebensorten: Maiherzog ,Invicta, Rote Triumph, Xenia |
25 ha | Erntemenge: 250-300 t |
| Heidelbeeren | Duke, Bluecrop | 20 ha | Erntemenge: 80 t |
Desweiteren werden Sauerkirschen, Pfirsiche und Mirabellen in geringem Umfang angebaut.
Das angebaute Obst wird zu 95 % durch den Obstgroßmarkt Mittelbaden (OGM) in Oberkirch
vermarktet. Die Genossenschaft hat nahezu 8.000 Mitglieder und besteht in dieser Form seit dem
01.01.1996. Sie ist durch eine Fusion der vier Genossenschaften REO Oberkirch, OAG Bühl,
ACHAG Achern und OGA Ortenberg entstanden. An ca. 30 Sammelstellen wird die Ware erfasst und an
die Zentrale weitergeleitet.
Der Wert der Ware beträgt im Durchschnitt der Jahre 21-25 Mio. Euro.
Die Beratung im Gebiet erfolgt durch eine Obstbauberatung am Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg,
zwei genossenschaftliche Berater am OGM in Oberkirch und eine private Obstbauberatung (POB). Zusätzlich
gibt es eine übergebietliche Pflanzenschutzberatung.
Versuche werden von allen oben genannten Stellen durchgeführt.