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Anbaugebiete / Regionalberichte

Obstbau in der Region Forchheim-Fränkische Schweiz

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Das Anbaugebiet

Das Obstanbaugebiet Forchheim-Fränkische Schweiz, ist eines der größten geschlossenen Süßkirschenanbaugebiete in der Bundesrepublik Deutschland. Geologisch gesehen gehört es zur nördlichen Frankenalb. Zum Anbaugebiet Forchheim/Fränkische Schweiz zählen auch die Obstbaugemeinden der am Landkreis Forchheim angrenzenden Landkreise Bamberg, Bayreuth, Erlangen-Höchstadt, Nürnberger Land und vermarktungstechnisch auch das Kirschenanbaugebiet um Spalt/Mittelfranken. Der mit einer Fläche von 645 km² größte Teil befindet sich jedoch im Landkreis Forchheim. In 29 Gemeinden leben hier ca. 113.300 Einwohner.
Der Obstanbau findet auf einer Höhe von 250 bis 400 m über NN an den blütenfrostfreien Hängen der romantischen Täler und von 400 bis 550 m über NN auf den meist ebenen Hochflächen des Jura statt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt je nach Höhenlage bei etwa 8° C, die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge bei 650 bis 900 mm. Die verschiedenen Höhenlagen bewirken einen Blüte- und Reifeunterschied von ca. 10 bis 14 Tagen.




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Bedeutung des Obstbaus

Ausgangspunkt des Obstanbaus, insbesondere des Kirschenanbaus, ist das einstige Benediktinerkloster Weißenohe um das Jahr 1000 nach Christus. Obst wurde als Hauptsonderkultur in landwirtschaftlichen Voll-, Zu- und Nebenerwerbsbetrieben angebaut. Landschaftsprägend sind bis heute die Hecken aus wurzelechten Hauszwetschen. Aus den primitiven Anfängen entwickelte sich im Laufe von Jahrhunderten durch ständige Züchtung und Auslese von Edelsorten und Veredlungsunterlagen sowie Verbesserung der Anbauformen das heutige Kirschenanbaugebiet.
Etwa zwei Drittel aller Betriebe bewirtschaften eine Fläche unter 10 ha. Durch die relativ kleinen Betriebsgrößen waren Landwirte gezwungen, lohnbringende Sonderkulturen anzubauen um eine annährend gesicherte Existenz zu haben. Mit zunehmender Industrialisierung erfolgt der Obstanbau immer mehr im Nebenerwerb.
Die Erfolge im Bereich des Süßkirschenanbaus finden europa- und weltweit Beachtung und Nachahmung besonders bei der Frage der Baumerziehung und Unterlagenforschung. Im Bereich des intensiveren Obstbaus, der hauptsächlich für den Frischmarkt produziert, befindet sich die Produktionstechnik auf dem aktuell neuesten Stand.




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Welche Obstarten werden angebaut?

  Sorten Gesamtfläche Erntemenge Bemerkung
Süßkirsche großfrüchtige Frischmarktsorten, bes. Spätsorten 591 ha (intensiv)
870 ha (extensiv)
10.000-40.000 dt
Stark witterungsabhängig
ca. 75% stehen auf stark schwachwüchsiger ca. 25% auf stark wachsender Unterlage - 15% der Süßkirschenproduktion Deutschlands
Zwetsche 'Fränkische Hauszwetschge'   5.000-50.000 dt
Stark witterungsabhängig
'Fränkische Hauszwetsche' mit 70% die Hauptsorte neue Zwetschgensorten sind stark im kommen

Das Kernobst hat keine große Marktbedeutung. Die wenigen Vollerwerbsobstbauern vermarkten ihre Erzeugung zum größten Teil privat. Die Ernte aus den noch zahlreichen Hoch- und Halbstammextensivobstgärten wird an Mostereien geliefert.
Der Erdbeeranbau ist rückläufig, jedoch findet der Direktverkauf ab Hof bzw. Feld zunehmend mehr Interesse. Der Anbau von Strauchbeerenobst spielt nur eine untergeordnete Rolle, obwohl die Anbauvoraussetzungen und Vermarktungsaussichten positiv zu bewerten sind.




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Vermarktung und Absatzwege

Den genossenschaftlichen Erzeugerorganisationen Igensdorf, Langensendelbach, Mittelehrenbach und Pretzfeld gehören etwa 5.000 Obstbauern an. Daneben haben einige Versandhändler eine eigene Annahme. Bedingt durch den zunehmenden Naherholungsverkehr findet der Direktabsatz an den Endverbraucher mehr Interesse. Er stellt aber für die hohe Gebietsproduktion keine Alternative zur genossenschaftlichen Vermarktung dar. Förderlich für den Absatz von Verwertungsobst wirken sich die zahlreichen Kleinbrennereien aus. Die ansässigen genossenschaftlichen und privaten Mostereien besitzen ein ähnlich hohes Leistungsniveau.




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Beratung

Das Ziel der Anbauberatung und aller mit dem Obstbau betrauten Stellen ist die Erhaltung und wirtschaftliche Verbesserung des landschaftsbildprägenden Obstbaus im Obstbauland - Urlaubsland "Forchheim-Fränkische Schweiz". Dabei muss jedoch den gehobenen Ansprüchen des Marktes sowie der Konsumenten jederzeit entsprochen werden. Die Beratungsschwerpunkte sind:

  • Beratung von Landwirten bei der Anlage von Kirschen und Zwetschgenanlagen (intensiv) und bei der Auswahl von Mostobst-Sorten für den Extensiv-Bereich
  • Beratung in Pflanzenschutz- und Pflanzenernährungsfragen
  • Weltweit anerkanntes, naturnahes System der Erziehung (Central Leader nach Tobias Vogel) zur Erzielung früher, hoher und relativ gleichmäßiger Ernten bei niedrigen Baumhöhen.
  • Beratung und Planung von energiesparenden Bewässerungssystemen für die intensiven Zwetschgen- und Kirschenanlagen
  • Entwicklung neuer Verarbeitungsmöglichkeiten von Obstprodukten (z. B. Apfelsekt)



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Versuchswesen

Auf insgesamt 10 ha Fläche (in der Regel Pachtflächen des Landkreises Forchheim) werden hauptsächlich Kirschsorten in Zusammenhang mit neuen schwachwuchsinduzierenden Unterlagen erprobt. Die Ergebnisse fließen direkt in die Praxis ein. Finanziell beteiligen sich das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, die Bezirke Oberfranken und Mittelfranken und die Landkreise Forchheim und Erlangen-Höchstadt. Weiterhin werden in den Versuchsanlagen Fragestellungen aus dem Bereichen Pflanzenschutz, Düngung und Bewässerung bearbeitet.
Zusätzlich werden Zwetschgensorten, Sauerkirschsorten, robuste (tolerante) Apfelsorten sowie alternative Obstarten auf ihre Tauglichkeit für das Gebiet geprüft.
Bei den monatlichen Begehungen in den Versuchanlagen können sich die Obstanbauern regelmäßig über die neusten Sorten- und Unterlagenentwicklungen informieren.
Der Landkreis Forchheim ist Besitzer des letzten Reisergartens in Bayern. Hauptsächlich steht ein umfangreiches Sortiment an Kirschen- sowie Zwetschgenreisern zur Verfügung. Der Reiserversand findet überwiegend in Deutschland, aber auch im angrenzenden Ausland statt.




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Kontakt:

Kreisfachberater für Obstbau
Hans Schilling
Oberes Tor 1
91320 Ebermannstadt

Telefon: 09194 / 723475
Telef ax: 09194 / 723402
E-Mail: hans.schilling@lra-fo.de