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Anbaugebiete / Regionalberichte

Obstbau in der Region Bayrischer Bodensee

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Das Anbaugebiet

Obstbau in der Region Bayrischer BodenseeDas bayerische Anbaugebiet um Lindau schließt nahtlos an Baden-Württemberg an und ist Teil der Obstregion Bodensee. Der Anbau erstreckt sich entlang des Bodenseebeckens von der Gemeinde Nonnenhorn im Westen bis an die Grenze zu Vorarlberg im Osten auf einer Höhe von 400- 500 m NN. Im Nordosten besteht eine natürliche Anbaugrenze durch den Höhenanstieg auf über 550m. Ab hier herrscht aufgrund der kürzeren Vegetationsdauer und höherer Niederschläge der Streuobstbau vor.
Die Landschaft wurde durch die Eiszeit geprägt. Drumlinhügel und Niederterrassenschotter gestalten ihr abwechslungsreiches Bild. Als Hauptbodenart überwiegt sandiger Lehm, vereinzelt kommen auch Kies- und Moorböden vor.
Das Klima wird bestimmt durch Jahresniederschläge von 1500 mm bis 1700 mm. Die durchschnittliche, mittlere Jahrestemperatur liegt bei 9,4 °C, die Sonnenscheindauer beträgt bis zu 1700 Stunden je Jahr.

Das zusammenhängende, bayerische Obstanbaugebiet am Bodensee umfasst eine Fläche von 800 ha und weist mit 90 ha die wichtigste Birnenproduktion am See auf. Für den Birnenanbau werden bevorzugt die besten Lagen an den Südhängen genutzt. Die Hauptbirnensorte „Williams Christ“ dient  fast ausschließlich der Herstellung von Obstbrand.



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Bedeutung des Obstbaus

Der Obst- und Weinbau hat in Lindau eine lange Tradition. In den kleinen Gemischtbetrieben mit Milchviehhaltung und Streuobstbau diente der Obstbau bis in die 60-er Jahre zur Selbstversorgung. Anschließend vollzog sich ein sehr rascher Wandel im Obstbau, es wurden erste Niederstammanlagen erstellt und ab 1975 erfolgte die Umstellung auf die Unterlage M9. Mit der Intensivierung im Obstbau ging in den meisten Fällen auch die Umstellung der Gemischtbetriebe in reine Obstbaubetriebe einher. Ab 1991 hat sich der Kontrollierte Integrierte Anbau im Gebiet etabliert.
Die gesamte Obstanbaufläche von ca. 800 ha wird von 200 Familienbetrieben bewirtschaftet. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 4 ha. Betriebe mit mehr als 20 ha Obstbaufläche sind selten.
Viele Obstbaubetriebe haben sich zusätzliche Einkommensquellen im Fremdenverkehr geschaffen. Des weiteren gibt es die Kombination von Obstbau mit Milchviehhaltung, mit Weinbau oder auch mit Gemüsebau.




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Welche Obstarten werden angebaut?

  Sorten Gesamtfläche Erntemenge
Apfel Jonagold und –gored, Elstar, Golden Del., Boskoop, Cox , Idared, Braeburn, Gala, Pinova und Sonstige 650 ha 22.000 t
Birnen Williams, A. Lucas, Conference 90 ha 2.700 t
Steinobst -- 40 ha --
Erdbeeren -- 20 ha --



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Vermarktung und Absatzwege

Der Großteil der Kernobstproduktion wird über die beiden Erzeugerorganisationen WOG und MABO mit Sitz in Baden-Württemberg vermarktet. Dieses Obst wird dem Kunden unter dem Logo „Obst vom Bodensee“ angeboten.
Zusätzlich spielt in vielen Betrieben die Ab-Hof-Vermarktung eine Rolle. Für die Direktvermarktung von Kernobst hat die Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern ein eigenes Logo entworfen, es zeigt die Lindauer Hafeneinfahrt  und weist auf die bayerische Herkunft hin.
Der Verbraucher kann in den Hofläden und auf den Märkten nicht nur heimisches Obst kaufen, sondern auch zahlreiche, selbsthergestellte Spezialitäten wie Obstbrände, Fruchtsäfte, Marmeladen oder auch Apfelchips.
Auch die Obstverarbeitung hat ihren Stellenwert im Lindauer Gebiet. Zur Saftgewinnung kann Obst direkt bei der „Lindauer Bodensee-Fruchtsäfte GmbH “ angeliefert werden. Ein Obstbaubetrieb im Gebiet produziert Apfelchips in verschiedenen Varianten. Eine Besonderheit im Landkreis Lindau ist die Abfindungsbrennerei, dadurch gibt es eine Vielzahl von Kleinbrennern. Alle Obstbaubetriebe nutzen ihr Brennrecht zur Herstellung von Obstbränden.




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Beratung und Versuchswesen

Im Landkreis Lindau in der Gemeinde Sigmarszell liegt die Versuchsstation Schlachters, die mittlerweile auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblicken kann. 1909 wurde hier mit dem Bau eines Schulgebäudes die bayerische Obst- und Weinbauschule gegründet. Sie hatte den Zweck, junge Landwirte im Anbau von Obst, Wein und Gemüse zu schulen. Von 1956 bis 1970 fanden Meisterkurse in allen Sparten des Gartenbaus statt und die Beratung der Erwerbsobstbauern sowie die Kreisfachberatung hatte ihren Sitz in Schlachters.
Fachhochschule WeihenstephanHeute ist die Versuchsstation für Obstbau ein Teil des Instituts für Gartenbau der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan. Praxisnahe Forschungsprojekte im Anbaugebiet bringen dem Berufsstand Vorteile. Sie ermöglichen der Fachhochschule Weihenstephan außerdem durch die Durchführung von Seminaren sowie Studien- und Diplomarbeiten vor Ort eine fundierte Ausbildung der Gartenbaustudenten im Obstbau.
Auf rund 8 ha wird Forschung in folgenden Bereichen durchgeführt:

  • Pflanzenschutz
  • Düngung
  • Gerätetechnik
  • Pflanzenqualität und Sortensichtung

Die geplanten Forschungsprojekte werden eng mit einem Beirat abgestimmt, der aus Vertretern des Berufsstands, der amtlichen Beratung, des Landkreises Lindau, der Landesanstalt für Landwirtschaft Freising und der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim besteht. Möglichkeiten zur Bearbeitung von Forschungsaufträgen seitens der Industrie sind gegeben.
Die Beratung der Obstbauern der Region wird von der Obstbauberatung des Landwirtschaftsamtes Kempten-Lindau und der Stadt Lindau durchgeführt.




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Beratung:

Landwirtschaftsamt Kempten- Lindau Obstbauberatung
Karin Wudler
Ludwig-Kick-Strasse 12
88131 Lindau

Telefon: 08382 / 931431
Telef ax: 08382 / 931437
E-Mail: Karin.Wudler@lwa-ke.bayern.de


Obstbauberater der Stadt Lindau
Wolfgang Brög
Bürger- und Ordnungsamt
Bregenzerstrasse 4 –12
88131 Lindau

Telefon: 08382 / 918320
Telef ax: 08382 / 918380
E-Mail: wolfgang.broeg@lindau.de

 

Schlachters:

Dipl.-Ing. (FH) Ute Renner
Burgknobelweg 1
88138 Sigmarszell

Telefon: 08389 / 923745
Telefax.: 08389 / 923746
www.fh-weihenstephan.de/fgw