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Anbaugebiete / Regionalberichte

Obstbau am Bodensee

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Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet Bodensee erstreckt sich über vier Landkreise, Konstanz, Lindau, Ravensburg und den Bodenseekreis und bildet ein geographisches Dreieck, das sich von den Eckpunkten Lindau im Osten und Stockach im Westen nördlich nach Ravensburg ausdehnt. Das Obstanbaugebiet weist eine Höhenlage von 400- 600 m über dem Meeresspiegel auf. Die Niederschlagsmenge nimmt von Osten nach Westen deutlich ab, sie liegt zwischen 1200 mm und 750 mm.




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Bedeutung des Obstbaus

Der Obstbau am Bodensee hat eine lange Tradition. Ortschaftsnamen wie Birnau, Apflau oder Nu ßdorf zeugen davon, dass in diesem vom Bodensee klimatisch begünstigten Gebiet der Obstbau sehr früh beheimatet war. Der Obstbau diente lange der Selbstversorgung und wurde in Krisenzeiten zur Volksernährung herangezogen. Seit den 50er Jahren hat der Obstbau einen Wandel durchgemacht, wie kaum ein anderer landwirtschaftlicher Bereich, und zwar bedingt durch den außerordentlichen Verdrängungswettbewerb innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Mit dem Generalplan zur Neuordnung des Obstbaus in Baden-Württemberg wurde der Grundstock gelegt für den heutigen modernen Obstbau, wie er am Bodensee anzutreffen ist.
Die Hauptkultur der rund 1.600 Erwerbsobstbaubetriebe ist mit über 7.000 ha Anbaufläche, der Apfel. Da die Erlössituation im Apfelanbau aber immer schwieriger wird und viele Betriebe ihr Einkommen im Direktverkauf aufbessern wollen, nimmt der Steinobstanbau zu, denn der Bodensee mit seinem Fremdenverkehr bringt Feriengäste als zusätzliche Abnehmer. Viele Obstbaubetriebe sind in den intensiven Zwetschen- oder Kirschanbau mit kleinen Baumformen und kostspieligen Überdachungen eingestiegen.




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Welche Obstarten werden angebaut?

  Sorten Gesamtfläche Erntemenge Bemerkung
Apfel Jonagold (35%), Elstar, Golden Delicious, Gala, Braeburn 7.000 ha 200.000 t - 220.000 t Daten vom statistischen Landesamt Baden-Württemberg
Birnen Alexander Lucas, Williams, Conference, Concorde 320 ha --
Zwetsche Katinka, Cacaks Schöne, Hanita Presenta 200 ha --
Süßkirsche Regina, Kordia, Oktavia, Samba 200 ha --



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Vermarktung und Absatzwege

Beim traditionellen Verkauf über die beiden großen Erzeugerorganisationen Württembergische Obst Genossenschaft eG (WOG)und Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG (MABO) hat man als Folge der Konzentration bei der abnehmenden Hand im Lebensmitteleinzelhandel mit der Gründung der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft (OVB) eine zentrale Verkaufsstelle geschaffen. Sie bündelt die Ware der Packstationen und übernimmt die gesamte Lieferlogistik.




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Erzeugerorganisationen

Zwei Drittel der Erntemenge wird von 15 Obstgroßmärkten in der Region aufgenommen. Sie sind Vertragsvermarkter der WOG und MABO.
Die Erzeugerorganisationen sind Mitglieder im Marktkontor Obst und Gemüse Württemberg e.V.. Die Obsterzeuger sind mit Geschäftsanteilen persönliche Mitglieder der Genossenschaft.




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Beratung und Versuchswesen

Das Kompetenzzentrum Obstbau - Bodensee in Bavendorf (KOB) ist eine privatrechtliche Stiftung. Ihr Zweck ist die F örderung des Obstanbaus in der Bodenseeregion und damit auch der Erhalt der dort gewachsenen Kulturlandschaft. Dabei werden Aufgaben an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Praxis übernommen. Hierzu zählt einerseits die an den Standort gebundene grundlagenorientierte Forschung. Andererseits soll durch anwendungsorientierte Forschung und Beratung, aber auch durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Einrichtungen anderer Obstbauregionen die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die obstbauliche Praxis gefördert werden.
Arbeitsbereiche:

  • Betriebswirtschaft
  • Pflanzenschutz
  • Lagerung
  • Ertragsphysiologie
  • Sortenprüfung
  • Ökologischer Obstbau

Auf dem 25 ha großen Versuchsbetrieb werden Feldversuche zu verschiedenen obstbaulichen Fragestellungen durchgeführt, auch solche, die der Klärung biologisch-physiologischer Zusammenhänge dienen.
Die Stiftung "Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee", welche durch sechs Stifter errichtet wurde, ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Bavendorf. Der Grundstein für die Stiftung wurde im September 2000 gelegt. Stiftungsgründer sind

  • das Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg
  • die Universität Hohenheim
  • die Landkreise Ravensburg, der Bodenseekreis und Konstanz
  • die beiden Obst-Erzeugerorganisationen, Württembergische Obst- und Gemüse-Genossenschaft eG (WOG) und
  • Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG (MABO)
  • der Landesverband Erwerbobstbau Baden-Württemberg e.V.



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Kontakt:

Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee
Schuhmacherhof 6
88213 Ravensburg

Telefon: 0751 / 79030
Telef ax: 0751/ 7903322
E- mail: poststelle@kob-bavendorf.de
Internet: www.kob-bavendorf.de


Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG
Albert-Maierstr. 6
88045 Friedrichshafen

Telefon: 07541 / 50100
Telef ax: 07541 / 501088


Württembergische Obstgenossenschaft eG
Raiffeisenstr. 1
88214 Ravensburg

Telefon: 0751 / 80820
Telef ax: 0751 / 808232