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Anbaugebiete / Regionalberichte

Obstbau in Bayern

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Das Anbaugebiet

Obstbau in BayernIn Bayern werden auf ca. 1.400 ha Äpfel angebaut, ca. 750 ha davon im Raum Lindau. Diese Region ist damit das wichtigste Obstanbaugebiet in Bayern.
Der Erwerbsobstbau im Lindauer Gebiet hat sich aus landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt, welche die Nutzung von Wiesen und Weiden für die Viehhaltung mit Obstanbau kombiniert haben. Erst in den 70er und 80er Jahren fand die Spezialisierung statt. Heute gibt es ca. 200 Betriebe mit Erwerbsobstbau am bayerischen Bodensee. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,5 °C, die Niederschlagsmenge beträgt durchschnittlich 1.300 bis 1.400 mm.
Der Bayerische Erwerbsobstbau-Verband e.V. ist als Fachverband des Bayerischen Bauernverbandes die berufsständische Organisation und Interessenvertretung der Erwerbsobstbauern in Bayern. Dieser Zusammenschluss von bayerischen Obstbauern hat das Ziel, einen intensiven und wirtschaftlichen Obstbau zu fördern. Die Geschäftsführung übernimmt der Bayerische Bauernverband. Die Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge.
Dem Erwerbsobstbau-Verband gehören aktuell 203 Einzelmitglieder, 13 korporative Mitglieder, wie z.B. Anbaugemeinschaften, Vermarktungsgenossenschaften und regionale Vereinigungen, sowie 10 fördernde Mitglieder an. Insgesamt sind vor allem durch die korporativen Mitglieder ca. 2.600 Obstbauern in den Verein eingebunden.
Zur Information erhalten die Mitglieder den „Obstbau-Rundbrief“ des Vereins zugesandt. Außerdem ist die Fachzeitschrift „Obstbau“ im Mitgliedsbeitrag eingeschlossen. Die alljährliche Mitgliederversammlung sowie zahlreiche Fachtagungen, wie z.B. die Bayerische Erdbeertagung, Anlagenbegehungen und Sortenschauen, ergänzen die berufsständische Arbeit. Der Erwerbsobstbau in Bayern ist besonders auf den Verbraucher ausgerichtet. Die Öffentlichkeitsarbeit mit Verbraucherveranstaltungen, Pressegesprächen und Presseberichten ist daher ein besonderer Schwerpunkt. Der Bayerische Apfeltag in Zusammenarbeit mit den Lindauer Obstbauern und der Fränkische Kirschentag mit Erzeugern aus der Fränkischen Schweiz sind mit ca. 15 000 Besuchern alljährlich Höhepunkte der Öffentlichkeitsarbeit für heimisches Obst in München




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Bedeutung des Obstbaus

Mit ca. 6.000 Hektar Marktobstbau, 13.000 Hektar Gemüsebau sowie 1.800 Hektar Heil- und Gewürzpflanzen nimmt der erwerbsmäßige Obst- und Gemüsebau in Bayern nur einen kleinen Anteil der insgesamt 3,4 Mio. Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche ein. Jedoch liegt der Produktionswert des Erwerbsgartenbaus in Bayern einschließlich der privaten gärtnerischen Erzeugung und dem gärtnerischen Handel bei ca. 1,4 Milliarden €. Damit ist der Gartenbau ein bedeutsamer Wirtschaftszweig im Freistaat.
Auf den 3.600 Hektar Baumflächen werden in Bayern als bedeutendste Kulturen Äpfel, Süßkirschen, Sauerkirschen, Zwetschgen und Birnen angebaut. Bemerkenswert für Bayern ist der Erdbeeranbau mit ca. 1.800 Hektar. Wegen der schwierigen Abgrenzung zwischen Erwerbsobstbau und Streuobstanlagen ist die Anzahl von 7.000 Betrieben mit Marktobstbau nur bedingt aussagekräftig.
Die weitflächige Verteilung des Obst- und Gemüsebaus über ganz Bayern, die große Zahl der unterschiedlichen Kulturen und die spezifischen Probleme von Sonderkulturbetrieben machen eine Bündelung der Interessen dringend notwendig, aber auch besonders schwierig.
Als Einheitsorganisation der bayerischen Land- und Forstwirtschaft ist der Bayerische Bauernverband (BBV) von zentraler Bedeutung. Um dieser Rolle auch für Sonderkulturen gerecht zu werden, unterstützt und betreut der Bayerische Bauernverband vier Obst- und Gemüsefachverbände auf Landesebene, darunter auch den Bayerischen Erwerbsobstbau-Verband e.V.




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Welche Obstarten werden angebaut?

  Sorten Gesamtfläche
Apfel 'Jonagold', 'Rubinette', 'Braeburn', 'Gala', 'Boskoop' und 'Cox Orange' 1.367 ha
Birnen -- 320 ha
Süßkirschen -- 914 ha
Sauerkirschen -- 203 ha
Zwetschgen -- 711 ha
Erdbeerfläche -- 1.800 ha

Im Lindauer Raum werden ca. 900 ha Obstanlagen bewirtschaftet: 750 ha Äpfel, 90 ha Birnen, 25 ha Erdbeeren, 15 ha Steinobst sowie kleinere Anlagen mit Beerenobst.




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Vermarktung und Absatzwege

Die Vermarktung erfolgt hauptsächlich über den Großmarkt. Zur Saftgewinnung wird Obst auch der Firma „Lindauer Fruchtgarten“ sowie der BayWa angeliefert. Außerdem nutzen die Obstbauern das Brennrecht zur Erzeugung von feinen Destillaten.
Wegen der weitflächigen Verteilung des Obst- und Gemüseanbaus über ganz Bayern und der Nähe zum Verbraucher bildet die Direkt- sowie die Selbstvermarktung von einzelnen Erzeugern einen besonderen Schwerpunkt. Jedoch werden dabei die Anforderungen des Großhandels und der Handelsketten nach größeren, einheitlich zusammengefassten Partien nicht vernachlässigt werden. Deshalb sind in Bayern neben zahlreichen Handelsunternehmen derzeit 8 Obst- und Gemüse-Vermarktungsgemeinschaften tätig. Sie sind genossenschaftlich organisiert und bieten entsprechend der regionalen Erzeugungsschwerpunkte eine breite Palette von Freiland- und Unterglasgemüse, über Kern- und Steinobst bis hin zum Saft und getrocknetem Obst und Gemüse an. Die bayerischen Vermarktungsgemeinschaften haben sich in der Landesvereinigung bayerischer Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse e.V. zusammengeschlossen.
Im Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) sind 85 Erzeugerringe in neun verschiedenen Fachgruppen angeschlossen. Ziel ist es, die pflanzliche Produktion und die Qualität der Erzeugnisse zu verbessern. Dazu werden Qualitätsprüfungen durchgeführt und den Mitgliedern aktuelle Hinweise und Informationen über qualitätsfördernde Maßnahmen gegeben.
Das LKP ist auch neutrales Kontrollorgan in Bayern für den kontrollierten Integrierten Anbau für Obst und Gemüse. Dem Landeskuratorium sind in Bayern 85 Erzeugerringe mit ca. 125.000 Mitgliedern angeschlossen. Der Freistaat Bayern fördert die Arbeit des Landeskuratoriums mit seinen angeschlossenen Erzeugerringen auf der Basis des Bayerischen Landwirt­schaftsförderungsgesetzes jährlich mit einem Betrag von 7,45 Mio. €.




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Beratung und Versuchswesen

Der Landesverband ist die Interessenvereinigungen der Obsterzeuger in Bayern. Die Anliegen dieser spezialisierten Betriebe einheitlich zu vertreten und die Position der einzelnen Mitglieder zu stärken sind die wichtigsten Ziele. Der Landesverband ist als ideeller Verein organisiert.
Durch die Leistung des Verbandes, die Arbeit in den regionalen Arbeitskreisen, aber auch durch die zentrale Eingliederung der Geschäftsführung in den Bayerischen Bauernverband steht den Mitgliedern kostengünstig ein umfassendes Angebot zur Verfügung.

  • Information und Beratung: Mitgliederversammlungen, Mitgliederrundbriefe, Fachtagungen, Informationsbroschüren, Schulungen und Fortbildungen
  • Vortragsveranstaltung: Schwerpunktveranstaltungen in den Anbauregionen in Zusammenarbeit mit der staatlichen Beratung, z.B. Bayerische Erdbeertagung in Weihenstephan, Obstbautag in Veitshöchheim
  • Berufsständischer Einsatz bei spezifischen Problemen: Saisonarbeitskräfte, Pflanzenschutzmittelzulassung, Agrarreform, Wettbewerbsverzerrungen
  • Interessenvertretung der Erzeuger: Wahrnehmung der Mitgliederinteressen gegenüber Behörden und Gremien auf Landes- und Bundesebene (Ministerien, CMA, Bundesausschuss Obst und Gemüse, Fachgruppe Obstbau)
  • Öffentlichkeitsarbeit: Pressemeldungen und Verbraucherinformationen, Saisoneröffnungen (Bayern und regional), Werbeveranstaltungen, Beteiligung an Messen und Ausstellungen, Wahl und Betreuung von besonderen Repräsentanten wie z.B. Apfelkönigin
  • Stärkung der Position am Markt: Marktinformationen, Preiserhebungen, Werbematerialien, Einkaufswegweiser

Diese und noch viele andere Leistungen des Fachverbandes machen eine Mitgliedschaft für die Obstbauern unverzichtbar, zumal die berufsständische Organisation zur Finanzierung auf Mitgliederbeiträge angewiesen ist.
Im Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) sind 85 Erzeugerringe in neun verschiedenen Fachgruppen angeschlossen. In der Fachgruppe Gartenbau sind derzeit 16 Erzeugerringe mit gesamt ca. 5.000 Ringmitgliedern tätig.
Der satzungsgemäße Zweck der Erzeugerringe ist, die pflanzliche Produktion und die Qualität der Erzeugnisse zu verbessern. Dazu werden Qualitätsprüfungen durchgeführt und den Mitgliedern aktuelle Hinweise und Informationen über qualitätsfördernde Maßnahmen gegeben. 14 Gartenbau-Erzeugerringe unterstützen ihre Mitglieder auch mit intensiver produktionstechnischer Beratung.
Jährlich werden ca. 300.000 dt Frischgemüse, 950.000 dt Industrieware, 65.000 dt Obst und 2.200 dt Heil- und Gewürzpflanzen untersucht. Geprüft wird dabei nach den jeweiligen Handelsklassennormen sowie bei Industrieware nach speziellen Qualitätsmerkmalen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Be­stimmung der Bodennährstoffe durch regelmäßige Boden­untersuchungen. Sie ermöglichen eine für die jeweilige Kulturart bedarf- und standortgerechte Düngung.




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Kontakt:

Theo Däxl
Bayerischer Bauernverband
Max-Joseph-Str. 9
80333 München

Telefon: 089 / 55873122
Telefax: 089 / 55873505


Helmut Jäger
1. Vorsitzender des Bayerischer Erwerbsobstbau-Verband e.V.
Max-Joseph-Straße 9
80333 München

Telefon: 089 / 55873101

 

Ansprechpartner:

Hubert Siegler
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Sachgebiet Obstbau und Baumschule
An der Steige 15
97205 Veitshöchheim

Telelefon: 0931 / 9801313